"David"- so wurde die Titanenwurz im Dortmunder Rombergpark liebevoll von den Mitarbeitern des botanischen Gartens genannt. Neun Jahre lang wurde sie von ihnen gehegt und gepflegt, nachdem die botanischen Gärten Bonn die seltene Blume an die Dortmunder Kollegen gespendet hatte.
Wie konnte "David" gestohlen werden?
Im Oktober letzten Jahres dann der Schock: Unbekannte hatten "David" gestohlen. 20 bis 30 Kilogramm war die Knolle damals schwer. Vollständig entwickelt kann die Knolle sogar 120 Kilogramm schwer werden. "David" hätte wohl in einem Jahr wieder blühen können, meint Henrik Denkhaus, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rombergpark.
Doch ob und wann "David" nochmal blüht, wird wohl niemand mehr erfahren. Die Pflanze bleibt auch ein halbes Jahr nach ihrem Diebstahl verschwunden. Der oder die Täter konnten nicht ermittelt werden. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen nun eingestellt.
Auf der Suche nach einem Ersatz
Die Stadt Dortmund sucht jetzt nach einer neuen Titanenwurz. Dafür ist sie mit anderen botanischen Gärten im Gespräch, diese könnten vielleicht wieder ein Exemplar nach Dortmund abgeben.
Ein Zwitter namens "unförmiger Penis"
Die Pflanze aus Sumatra hat die größte Blüte der Welt. Diese bildet sie nur alle paar Jahre aus. Die seltene Pflanze lockt dabei jedes Mal zahlreiche Besucher in die botanischen Gärten des Landes. Vor allem wegen ihres einzigartige Geruchs.
Die Titanenwurz stinkt in ihrer Blüte nach fauligem Aas. Übrigens: der lateinische Name (Amorphophallus titanum) heißt auf Deutsch übersetzt riesiger, unförmiger Penis. Die Pflanze selbst ist aber ein Zwitter. Sie bildet männliche und weibliche Blüten aus.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Dortmund
- Stadt Dortmund
- Botanische Gärten der Uni Bonn
Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 20.04.2026, 14:31 Uhr