Evonik baut massiv Stellen ab - wahrscheinlich auch in NRW | Aktuelle Stunde

WDR 00:28 Min. Verfügbar bis 18.06.2028

Chemie-Krise Evonik baut weitere 3.200 Stellen ab

Stand:

Der Essener Chemiekonzern plant weitere Sparmaßnahmen. Bis 2029 sollen weltweit zusätzlich 3.200 Stellen gestrichen werden. Wahrscheinlich sind auch NRW Standorte davon betroffen.

Von Birgit Eger

Der Konzernumbau bei Evonik geht weiter: Etwa 2.150 Stellen in Deutschland und weitere rund 1.050 Stellen weltweit sollen zusätzlich abgebaut werden. In allen Bereichen. Das ist schon das zweite große Sparprogramm des Konzerns. Bereits seit 2023 laufen unterschiedliche Maßnahmen.

Die Chemieindustrie in Deutschland klagt seit längerem über hohe Kosten, den Konkurrenzdruck aus Asien und die langfristigen Folgen der US-Zölle. Mit effizienteren Abläufen und mehr Digitalisierung will sich Evonik für die Zukunft besser aufstellen, denn die politische und wirtschaftliche Lage bleibt unsicher.

„In diesem Umfeld müssen wir stärker werden. Wir haben unser Schicksal selbst in der Hand und wollen unsere Chancen nutzen.“ Evonik-Vorstandschef Christian Kullmann in der Mitteilung zum neuen Sparprogramm

Der Konzernumbau bei Evonik habe weniger mit der aktuellen Ölkrise zu tun als mit der allgemeinen schlechten Wirtschaftslage, so Konzernsprecher Jörg Wagner gegenüber dem WDR. Wie andere Chemieunternehmen in Deutschland profitiert auch Evonik in beschränktem Maß von der aktuellen Krise am Persischen Golf. Denn der Konzern ist weltweit gut vernetzt. Er betreibt unter anderem Werke in Europa, Singapur und den USA und ist deshalb weniger abhängig von Lieferungen aus dem Nahen Osten als zum Beispiel asiatische Firmen.

Auch Stellen in NRW betroffen

Die Einzelheiten der neuen Sparpläne müssen noch ausgearbeitet werden. Aber sicher ist, dass auch die Evonik-Betriebe in NRW nicht an den Stellenstreichungen vorbeikommen.

„Es ist natürlich klar, dass Evonik, als Unternehmen aus Essen, mit einem starken Fußabdruck in Nordrhein-Westfalen, auch viele Mitarbeiter in Nordrhein-Westfalen hat. (…) Nordrhein-Westfalen wird mit Sicherheit auch betroffen sein.“ Jörg Wagner, Konzernsprecher Evonik

Der Stellenabbau werde insgesamt sozialverträglich gestaltet, kündigte Evonik an. Mit den Gewerkschaften war zu einem früheren Zeitpunkt vereinbart worden: Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2032 ausgeschlossen.

Das Unternehmen Evonik hat seinen Sitz in Essen und ist aus der ehemaligen Ruhrkohle AG hervorgegangen. In Nordrhein-Westfalen ist es an sieben Standorten vertreten.

Evonik wird kleiner

Das Unternehmen will sich langfristig verkleinern und dazu einige Geschäftsfelder teilweise oder ganz verkaufen: die Oxeno GmbH, bei der etwa 1000 Mitarbeiter Vorprodukte für Kautschuk, Kunststoffe und Spezialchemikalien produzieren, und die Infrastruktur und Service Gesellschaft SYNEQT mit rund 3.500 Menschen.

Chemie-Krise: Evonik plant weiteren Stellenabbau

WDR 18.06.2026 01:13 Min. Verfügbar bis 17.06.2028 WDR Online

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Auch die Polyesterproduktion hat keine Zukunft bei Evonik. Sie steht zwar nach Konzernangaben für einen Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro, sei aber nicht mehr rentabel. Die Produktion wird deshalb bis Ende 2027 eingestellt, der Standort Witten mit 266 Mitarbeitern ganz geschlossen.  

Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung Evonik
  • WDR-Interview mit Jörg Wagner, Konzernsprecher Evonik
  • Artikel in waz.de vom 18.06.2026

Sendung: WDR.de, "Chemiekrise: Evonik plant weiteren Stellenabbau", 18.06.2026, 13.00 Uhr

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