Wir sind in Dortmund-Körne unterwegs und begleiten die zuständige Bezirksbeamtin. Sie hat ein Schriftstück dabei. Ein so genanntes Messertrageverbot. Das will sie einem Mann übergeben, der mehrfach auffällig war und Personen mit einem Messer bedroht hat. Ein Kollege unterstützt sie, weil nicht klar ist, was passiert.
Tanja te Morsche ist seit mehr als 20 Jahren die Bezirksdienstbeamtin in Dortmund-Körne. Sie hat schon etliche Messertrageverbote ausgesprochen und hat sich vorab über den Mann informiert. "Er ist ja potentiell gefährlich für die Allgemeinheit und deshalb müssen wir da was tun," sagt die 55-Jährige.
Persönliche Übergabe ist wichtig
Heute trifft sie den Mann im Stadtteil Körne nicht an. Er sei in einer Klinik, sagen die Nachbarn. Jetzt muss sie weiter forschen und versuchen, dem Mann das Dokument persönlich zu übergeben. Das sei wichtig, sagt Bezirksbeamtin Tanja te Morsche. "Das macht einfach nochmal Eindruck auf die Leute. Dann wissen sie, dass es ernst ist."
Tanja te Morsche sucht nach einem Mann, dem ein Messertrageverbot ausgesprochen werden soll
Zwangsgeld bis 500 Euro
Insgesamt 214 Messertrageverbote habe die Dortmunder Polizei seit April 2024 ausgesprochen. Darin steht, dass es den betreffenden Personen für zwei Jahre untersagt ist, Messer oder gefährliche Gegenstände mit sich zu führen. Werden sie in dieser Zeit mit einem Messer angetroffen, müssen sie ein Zwangsgeld von 250 Euro zahlen. Bei Wiederholung sind 500 Euro fällig.
Messertrageverbote wirken
Kay Becker von der Dortmunder Polizei wertet die Messertrageverbote als Erfolg. Die meisten Menschen halten sich offenbar an die Verbotsverfügungen. Das könne auch zur positiven Entwicklung in der Kriminalitätsstatistik beigetragen haben. Während es in den Monaten Januar bis Mai 2025 noch insgesamt 213 Straftaten im Zusammenhang mit einem Messer gegeben habe, seien es im selben Zeitraum 2026 nur noch 132 solcher Straftaten.
Kay Becker vor dem Dortmunder Polizeipräsidium
Die positive Entwicklung sei aber auch auf die intensivere Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft zurückzuführen. Außerdem sei mehr Personal auf der Straße, um zu kontrollieren.
Große Social-Media-Kampagne
Neue Aktionen sollen dazu kommen. Jetzt hat die Dortmunder Polizei eine Social-Media-Kampagne gestartet, um vor allem junge Menschen auf die Gefahren von Messern auf der Straße hinzuweisen.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Bezirksbeamtin Tanja te Morsche
- WDR-Gespräch mit Kay Becker
- WDR-Reporter vor Ort bei Übergabeversuch
- Pressemitteilung der Polizei Dortmund
Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 12.06.2026, 9.31 Uhr