Rot-Weiss Essen: Sexismus und der Protest dagegen
Lokalzeit Ruhr. 24.11.2025. 02:33 Min.. Verfügbar bis 24.11.2027. WDR. Von Cedrik Pelka.
Mittlerweile gibt es deutliche Hinweise darauf, dass die Aktion nicht von Fans des RWE initiiert wurde. Es handelt sich wohl um einen Fake, hinter dem mutmaßlich Ultras des MSV Duisburg stecken.
Die Wellen im Umfeld von Fußball-Drittligist Rot-Weiss Essen sind in den letzten Wochen hochgeschlagen. Beim Heimspiel gegen Schweinfurt wurden Flyer mit sexistischem Inhalt verbreitet: "Keine Weiber in die 1. Reihe", war dort zu lesen. Gestern sollte es zu einer Gegenreaktion kommen. Doch die blieb aus.
Fanbündnis wollte Zeichen setzen
Das Fanbündnis "RWE für Toleranz" hatte Frauen dazu aufgerufen, während der ersten 19 Minuten und sieben Sekunden bewusst in die ersten Reihen der Westtribüne zu gehen. Dort wollten sie zeigen, dass auch Frauen einen Platz haben.
Allerdings war das Bild dasselbe wie immer: viele Männer, nur ganz wenige Frauen zwischen ihnen. Auch Banner oder Plakate gab es nicht. Überraschend war das nicht. Die Ultras und die aktive Fanszene hatten schon vorher klar gemacht, dass sie ihre Plätze nicht extra räumen werden. Sie hielten nichts von der Aktion.
RWE distanziert sich
Bereits im Vorfeld hatte sich der Verein Rot-Weiss Essen mit einem öffentlichen Statement positioniert: "Rot-Weiss Essen distanziert sich ausdrücklich und unmissverständlich von allen auf dem Flyer genannten Inhalten, die im Widerspruch zu den Werten unseres Vereins stehen. Rassistische, sexistische oder sonstige diskriminierende Haltungen haben bei Rot-Weiss Essen keinen Platz - weder auf den Rängen noch irgendwo anders im Umfeld unseres Vereins", schrieb RWE.
Das Heimspiel gegen Energie Cottbus verloren die Essener mit 2:3. Die Diskussion über Sexismus dürfte aber nach der gescheiterten Aktion im Stadion weitergehen.
Unsere Quellen:
- Rot-Weiss Essen
- Reporter vor Ort