Kölner Stadtrat beschließt Drogenkonsumraum

WDR 05:40 Min. Verfügbar bis 12.05.2028

Trotz Protesten Kölner Suchthilfezentrum wird gebaut

Stand:

In Köln hat der Stadtrat den Bau des neuen Suchthilfezentrums beschlossen - trotz massiver Proteste.

Von Sabine Büttner

Bei kaum einem Thema in Köln kochen die Emotionen derzeit so hoch wie beim geplanten neuen Suchthilfezentrum. Anwohner wehren sich massiv gegen die Pläne, auch angrenzende Schulen protestieren. Die Befürchtung: ein Angstraum und Kriminalität direkt vor der Haustür. Trotz großer Proteste ist das Projekt nun einen wichtigen Schritt weiter.

Mit dem Baubeschluss im Stadtrat kann die Verwaltung den Auftrag an einen Totalunternehmer vergeben, der das Suchthilfezentrum errichten soll. Rund 8,7 Millionen Euro hat der Rat für das Projekt freigegeben. Kritiker machen jedoch weiter gegen die Pläne mobil. Auch vor der Ratssitzung demonstrierten Gegner. Ein Kritikpunkt ist der Standort nah an einem Wohnviertel, außerdem der geplante 24-Stunden-Betrieb.

"Thema, das viele bewegt"

In der Ratssitzung machten Vertreter verschiedener Parteien deutlich, dass sie um die hitzige Diskussion wissen. SPD-Fraktionschef Joisten sprach von einem Thema, das viele bewegt - machte aber auch klar: "So wie in den letzten Jahren darf es nicht weitergehen." CDU-Ratsmitglied Martin Erkelenz forderte eine klare Sicherheits- und Betreuungsstrategie von Anfang an.

Stadtrat fordert Rahmenkonzept für den Betrieb bis Juli

Die Mehrheit im Rat stimmte schließlich für einen Änderungsantrag, in dem genau diese Strategie gefordert wird: Die Verwaltung soll bis zur nächsten Sitzung Anfang Juli das Rahmenkonzept für den Betrieb des Suchthilfezentrums konkretisieren. Außerdem soll ein Vorschlag erarbeitet werden, wie die Stadt Köln in den Betrieb eingebunden werden kann - im Verbund mit freien Trägern.

Demonstrierende Menschen stehen vor dem Rathaus in Köln.

Das neue Suchthilfezentrum soll rund um die Uhr geöffnet sein und verschiedene Hilfsangebote bündeln. Abhängige sollen dort mit Sozialarbeitern sprechen und Drogen konsumieren, aber zum Beispiel auch ausruhen und duschen können.

Mögliche Klagen von Gegnern?

Der Plan der Kölner Verwaltung ist, dass das neue Kölner Suchthilfezentrum im Sommer nächsten Jahres fertig gestellt ist. Gut möglich, dass der Widerstand der Gegner das Projekt aber noch verzögert: Die Interessengemeinschaft Pantaleonsviertel hatte vor einigen Wochen angedeutet, möglicherweise rechtliche Schritte gegen das geplante Suchthilfezentrum einzuleiten.

Unsere Quellen:

  • Stadtrat Köln
  • Beschlussvorlage für den Kölner Stadtrat

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 12.05.2026, 19.30 Uhr

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