Rot-Weiss Essen Fans, Ultras zünden Pyrotechnik (Rauch, Fackeln, Blinker) in Duisburg zum 1:1 Ausgleich. MSV Duisburg gegen Rot-Weiss Essen,

Nach rassistischem "Abschiebesong": RWE richtet Arbeitskreis ein

Stand:

Als Reaktion auf die jüngsten diskriminierenden Vorfälle von RWE-Fans hat der Verein jetzt den Arbeitskreis "Fan" eingerichtet.

Von Cedrik Pelka

Der Arbeitskreis werde gegründet, "um da jetzt wirklich mal einen deutlichen Pack-An zu bekommen." Polizei, Stadt, Aufsichtsrat-Mitglieder und Fanvertreter sind mit dabei.

"Dem Verein wird erneut eindeutig geschadet. Wir haben die Erwartung, dass wir genau diese Themen dort erörtern und Lösungen finden." Alexander Rang, Vorstand Rot-Weiss Essen

Rassistische Gesänge nach dem letzten Heimspiel

Der Abpfiff im Topspiel gegen Cottbus am Sonntagabend war schon eine halbe Stunde her, da stimmten rund 100 Fans Lieder und Sprechchöre an. Sie waren noch im Stadion auf der Westtribüne geblieben und haben offenbar gewartet, dass die Cottbuser Fans das Stadion verlassen.

Ein Video zeigt, wie Fans von Rot-Weiss Essen nach dem Heimspiel rassistische Lieder singen. In einem Video, dass der Instagramaccount Rot-Weisse Solidarität Tage nach dem Spiel veröffentlichte, ist zu hören, wie die Fans "Hey, was geht ab? Wir schieben sie alle ab!" singen.

Das Lied ist dem sogenannten Abschiebesong nachgeahmt, der vergangenes Jahr bei einer Wahlparty der AfD in Brandenburg gesungen wurde. Dabei hielten Mitglieder auch Plakate hoch, auf denen sie die millionenfache Abschiebung von Migranten forderten. Die AfD musste eine Unterlassungserklärung unterschreiben, nachdem die Band "Die Atzen", deren Song die AfD damit kopiert hatte, gegen den Abschiebesong vorging.

Weitere Beleidigungen nach RWE-Spiel

Laut der Rot-Weissen Solidarität sollen auch noch antiziganistische Gesänge wie gesungen worden sein. Außerdem soll Cottbus als "Hauptstadt der Schwulen" bezeichnet worden sein. Auch aus den Reihen der Cottbusser soll es Schmähgesange gegeben haben.

Teile der Fans von Rot-Weiss Essen waren dieses Jahr schon zweimal mit diskriminierenden Aktionen aufgefallen. Im März beleidigten Dutzende von ihnen die Schiedsrichterin Fabienne Michel beim Spiel gegen SC Verl als "Hure". Vor wenigen Wochen war ein Flyer aus dem Umfeld der Ultras aufgetaucht. In denen sind die "Grundsätze" des Blocks W2 aufgeschrieben. Dort stehen die Ultras und die aktive Fanszene. Im letzten Punkt heißt es: "Keine Weiber in den ersten Reihen."

Verein ist "massiv enttäuscht"

Der Verein sei "massiv enttäuscht" von dem erneuten Vorfall, sagte ein Vertreter gegenüber der WAZ. Außerdem wollen die Verantwortlichen "wie in der Vergangenheit auch zivilrechtlich und strafrechtlich aktiv werden", wenn dies nötig sein sollte.

Im Mai war der Verein in einem Sondertrikot aufgelaufen, auf dem "Essen ist bunt" stand. Außerdem arbeite man an einem Awareness-Konzept. Auf Sportschau-Anfrage im Mai hieß es dazu, das Projekt sei aufgrund seiner hohen Bedeutung auf Vorstandsebene angesiedelt. Doch von direkten oder gar strukturelle Konsequenzen für Teile der Fans ist in keinem der vielen Statements dieses Jahr die Rede. Rot-Weiss Essen hat bisher nicht auf eine WDR-Anfrage reagiert.

Rot-Weiss Essen: Fans singen rassistischen "Abschiebesong"

WDR Studios NRW 26.11.2025 00:40 Min. Verfügbar bis 26.11.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 26.11.2025, 08:31 Uhr

Weitere Beiträge aus Essen

1 / 2