Sie macht Rennpferde zu Siegern: Der Job einer Arbeitsreiterin
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Die Galopprennbahn in Köln-Weidenpesch ist bekannt für große Rennen. Bei einem Sieg werden Tier und Reiter vom Publikum gefeiert. Doch der Weg dahin ist lang und erfordert viele helfende Hände. So wie die von Chantal Warmer. Wie sie als sogenannte Arbeitsreiterin im Rennstall Asterblüte zum Erfolg beiträgt.
Von Jana Becker
5.30 Uhr morgens in Köln-Weidenpesch: Für Chantal Warmer beginnt der Tag früh im Rennstall Asterblüte. Noch ist es draußen dunkel, nur die Lampen der Stallanlage spenden Licht. Warmer läuft zielstrebig an mehreren Pferdeboxen vorbei und bleibt vor einer großen blauen Tafel stehen, auf der zahlreiche bunte Magneten mit Namen befestigt sind. "Da sehen die Reiter immer, wer welches Pferd reitet und was man heute macht", erklärt die 25-Jährige. "Ich habe heute auch zwei Pferde, die bald bei zwei großen Rennen mitlaufen."
Aufgaben eines Arbeitsreiters
Warmer ist mit den Abläufen im Stall vertraut. Mindestens einmal die Woche kommt sie hierher, um sich um die Pferde zu kümmern. Eine Freundin nahm sie vor etwa zehn Jahren erstmals in den Stall mit. Inzwischen arbeitet sie neben ihrem Hauptberuf als Physiotherapeutin für Tiere nebenbei als sogenannte Arbeitsreiterin im Rennstall Asterblüte.
Was das Reiten für Chantal Warmer bedeutet
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Während bei Pferderennen die Jockeys im Sattel sitzen, übernimmt eine Arbeitsreiterin wie Warmer die tägliche Vorbereitung: Pferde putzen und füttern, Schritt und Trab in der Halle, eine große Galopprunde auf der Rennbahn nebenan. Anschließend versorgen Warmer und das Team die Tiere, bringen sie zurück in die Box und manche später auf die Koppel.
Galopprennbahn in Köln-Weidenpesch
Die Galopprennbahn in Köln-Weidenpesch ist nicht nur Austragungsort großer Rennen, sondern auch das größte Trainingszentrum für Galopprennpferde in Deutschland. Auf 55 Hektar sind rund 330 Pferde in fünf Rennställen untergebracht. Einer davon ist der Rennstall Asterblüte. Dort stehen derzeit nach eigenen Angaben über 70 Pferde, um die sich rund zwei Dutzend Mitarbeitende kümmern.
Gesundheit der Pferde besonders wichtig
Warmer und ihr Pferd sind inzwischen bereit fürs Training. Bevor es auf die große Rennbahn geht, beginnt die heutige Einheit mit einem lockeren Einreiten. Heute ist die Anspannung etwas größer als sonst, denn bald nimmt eins ihrer Pferde auswärts bei einem großen Rennen teil und Ende September steht mit dem "Preis von Europa" noch ein Saisonhighlight in Köln an. "Gerade vor großen Rennen ist das dann doch schon aufregender", sagt Warmer. "Es sind immer wieder neue Pferde, die trainiert werden. Darauf muss man sich einlassen und flexibel sein."
Wichtig ist der Kölnerin vor allem, dass die Tiere gesund bleiben. Ihr Wissen bringt sie aus ihrer Arbeit als Tierphysiotherapeutin ein. Angestellt ist sie in einer Tierklinik und arbeitet zusätzlich selbstständig. "Die Chefin und Trainer des Rennstalls haben mich von Anfang an unterstützt", sagt die 25-Jährige. "Schon während meiner Ausbildung durfte ich mit den Pferden üben und habe nun schon ein paar Patienten."
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Besonders nach dem Training und in Trainingspausen unterstützt Warmer die Pferde physiotherapeutisch. Zum Beispiel im Aquatrainer, einem riesigen Unterwasserlaufband. Hier können die Tiere schonend Muskeln aufbauen und sich gelenkschonend bewegen. "Ich möchte so vielen Tieren wie möglich helfen und die Schmerzen lindern. Und dann immer den besten Weg finden, auch hier auf der Rennbahn", sagt Warmer überzeugt.
Darum gibt es einen Aquatrainer für Pferde
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Das gesamte Team schätzt ihre Expertise: "Das ist so ein Bereich, wo nicht jeder von uns im Stall viel Ahnung hat. Es ist immer gut, sich weiterzubilden und von Leuten wie Chantal zu lernen, die ein bisschen mehr Know-how haben", meint Vinzenz Schiergen, der Junior-Chef des Rennstalls Asterblüte.
Training vor dem großen Rennen
Ein eigenes Pferd hat Warmer übrigens nicht. Derzeit sei das mit ihrem Alltag nicht vereinbar. "Wenn ich mir irgendwann das Pferd in den Garten stellen kann, dann hole ich mir eins, aber sonst will ich gerade auch kein Pferd." Stattdessen verbindet sie ihre Jobs mit der Leidenschaft für Tiere.
Die Arbeit mit den Tieren bereitet Chantal Warmer große Freude
Heute war Warmer als Reiterin mit vier Pferden auf der Rennbahn unterwegs und führt sie nun nacheinander zurück in den Stall. Mit dem Training ist sie zufrieden: "Von der Bewegung her war es sehr gut, sehr frei. Eigentlich genau so, wie man es vor einem Rennen haben will. Ich bin gespannt." Am 28. September wird sich im Weidenpescher Park dann zeigen, ob sich die Arbeit gelohnt hat.
Über dieses Thema haben wir auch im WDR Fernsehen am 18.09.2025 berichtet: Lokalzeit aus Köln, 19.30 Uhr.