Neues zum Dom und den Eintrittsgeldern

Aktuelle Stunde 02.06.2026 32:31 Min. Verfügbar bis 02.06.2028 WDR Von Lara Burghardt, Christian David

Bis 12 Euro Eintritt für Kölner Dom Wer beten will, kommt gratis rein

Stand:

Touristen müssen künftig 12 Euro Eintritt für den Kölner Dom zahlen. Doch es gibt einige Ausnahmen.

Mit den Eintrittsgeldern sollen die gestiegenen Kosten etwa für den Schutz des Denkmals gedeckt werden, wie das Domkapitel am Dienstagvormittag mitteilte. Unter anderem für Gottesdienstbesucher bleibe der Zutritt zum Dom aber kostenfrei. Auch Kinder bis 13 Jahre sowie Menschen mit schweren Behinderungen und ihre Begleitpersonen müssen nichts zahlen.

Eine ermäßigte Gebühr von 6 Euro soll demnach unter anderem für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende oder Studierende gelten. Zudem sind einzelne kostenfreie Besuchszeiten etwa an kirchlichen Feiertagen und an ausgewählten Aktionstagen vorgesehen.

Passanten halten 12 Euro für zu viel

Bei einer spontanen WDR-Umfrage auf der Domplatte zeigte sich, dass einige der Befragten offenbar keine Einwände gegen einen maßvollen Eintrittspreis haben.

Helgard Heinrich steht in einer blauen Windjacke vor dem Kölner Dom

Helgard Heinrich ist besorgt über die Höhe der Eintrittspreise

Allerdings sorgte die Höhe der Gebühr für Unverständnis. "12 Euro Eintritt, das wird für viele nicht bezahlbar sein. Das ist schon happig", so Helgard Heinrich, die wegen einer Rheinkreuzfahrt in Köln zu Besuch ist.

Ein Mann in weißem Shirt steht vor dem Kölner Dom

Ein Kölner Passant befürwortet den Eintrittspreis

Doch auch Gegenstimmen gab es auf der Domplatte. Ein Kölner etwa wies darauf hin, dass Kirchen mittlerweile überall auf der Welt Eintritt nähmen. "Wir waren jetzt in Mailand, ich glaube die nehmen 18 Euro. Und wenn man weiß, was das an Erhalt kostet, dann kann das ja nicht nur von der Kirchensteuer der Katholiken und vom Staat bezahlt werden." Er findet die Regelung in Ordnung, wendet allerdings ein, dass er sich für die Einwohner Kölns eine Ausnahmeregelung wünsche.

Kritik aus Köln und anderen Städten

Kritik am Eintrittspreis kommt zum Beispiel auch von der ehemaligen Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner. "Der Dombesuch kann doch nicht nur für Wohlhabende möglich sein. Für mich muss es auch kommerzfreie Räume geben", sagte sie dem WDR. Sie hätte sich etwa eine Art Stiftung oder Fonds zur Unterstützung des Doms gewünscht.

Der Aachener Dompropst kritisiert die mangelnde Absprache mit anderen Bistümern in Nordrhein-Westfalen beim Vorgehen der Verantwortlichen in Köln.

Erhalt des Kölner Doms kostet 44.000 Euro am Tag

Die hatten den Schritt bereits im März angekündigt und mit finanziellen Engpässen begründet: Der Kölner Dom gibt mehr Geld aus, als er einnimmt. "Der Dom kostet Geld, der Dom braucht viel Geld", sagte Domrendant Clemens van de Ven. Das UNESCO-Weltkulturerbe koste pro Tag 44.000 Euro. "Da ist natürlich auch der Eintrittspreis von 12 Euro mehr als willkommen."

Insgesamt sechs Millionen Menschen besuchen die Kathedrale jedes Jahr. Es bestehe wohl keine Gefahr, dass die Zahl der Besucher durch die Gebühr merklich abnimmt, hieß es. Wer nach Köln komme, wolle in der Regel den Dom sehen, sagte der leitende Geistliche des Kölner Doms, Dompropst Guido Assmann. "Touristen von fernen Ländern sind ganz andere Preise gewöhnt."

Dompropst Guido Assmann sitzt auf einer Pressekonferenz vor einer gestreiften Wand

Domprobst Guido Assmann

Organisiert werden soll das neue System über verschiedene Eingänge zur Kathedrale: Wer nur beten oder eine Kerze anzünden wolle, soll künftig den Nordeingang nutzen. "Das ist gerne hier und heute versprochen: Den Bereich um die Schmuckmadonna zu besuchen, um eine Kerze anzuzünden, und das 'mal eben in den Kölner Dom gehen', das soll weiter möglich sein - auch ohne Eintritt zu bezahlen. Das ist unser eigenes Anliegen." "Es wird selbstverständlich keine Gesinnungsprüfung geben und niemand muss seinen Kirchensteuer-Bescheid vorzeigen", ergänzte Dombaumeister Füssenich. Die Domverantwortlichen schlossen dabei nicht aus, dass sich auch einzelne Touristen über den Eingang in die Kirche "schummeln". Das könne man nie ganz verhindern.

Interview mit Dompropst Guido Assmann

WDR 02.06.2026 06:15 Min. Verfügbar bis 01.06.2028 WDR Online

Im Interview mit WDR 5 erklärt Assmann unter anderem, warum die Situation des Kölner Doms eine andere ist als die von Notre-Dame in Paris oder dem Petersdom in Rom. Außerdem sagt er, warum die Eintrittsgelder nicht an die Stadt Köln gehen - und warum sie wichtig sind, um den Dom auch zukünftig erhalten zu können.

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Kölner Dom empfiehlt Vorverkauf im Netz

Touristen brauchen ein vorab gekauftes Ticket. Damit kommen sie über das Hauptportal im Westen in den Dom, erläuterte Füssenich. Ein Online-Kauf werde ab dem 15. Juni freigeschaltet. Tickets werden dann künftig bereits drei Monate im Voraus zu haben sein. Spontanbesucher oder Menschen ohne digitalen Zugang können im Kurienhaus am Roncalliplatz auch direkt Tickets kaufen.

So viel kostet der Besuch in anderen berühmten Kirchen

Für Köln ist der Eintrittspreis in den Dom etwas völlig Neues. Andere berühmte Kirchen verlangen schon lange Geld von Besuchern. Einige Beispiele.

Die Sagrada Familia beleuchtet

Die Sagrada Familia ist für Barcelona-Touristen ein absolutes Muss. Das schlägt sich auch im Eintrittspreis nieder: Der Besuch der berühmten Basilika des katalanischen Baumeisters Antoni Gaudí kostet ohne Ermäßigung satte 26 Euro.

Außenansicht des Berliner Doms.

Die größte evangelische Kirche Deutschlands steht in der Hauptstadt. Für den Eintritt in den Berliner Dom müssen erwachsene Besucher 15 Euro einplanen.

Notre-Dame Kathedrale von unten, frontal

Schon immer war Notre-Dame de Paris eine der Top-Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt. Vielleicht ist das Interesse sogar nach dem verheerenden Dachstuhlbrand im Jahr 2019 noch einmal gestiegen. Dennoch steht die Kathedrale nach wie vor allen offen - ohne Gebühr.

Mailänder Dom

Eine der größten und beeindruckendsten Sakralbauten der Welt schmückt die Innenstadt von Mailand: der Mailänder Dom. Hier werden erwachsenen Besuchern 13,53 Euro berechnet.

Beleuchteter Petersplatz und Petersdom

Wenn es um prächtige und beeindruckende Architektur geht, nimmt der Petersdom im Vatikan eine Sonderrolle ein: Pilger aus aller Welt besuchen täglich die dem heiligen Petrus gewidmete Basilika. Zahlen müssen sie dafür nichts, allerdings meist stundenlang anstehen. Wer das nicht will, kann sich für 7 Euro die Wartezeit sparen.

Die Sagrada Familia ist für Barcelona-Touristen ein absolutes Muss. Das schlägt sich auch im Eintrittspreis nieder: Der Besuch der berühmten Basilika des katalanischen Baumeisters Antoni Gaudí kostet ohne Ermäßigung satte 26 Euro.

Die größte evangelische Kirche Deutschlands steht in der Hauptstadt. Für den Eintritt in den Berliner Dom müssen erwachsene Besucher 15 Euro einplanen.

Schon immer war Notre-Dame de Paris eine der Top-Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt. Vielleicht ist das Interesse sogar nach dem verheerenden Dachstuhlbrand im Jahr 2019 noch einmal gestiegen. Dennoch steht die Kathedrale nach wie vor allen offen - ohne Gebühr.

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Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • Dompropst Köln & Aachen
  • Ehemalige Dombaumeisterin Schock-Werner
  • Nachrichtenagentur AFP

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 02.06.2026, 18:45 Uhr
Sendung: WDR.de, Interview mit Domprobst Guido Assmann, 02.06.2026, 17:12 Uhr

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