Stadt Köln will enormen Preiskampf durch Mietwagen verhindern
02:12 Min.. Verfügbar bis 20.03.2028.
Seit Wochen wehren sich Unternehmer und Fahrer, die für Uber im Einsatz sind, mit Protestaktionen gegen das Mindestbeförderungsentgelt. Die Stadt Köln bleibt aber bei ihrem Vorhaben.
Fairer Wettbewerb durch Mindestpreise
Die Stadt Köln will mit der neuen Regelung für gleiche und faire Wettbewerbsbedingungen sorgen. Während die Fahrpreise für Taxis vom Rat der Stadt Köln festgelegt werden, können Mietwagenunternehmen bisher Fahrpreise vollkommen frei festlegen.
Taxis sind Teil des öffentlichen Nahverkehrs, müssen deshalb alle Fahrgäste mitnehmen, selbst wenn sie kurze Strecken fahren wollen. Außerdem müssen Taxiunternehmen auch zu Zeiten Fahrzeuge bereithalten, zu denen kaum Fahrgäste unterwegs sind.
Mehr Mietwagen als Taxis in Köln
Solche Regeln gelten für Mietwagen nicht. In Köln sind inzwischen mehr als 1.600 Mietwagen lizensiert. Die Zahl der Taxis ist auf etwa 1.100 gesunken. Mit zum Teil sehr niedrigen Fahrpreisen nehmen Uber und Bolt der Taxibranche massenweise Kunden weg.
Der Zoll stellt bei Kontrollen von Uber-Fahrern regelmäßig fest, dass sie schwarz arbeiten. "Die Fahrer geben an, dass sie nur geringe Summen mit Minijobs verdienen", sagt Jens Ahland vom Hauptzollamt Köln.
Zoll stellt Schwarzarbeit und Sozialleistungsmissbrauch fest
"Tatsächlich erhalten sie aber neben dem Lohn für den Minijob größere Summen Bargeld". In vielen Fällen lassen sich Uber-Fahrer ihre Wohnungen vom Jobcenter bezahlen und beziehen zusätzlich Sozialleistungen für ihren Lebensunterhalt und den Unterhalt ihrer Familien.
Uber betreibt in Deutschland keine eigenen Mietwagen, sondern vermittelt nur Fahrten. Nach Angaben des Unternehmens werden alle Partner, an die Uber Aufträge vermittelt, verpflichtet sich an die Gesetze zu halten.
Niedrige Fahrpreise nicht wirtschaftlich
"Wenn man alle gesetzlichen Vorschriften einhält, sind die günstigen Fahrpreise in der Mietwagenbranche wirtschaftlich nicht möglich", sagt Alexander Mönch von der Vermittlungsplattform Freenow. "Bei den Preisen kann ein Mietwagenunternehmen kein Geld verdienen".
Die Stadt Köln hofft, dass sich mit dem Mindestentgelt auch die Arbeitsbedingungen für die Fahrer verbessern.
Unsere Quellen:
- Stadt Köln
- Hauptzollamt Köln
- Uber
- Vermittlungsplattform Freenow
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 20.03.2026, 19:30 Uhr