Sicherheitskräfte am Flughafen Köln/Bonn bangen um Arbeitsplätze
Lokalzeit aus Köln. 11.12.2025. 02:39 Min.. Verfügbar bis 11.12.2027. WDR. Von Oliver Köhler.
Auch in dieser Woche stehen Passagiere wieder auf dem Flughafen Köln/Bonn in langen Warteschlangen. Bis zu 40 Minuten dauert es, bis Reisende die Kontrollstellen erreichen. Die Gründe: Baustellen am Flughafen und zu wenig Personal. Im kommenden Jahr sollen nach WDR-Informationen mehr als 100 von etwa 650 Arbeitsplätzen bei der Sicherheitsfirma gestrichen werden.
Mitarbeiter sind verunsicheert
Die Mitarbeiter sind beunruhigt. Selbst der zuständige Sekretär der Gewerkschaft ver.di, Özay Tarim, bekommt nur wenige Informationen. "Der Arbeitgeber äußert sich nicht. Das schafft Verunsicherung. Die Mitarbeiter sollen an den Kontrollen für Sicherheit sorgen, haben aber immer im Kopf, wie es für sie wohl weitergeht", sagt Gewerkschaftssekretär Tarim dem WDR.
Der Flughafen Köln/Bonn ist vom 1. Januar an zuständig für die Organisation der Sicherheitskontrollen. Das Unternehmen baut unter anderem auf die neueste Kontrolltechnik. Künftig werden High-Tech Scanner an den Sicherheitskontrollen stehen. Dann müssen Passagiere nicht mehr wie bisher Flüssigkeiten und Elektrogeräte auspacken. Das soll Personal einsparen.
Personalabbau ist unumgänglich
Das Sicherheitsunternehmen Securitas hat deshalb den Beschäftigten in einem internen Schreiben mitgeteilt, dass ein "Personalabbau bedauerlicherweise unumgänglich" sei.
Der Einsatz der High-Tech Scanner an anderen Flughäfen hat allerdings gezeigt: Ganz so gut wie in der Theorie funktionieren sie nicht. "Es müssen ausreichend Menschen da sein, die die Technik bedienen, sonst nützen solche Scanner nichts“, sagt Gewerkschafter Tarim.
Bei der Berechnung gibt es seit Jahren am Flughafen Köln/Bonn immer wieder Probleme. Die Folge: lange Wartezeiten, verpasste Flüge. Die Gewerkschaft fürchtet, dass sich die Situation durch Personalabbau weiter verschärft.
Flughafen weist Verantwortung zurück
Der Flughafen teilt schriftlich mit, dass er bei der Sicherheitsfirma Kontrollstunden abruft: "Abhängig ist die Zahl der Kontrollstunden vom Passagieraufkommen sowie von der in der Kontrollstelle eingesetzten Technik". Die Personalplanung sei dann Sache der Sicherheitsfirma.
Das Sicherheitsunternehmen Securitas verhandelt seit Wochen mit dem Betriebsrat über den Abbau von Arbeitsplätzen. Wie viele Jobs gestrichen werden, sollen die Beschäftigten nach Informationen des WDR kurz vor Weihnachten erfahren.