Anneliese Hackmann steht neben mehreren Personen, die Pokale, Auszeichnungen und eine Katze halten.

Anneliese Hackmann aus Essen: Die Königin der Rassekatzen

Katzen, Ruhm und Hollywood: Das kuriose Leben von Anneliese Hackmann aus Essen

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Seit Jahrzehnten ist Anneliese Hackmann eine Legende in der Welt der Katzenzucht. In China kann sie nicht einmal auf die Straße gehen, ohne erkannt zu werden. Wir haben die 90-Jährige aus Essen getroffen und erstaunliche Geschichten aus ihrem Leben erfahren.

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Porträtbild von Josefine Upel
Josefine Upel
und Frank Zymny (Multimedia)

Dass Anneliese Hackmann heute in ihrem Büro in Essen anzutreffen ist, ist alles andere als selbstverständlich. Die 90-Jährige ist international gefragt, ihr Terminkalender führt sie regelmäßig rund um den Globus. Die Frau mit den Katzenohrringen, der Katzenbrosche und der Katzenkette um den Hals ist eine Berühmtheit, zumindest in der Welt der Katzenzucht.

Anneliese Hackmann: Die Königin der Rassekatzen

Ob Chinchilla Langhaar, York Chocolate oder die fast haarlose Kanadische Sphynx - sie alle sind Rassekatzen, und das bedeutet: Ihr Aussehen, Körperbau und sogar ihr Wesen folgen streng definierten Standards, die Zuchtverbände festlegen und auf Ausstellungen akribisch bewerten. Hackmann steht als Präsidentin der World Cat Federation an der Spitze von rund 280 Katzenvereinen weltweit. Überall, wo sie sich treffen, ist sie ein gefragter Ehrengast.

Anneliese Hackmann ist eine weltweit gefragte Katzenexpertin

WDR 03:21 Min. Verfügbar bis 13.04.2028 WDR Von Frank Zymny

"Schlimm war es beim letzten Mal in China, als ich nicht mehr von der Bühne runtergekommen bin", erzählt die 90-Jährige. "Die Menschen geben mir immer ihre Katzen und wollen unbedingt Fotos machen." In China ist der Rummel offenbar besonders groß. Seit sie in einer Fernsehshow die schönste Katze gekürt hat, kann sie kaum noch auf die Straße gehen, ohne erkannt zu werden.

An diesem Tag aber steht Hackmann in dem schlichten Büro des Dachverbands in Essen über einen Tisch gebeugt. Vor ihr liegt geduldig eine dreifarbige Katze. Hackmann soll beurteilen, ob das Tier für die Zucht geeignet ist.

Anneliese Hackmann steht mit einem Mikrofon in der Hand an einem Tisch und begutachtet eine Katze, die vor ihr in die Luft gehalten wird.

Anneliese Hackmann als Richterin bei einer Rassekatzen-Ausstellung

Fachmännisch fährt die 90-Jährige durch das dichte Fell der Katze. Mit geübtem Blick prüft sie das Muster, streicht über den buschigen Schwanz und begutachtet die Pfoten. "Hier haben wir eine Norwegische Waldkatze, ein Mädchen. Das sieht man schon, ohne extra nachzuschauen", sagt Hackmann. "Eine dreifarbige Katze ist immer weiblich, das ist genetisch bedingt." Die Expertin ist begeistert von dem Tier. "Von mir würde sie sofort einen Titel bekommen."

Von der Züchterin zur internationalen Katzenexpertin

Jahrzehntelang züchtete Hackmann selbst preisgekrönte Rassekatzen. Schon 1968 besuchte ein WDR-Fernsehteam die damals 32-Jährige und ihre über 30 Edelkatzen zuhause. "Eigentlich fing alles ganz harmlos an, als mein Mann und ich eine Katzenausstellung besuchten", erzählte sie damals. "Wir hatten uns fest vorgenommen, keine zu kaufen, und kamen dann natürlich mit einer kleinen blaucreme Perserkatze zurück." Seitdem dreht sich Hackmanns Leben um die edlen Tiere.

Neben der Zucht arbeitete sie unter anderem auch im Europaparlament an einem Tierschutzgesetz mit. Sie setzt sich für die Anerkennung von Katzenrassen ein, forscht zu ihrer Geschichte und verbreitet seltene Rassen in der ganzen Welt. Welche Prominenten sie dabei schon getroffen hat? "Gott und die Welt natürlich", sagt die 90-Jährige und lacht.

Einmal wollte Arnold Schwarzenegger eine ihrer Katzen kaufen. "Der war damals viel unterwegs, nicht verheiratet und hatte noch nicht einmal eine Freundin. Der wollte ganz allein auf die Katze aufpassen", erinnert sie sich. Für Hackmann kam das nicht infrage, Schwarzenegger bekam keine Katze. Die 90-Jährige kann noch hunderte solcher Geschichten erzählen. Und es werden sicher noch weitere dazu kommen. Ihr Terminkalender ist jedenfalls immer noch ein Jahr im Voraus ausgebucht.

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 10.04.2026, 19.30 Uhr.

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