Eigentlich herrscht in der Ischelandhalle an Spieltagen von Phoenix Hagen immer ohrenbetäubender Lärm - so richtig laut wird es aber erst ein paar Minuten vor Spielbeginn. Es ist dunkel, durch den Saal treibt das Lied "Don't stop believin" der Band Journey.
Wenn die Arena zum Konzertsaal wird
Kurz darauf sagt der Hallensprecher die eigene Mannschaft an, die Fans auf den Rängen brüllen mit. Ein festes Ritual, das bei jedem Phoenix-Heimspiel in der Ischelandhalle gleich abläuft.
Ein ungewohntes Bild: Musiker des Philharmonischen Orchesters des Theaters Hagen spielten die Einlaufmusik für die Basketballer.
Am gestrigen Spieltag (25.4.) der 2. Basketballbundesliga Pro A gegen die Crailsheim Merlins war in der Hagener Halle aber alles ein bisschen anders. Zumindest mit Blick auf die musikalische Untermalung.
Alles anders in Hagen: Kultur trifft auf Korbjäger
Das Besondere: "Don't stop believin" kommt an diesem Abend nicht vom Band, sondern aus den Instrumenten des philharmonischen Orchesters des Theaters Hagen. Zwölf Musiker, u.a. mit Blechblas- und Streichinstrumenten sowie eine Sängerin verwandelten die ausverkaufte Sporthalle in ein Konzerthaus.
Bei der Generalprobe bereiteten sich die Musiker ein letztes Mal auf den Auftritt vor.
Mittendrin Cellistin Katrin Geelvink. Die 51-Jährige ist seit vielen Jahren fester Bestandteil des Orchesters. Eine knappe halbe Stunde vor dem Auftritt stimmt die Musikerin ein letztes Mal ihr Instrument.
"So etwas in der Art habe ich noch nicht gemacht, so ein bisschen Nervosität spüre ich schon", sagt Katrin Geelvink. Bei so Auftritten wie heute sei man viel näher dran am Publikum als sonst, sagt sie.
Aktion resultiert aus "Schnapsidee"
Hinter diesem ungewöhnlichen Auftritt steht eine Kooperation zwischen dem Basketballverein Phoenix Hagen und dem Theater Hagen. "Das war eine Schnapsidee, die der Geschäftsführer des Theaters und ich beim gemeinsamen Kaffeetrinken hatten und dann kommt sowas raus", sagt Martin Schmidt, Geschäftsführer von Phoenix Hagen.
"Kultur und Sport machen was mit einem, ich hatte Gänsehaut, das war was Besonderes." Martin Schmidt, Geschäftsführer Phoenix Hagen
Der Ablauf bei den Heimspielen von Phoenix Hagen ist eng getaktet. So auch an diesem Samstag. Für Cellistin Geelvink und ihre Kollegen aus dem Orchester ging es um Punkt 18:48 Uhr auf das Parkett der Ischelandhalle.
Der Auftritt dauerte knapp sechs Minuten, gespielt wurden zwei Lieder. Für das Orchester gab es danach Applaus von den Zuschauerrängen. "Das war toll, hat Spaß gemacht, weil einfach eine tolle Energie im Raum war", sagt Katrin Geelvink. Mit ihrem Auftritt vor 3.145 Zuschauern war die 51-Jährige zufrieden.
Phoenix verliert "Thriller" gegen Crailsheim"
So glanzvoll der Abend begann, so dramatisch endete er sportlich. Denn die Basketballer von Phoenix Hagen mussten sich im vorletzten Spiel vor der Playoff-Phase dem Aufstiegskonkurrenten aus Crailsheim mit 90:93 geschlagen geben. Trotz Niederlage bleiben die Hagener aber Tabellenführer und dürfen nach wie vor vom Aufstieg träumen.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Phoenix Hagen
- Theater Hagen
- Interview mit Katrin Geelvink
Sendung: WDR.de, Phoenix Spieler laufen zu ungewohnter Musik ein, 26.04.2026, 14:55 Uhr