Am Zülpicher See in der Voreifel sorgt der Tod eines 85-Jährigen gerade für Bestürzung. Zugleich ist der Vorfall eine Mahnung zu Beginn der ersten großen Hitzewelle des Jahres. Vielerorts knacken die Temperaturen derzeit die 30-Grad-Marke. Fachleute warnen deshalb davor, die Gefahren in den NRW-Badeseen und Gewässern zu unterschätzen.
Am Mittwochabend war der Mann aus Euskirchen als vermisst gemeldet worden. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, DLRG und das Rote Kreuz starteten eine groß angelegte Suche - auch mit Tauchern, Rettungshubschrauber und Suchhunden. Gegen 22 Uhr konnten sie den Mann jedoch nur noch tot aus dem Wasser bergen. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nicht.
Trotz Sommerwetter in NRW: Warum das Schwimmen im Badesee riskant sein kann
Der Feldmarksee in Sassenberg im Kreis Warendorf
Für viele Menschen in NRW sind Badeseen gerade wieder ein beliebtes Ausflusziel, um sich abzukühlen. Doch genau hier liegt eine oft unterschätzte Gefahr: Auch wenn die Lufttemperaturen sommerlich sind, erwärmen sich die Seen deutlich langsamer. Gerade in tieferen Gewässern kann das Wasser noch empfindlich kalt sein.
Ein Sprung ins kalte Wasser kann den Kreislauf stark belasten. Im schlimmsten Fall drohen Kälteschocks oder Muskelkrämpfe - besonders für ältere Menschen oder Personen mit gesundheitlichen Problemen kann das lebensgefährlich werden.
Nach Schwimmtoten: DLRG mit deutlicher Warnung
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rechnet angesichts der Hitze mit einem erhöhten Andrang an Badestellen - und damit auch mit mehr Notfällen. "Hitze, Übermut und Selbstüberschätzung – oft auch in Verbindung mit Alkohol – bilden eine gefährliche Mischung", heißt es von der Organisation. Die DLRG warnt außerdem auch wieder ausdrücklich davor, im Rhein schwimmen zu gehen.
Besonders häufig verunglücken Männer beim Baden. Laut DLRG-Zahlen kamen allein rund um das Pfingstwochenende deutschlandweit mindestens 18 Menschen ums Leben, 17 davon waren männlich. Viele hätten ihre Fähigkeiten überschätzt oder vermeidbare Risiken in Kauf genommen.
Welche Schritte sollte ich beim Baden im Badesee beachten?
Fachleute raten deshalb, vorsichtig ins Wasser zu gehen und dem Körper Zeit zu geben, um sich zu gewöhnen. Auch sollte möglichst nicht allein geschwommen werden. Offizielle Badestellen mit Aufsicht bieten zusätzliche Sicherheit.
Die kommenden Tage in NRW bleiben heiß, teils sind Temperaturen bis zu 34 Grad möglich. Damit steigt auch der Druck auf Badeseen als beliebte Abkühlungsorte. Der tödliche Vorfall in Zülpich zeigt jedoch: Die Gefahr lauert oft dort, wo sie viele nicht vermuten – im scheinbar erfrischenden Wasser.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa/ots
- WDR-Wetterredaktion
- Deutscher Wetterdienst
Sendung: wdr.de, Warum Badeseen bei Hitze gefährlich sind, 18.06.2026, 14:00 Uhr
