Alligator-Alarm im Badesee: Als Kaiman "Sammy" die Welt in Atem hielt
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Ein entlaufender Alligator im Badesee in Dormagen und Kamerateams aus aller Welt: Das ist die verrückte Geschichte von Kaiman "Sammy", dem wohl bekanntesten Sommerloch-Tier in Deutschland.
Von Josefine Upel
Es ist der 10. Juli 1994: Jörg Zars macht mit seinem Haustier einen Sonntagsausflug zum Baggersee in Dormagen bei Neuss. Doch an seiner Leine läuft kein Hund, sondern ein kleiner Alligator - Sammy ist ein 80 Zentimeter langer Brillenkaiman. Dann passiert es: Sammy reißt sich los und verschwindet im Nievenheim-Straberger See. Was folgt, ist ein internationales Medienspektakel. Sammy wird zum wohl bekanntesten Sommerloch-Tier des Landes.
So lief die Jagd nach dem Kaiman "Sammy"
00:40 Min.. Verfügbar bis 10.07.2027.
Der Begriff "Sommerloch" beschreibt die Urlaubszeit zwischen Juli und August: Alle schalten einen Gang runter, die Straßen sind angenehm leer, Politik und Sport pausieren. In dieser nachrichtenarmen Zeit, auch "Sauregurkenzeit" genannt, suchen Redaktionen teils händeringend nach Geschichten. Und genau dann werden Tiere nicht selten zu internationalen Medienstars.
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So wird im Sommer 1994 Dormagen zum Hotspot für Reporter aus aller Welt. Wo sonst Badegäste planschen, sind nun Suchtrupps unterwegs, die von klickenden Kameras und Fernsehteams begleitet werden. Sie sind auf der Jagd nach dem "Killer-Kaiman" oder "Ungeheuer von Loch Neuss", wie Sammy teilweise in der Presse genannt wird. Guido Schenk, der ehemalige Pressesprecher der Stadt Dormagen, erinnert sich noch an den Medienrummel: "Wir hatten hunderte Anfragen am Tag. Selbst von Radio Sarajevo, wo der Bürgerkrieg tobte."
Wie die Jagd auf Alligator Sammy in Dormagen endete
Halb Dormagen ist auf den Beinen und analysiert jede Bewegung an der Wasseroberfläche. Auch Besitzer Zars sucht nach Sammy. Hüfttief watet er durch den Badesee und sorgt sich um sein Haustier. "Mir liegt einiges an ihm, weil er absolut zahm ist. Der hat nachts bei mir im Bett gepennt", beteuert er.
Trotzdem sollen zwischenzeitlich Jäger den Alligator erschießen. Schlussendlich fängt jedoch ein Taucher den Kaiman mit bloßen Händen. Nach fünf Tagen ist damit die Suche beendet. Besitzer Zars ist glücklich, bekommt sein Tier aber nicht zurück und sitzt aufgrund der Einsatzkosten auf einem Schuldenberg. Sammy zieht in einen Tierpark um und lebt dort 20 Jahre weiter.