Gericht kippt Sperrstunde der Außengastronomie am Brüsseler Platz in Köln

19.09.2025 00:33 Min. Verfügbar bis 19.09.2027 wdr

Gericht kippt Sperrstunde der Außengastronomie am Brüsseler Platz in Köln

Stand:

Im Fall des bei Nachtschwärmern beliebten Brüsseler Platzes in Köln muss die Stadt erneut eine juristische Niederlage einstecken. Ein Gastronom hatte gegen die Sperrstunde ab 22 Uhr geklagt und vom Oberverwaltungsgericht Münster Recht bekommen.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte im Eilverfahren entschieden und damit den Beschluss des Verwaltungsgerichts Köln gekippt. Zunächst galt das Urteil aber nur für das eine Lokal und seine Außengastronomie. Am Freitagnachmittag hob die Stadt die Sperrzeit um 22 Uhr dann für alle Außengastronomien auf dem Platz auf. Sie dürfen nun bis 23.30 Uhr öffnen.

Auf den öffentlichen Flächen auf dem Brüsseler Platz betreiben mehrere Lokale ihre Außengastro, mit insgesamt circa 700 Plätzen.

Gastronomie überhaupt Schuld am Lärm?

Die Stadt kann zwar im Wesentlichen entscheiden, wann die Außengastronomie schließen muss, muss sich dabei aber an bestimmte Voraussetzungen halten und die Entscheidung mit Fakten begründen können. In diesem Fall hatte die Stadt ihre Entscheidung mit einem Lärmgutachten aus Dezember 2024 gestützt. Damals stellte sich heraus, dass es nach Beginn der Nachtruhe immer noch viel zu laut war.

Laut Oberverwaltungsgericht reiche das als Begründung aber nicht aus, weil das Gutachten nicht beweisen kann, ob überhaupt die Außengastronomie für die festgestellten Grenzüberschreitungen verantwortlich war. Außerdem gäbe es keine anderen Anhaltspunkte für eine besondere Lärmbelästigung, wie zum Beispiel Beschwerden von Anwohnenden über bestimmte Lokale.

Alkoholverbot gilt weiterhin

Im Mai hatte die Stadt Köln ein Alkoholverbot am Brüsseler Platz erlassen. Davon sind Personen betroffen, die mit selbst mitgebrachten alkoholischen Getränken auf dem Platz verweilen. In den Hochzeiten waren das bis zu 2.000 Menschen, die allein wegen dieser Masse Lärmgrenzen überschreiten.

Schild zeigt Alkoholverbot von 22-6 Uhr am Brüsseler Platz

Das Alkoholverbot am Brüsseler Platz

Mit dem Alkoholverbot hofften die Behörden, viele vom Platz zu verdrängen, um den Lärm in der Nacht zu reduzieren. Das Ordnungsamt hat das an den Wochenenden regelmäßig kontrolliert. Trotz aktueller Entscheidung aus Münster bleibt das Alkoholverbot vorerst bestehen - nicht aber in den Außengastronomien.

Seit Jahren Zoff am Brüsseler Platz

Seit mehr als 15 Jahren tobt ein Streit um die nächtliche Lautstärke am Brüsseler Platz zwischen Anwohnenden, Gastronomen und Nachtschwärmern. Die Stadt sucht immer wieder nach neuen Lösungen, damit die Anwohnenden am beliebten Platz zur Nachtruhe ab 22 Uhr kommen.

Zuletzt hatte das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden, dass die Behörden dazu auch verpflichtet seien. Daraufhin erteilte die Stadt im Februar diesen Jahres ein nächtliches Verweilverbot an den Wochenenden und Feiertagen, zwischen 22 und 6 Uhr.

Dagegen hatten mehrere Anwohnende wiederum geklagt und im Eilverfahren gewonnen, sodass das Verweilverbot wieder gekippt worden war. Die Sperrstunde ab 22 Uhr galt aber weiterhin für die Außengastronomie am Brüsseler Platz.  

Gericht kippt Sperrstunde der Außengastronomie am Brüsseler Platz in Köln

WDR Studios NRW 19.09.2025 00:28 Min. Verfügbar bis 19.09.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Oberverwaltungsgericht Münster
  • Stadt Köln

Über dieses Thema berichten wir am 19. September 2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Köln, 19.30 Uhr.

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