Cottbus gewinnt spannendes Duell in Essen - die Zusammenfassung
Sport. 23.11.2025. 06:08 Min.. Verfügbar bis 23.11.2027. WDR.
RWE unterlag am Sonntagabend zum Abschluss des 15. Spieltags mit 2:3 (0:1) und verlor nach sechs Spielen ohne Niederlage erstmals wieder. Tolcay Cigerci 13., Justin Butler (51.) Erik Engelhardt (69.) schossen Cottbus zum Sieg und zur Tabellenführung. Jannik Mause (61.) und Tom Moustier (88.) waren für Essen erfolgreich.
Cigerci trifft vom Punkt, Mause verpasst Ausgleich
Die Partie begann aufgrund der bundesweiten Fanproteste mit zwölf Minuten Ruhe in beiden Fanblocks. Aber auch ohne lautstarke Unterstützung des eigenen Anhangs begann RWE druckvoll und kam früh zu einer Kopfballchance durch Tobias Kraulich (3.) und ein Fallrückzieher von Ahmet Arslan ging knapp am Tor vorbei (8.). Ausgerechnet mit Ablauf der zwölf Minuten des Fanprotests bekam Cottbus einen Elfmeter zugesprochen, nachdem Moritz Hannemann von Michael Kostka zu Fall gebracht wurde. Cigerci verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum 1:0 für die Gäste (13.).
RWE ließ sich vom überraschenden Rückstand nicht beirren und blieb spielbestimmend, ohne jedoch zwingend vor dem Tor zu werden. Gefährlicher wurde es bei zwei Abschlüssen von Butler für Cottbus auf der anderen Seite, die RWE-Keeper Jakob Golz hielt (19./21.). Essen dagegen spielte sich vor dem Energie-Strafraum fest, kam aber eher zufällig zu Gelegenheiten.
Eine abgefälschte Flanke von Lucas Brumme wurde von Arslan mit dem Kopf verlängert und von Torhüter Marius Funk gerade noch über das Tor gelenkt (30.). Funk war auch bei einem Freistoß von Brumme mit einer Flugeinlage zur Stelle (40.). Anderthalb Minuten später hätte Mause das 1:1 erzielen müssen, schoss aber frei vor Funk am Tor vorbei (42.).
Mause antwortet auf Butlers Solo-Tor
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der Essener Druck auf das Tor von Energie Cottbus hoch. Als sich RWE gerade am gegnerischen Strafraum festgespielt hatte, lief Cottbus einen eiskalten Konter über Butler, der nach einem Solo-Sprint über 70 Meter vor Golz auftauchte und diesen zum 2:0 überwand (51.). Cigerci verpasste in der 59. Minute mit einem Schuss aus 18 Metern nur knapp das 3:0.
RWE gab sich trotz des erneuten Rückschlags nicht auf. Trainer Uwe Koschinat wechselte mit Jannik Hofmann, Marek Janssen und Ramien Safi drei neue Leute für die Offensive ein (60.) und wurde prompt dafür belohnt. Hofmann trat in der 61. Minute als Vorlagengeber zum verdienten ersten Treffer des Abends durch Mause in Aktion.
Engelhardt trifft Essen ins Herz
Danach spielten sich teilweise irre Szenen vor dem Cottbusser Tor ab. Zunächst parierte Funk einen weiteren starken Freistoß von Brumme, dann war er bei der folgenden Ecke gleich doppelt gegen Klaus Gjasula und Marcos Rios-Alonso reaktionsschnell zur Stelle (64.). Hofmanns Versuch aus der Distanz ging knapp über die Latte (67.).
Als alles auf den Ausgleichstreffer hindeutete, schlug Cottbus erneut eiskalt zu. Engelhardt traf in der 69. Minute bei einem der wenigen Angriffe der Gäste zum 3:1. Dieser Gegentreffer zeigte dann doch Wirkung bei den Essenern, die zwar weiter anliefen, aber die letzte Entschlossenheit vermissen ließen. Zudem stand Cottbus tief hinten drin und verteidigte stark.
Joker Moustier mit dem späten Anschlusstreffer
Nach längerem Leerlauf kam der eingewechselte Moustier in der 87. Minute zu einer guten Kopfballgelegenheit, zielte aber zu hoch. Sekunden später trat Moustier erneut in Aktion, diesmal mit einem satten Schuss aus 18 Metern, der unhaltbar zum 2:3 im Tor landete (88.). Plötzlich waren RWE und die Heimfans wieder hellwach und warfen noch einmal alles nach vorne.
Und die Chancen zum Ausgleichstreffer waren da. Bei den Abschlüssen von Franci Bouebari und Safi in der Nachspielzeit waren aber entweder Funk oder ein Abwehrspieler im Weg (90.+1). Am Ende reichten Essen aber auch sechs Minuten Nachspielzeit nicht, um noch das 3:3 zu erzielen.
Nach dem Schlusspfiff kam es noch zu unschönen Szenen an der Hafenstraße. Zunächst flogen Becher in Richtung der Schiedsrichter, danach kam es zu Rangeleien unter den Spielern beider Mannschaften.
Auswärts in Saarbrücken
Für RWE geht es am kommenden Samstag (29. November/14 Uhr) mit einem Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken weiter. Energie Cottbus empfängt zur gleichen Zeit Viktoria Köln.
Sexistische Flyer sorgen für Aufregung
Im Vorfeld des Spiels hatte ein Thema bei RWE beträchtlich auf die Stimmung gedrückt: Im Heimspiel gegen Schweinfurt wurden unter den Essener Hardcore-Fans Flyer mit sexistischem Inhalt verbreitet. "Keine Weiber in die 1. Reihe" stand dort unter anderem zu lesen - weibliche Fans sollten an der Hafenstraße doch bitte unsichtbar sein, so die Interpretation. Was im Fan-Umfeld für große Aufregung und Verärgerung sorgte.
Der Verein hatte sich in einem öffentlichen Statement deutlich positioniert: "Rot-Weiss Essen distanziert sich ausdrücklich und unmissverständlich von allen auf dem Flyer genannten Inhalten, die im Widerspruch zu den Werten unseres Vereins stehen. Rassistische, sexistische oder sonstige diskriminierende Haltungen haben bei Rot-Weiss Essen keinen Platz - weder auf den Rängen noch irgendwo anders im Umfeld unseres Vereins", schrieb RWE.
Unsere Quellen:
- Spiel Rot-Weiss Essen gegen Energie Cottbus am 23. November 2025