Handgepäck: Bald mehr Flüssigkeit im Flieger möglich

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Die Regeln für Flüssigkeiten im Handgepäck könnten in der EU bald gelockert werden - dank neuer Sicherheits-Scanner an Flughäfen.

Es ist eine Regel, die Flugreisende häufig nervt: Flüssigkeiten im Handgepäck dürfen nur in kleinen Mengen mitgenommen werden, maximal 100 Milliliter dürfen es sein. Größere Flaschen, Flacons und Kosmetik landen in den Abfallbehältern vorm Sicherheitscheck - vor allem bei kurzen Reisen nur mit Handgepäck müssen Reisende sich gezielt mit passenden Utensilien eindecken. Nach fast 20 Jahren könnte diese Regel jetzt bald Geschichte sein.

Flüssigkeit im Handgepäck - was geht jetzt schon?!

Aktuelle Stunde 27.07.2025 26:52 Min. UT Verfügbar bis 27.07.2027 WDR Von Cengiz Ünal

Wieso ist das jetzt möglich?

Neue Scanner sollen in der Lage sein, auch größere Mengen Flüssigkeit zu erfassen und so auszuschließen, dass es sich um gefährliche Substanzen handelt. Das neue System wurde in Rom und Mailand erprobt - und einer Zulassung steht laut EU-Kommission nichts mehr im Wege. In den nächsten Tagen soll es soweit sein, berichtet Andreas Meyer-Feist, ARD-Korrespondent in Brüssel.

Es ist der zweite Anlauf, die Regel auszusetzen: Schon 2024 sollten neue CT-Scanner größere Mengen Flüssigkeit möglich machen. Auch an einigen deutschen Kontrollpunkten war die Regel bereits aufgehoben worden. Dann kamen bei der EU allerdings Zweifel an der Zuverlässigkeit der Scanner auf und die 100-Milliliter-Regel galt wieder flächendeckend.

Wann kommt die Änderung?

Der genaue Startpunkt ist noch nicht klar. Grundsätzlich entfällt die Regel auch in Zukunft nur, wenn die Sicherheits-Scanner der neuen Generation im Einsatz sind. Die sind vergleichsweise teuer. Laut EU-Kommission könnte die Einführung in Deutschland aber recht schnell gehen.

Der Flughafen Köln/Bonn beispielsweise will seine Kontrollstellen ab Herbst komplett umbauen, um dann vollständig auf die modernen CT-Scanner zu setzen. Abschluss der Umbauten ist für Mitte 2026 geplant. Auch in den Niederlanden und Schweden sei eine schnelle Umsetzung zu erwarten.

Wie sieht es aktuell an NRW-Flughäfen aus?

Gegenwärtig setzt die Bundespolizei in NRW an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn erste CT-Gepäckprüfanlagen ein. Diese einzelnen Geräte sind nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin unter anderem technisch dazu in der Lage, größere elektrisch betriebene Geräte und zulässige Flüssigkeiten, Gele und Aerosole ohne Auspacken im Gepäckstück zu durchleuchten. "Ein vollständiger Wegfall der sogenannten Flüssigkeitsbeschränkung ist damit noch nicht verbunden, da unbenommen dessen alle Flüssigkeiten, Gele und Aerosole der grundsätzlichen Kontrolle unterliegen", so der Sprecher weiter..

Dies ist überhaupt erst dann sinnvoll möglich, wenn die Flughäfen EU-weit in ausreichendem Maße mit CT-Gepäckprüfanlagen ausgestattet sind und so den Fluggästen vor Reiseantritt die Möglichkeiten der Mitnahme angeboten werden können.
"Und so ist es wichtig, dass sich die Fluggäste nach wie vor auf das herkömmliche Kontrollverfahren vorbereiten und ausschließlich Flüssigkeiten mit einem Volumen von maximal 100 Milliliter pro Behältnis in einem transparenten und wiederverschließbaren 1-Liter-Beutel mitführen", sagt der Sprecher.

Warum gibt es die 100ml-Beschränkung?

2006 wurden in Großbritannien Pläne von Terroristen aufgedeckt, die am Flughafen London-Heathrow in Softdrink-Flaschen Flüssigkeiten an Bord mehrere Flugzeuge schmuggeln wollten, um diese während der Flüge zu entzünden. Als Reaktion wurden die Sicherheitsregeln für Flüssigkeiten verschärft und die maximale Menge von 100 Milliliter eingeführt. Die Regel sollte temporär sein, bis es eine passende Technologie gibt - das ist jetzt offenbar der Fall.

EU will wieder mehr Flüssigkeiten im Handgepäck erlauben

WDR Studios NRW 27.07.2025 00:16 Min. Verfügbar bis 27.07.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • EU-Kommission
  • WDR-Korrespondent Brüssel
  • Royal United Services Institute (RUSI)
  • WDR-Anfrage beim Flughafen Köln/Bonn
  • Sprecher der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin

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