Bielefelder Ratsbeschluss : Trotz leerer Kassen "Ja" zur Kunsthalle Bielefeld
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Die Bielefelder Kunsthalle gehört zu den herausragenden Museumsbauten in Deutschland. Am Donnerstagabend hat der Bielefelder Stadtrat die Sanierung der Kunsthalle beschlossen. Die Politiker stimmten einstimmig für eine Grundsanierung - trotz leerer Kassen.
Neben der Grundsanierung soll die Möglichkeit einer späteren Erweiterung der Kunsthalle nicht ausgeschlossen werden, betonten die Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/ Die Grünen. In einem gemeinsamen Ergänzungsantrag regten sie an, zusätzliche Fördermöglichkeiten auf Landes, Bundes und EU-Ebene zu prüfen.
Wichtiger Schritt für Kunsthalle
Vor dem Hintergrund der schwierigen Finanzlage der Stadt sei der Beschluss ein Bekenntnis zur Kunsthalle, sagt die Kunsthallendirektorin Christina Végh. Die Kunsthalle werde diesen Weg konstruktiv begleiten. Die Direktorin betonte, es sei wichtig, mit dem britischen Architekturbüro weiterzuarbeiten.
Die Bielefelder Kunsthalle gehört zu den herausragenden Museumsbauten in Deutschland. Sie ist ein Wahrzeichen für die Stadt, errichtet 1968 nach den Plänen des amerikanischen Architekten Philip Johnson.
Wie geht es konkret weiter?
Nach fast 60 Jahren ist unstrittig, dass das denkmalgeschützte Gebäude saniert werden muss. Aber in welchem Umfang? Vor allem, mit Blick auf die leeren Kassen und eine Haushaltssperre. Ist ein Erweiterungsbau machbar – mit Kosten von um die 63 bis 68 Millionen Euro? Die Kosten für eine Sanierung könnten bei knapp 45 Millionen Euro liegen, schätzungsweise aber noch bis zu 30 Prozent steigen.
Sanierung trotz leerer Kassen?
WDR. 03:14 Min.. Verfügbar bis 10.06.2037.
Sanieren für die nächste Generation
"Es ist einfach an der Zeit, dass wir uns um die Substanz kümmern, damit wir den Bau erhalten und gut in die Zukunft für die nächste Generation führen können", sagt Bielefelds Oberbürgermeisterin Christiana Bauer. Mit Blick auf die Haushaltslage habe man sich als Verwaltung für die Grundsanierung positioniert.
Kunsthallendirektorin Christina Végh war das allein zu wenig. Sie spricht von einem Entwicklungsstau. Ohne einen Erweiterungsbau riskiere die Kunsthalle ihre Strahlkraft als Leuchtturm in der Region.
Nur der Status Quo der 60er Jahre
Nachdenken über die Zukunft der Kunsthalle
Eine Grundsanierung würde nur den Status quo der 60er Jahre wiederherstellen, so Christina Végh: "Wir alle wissen, alles hat sich verändert seit den 60er Jahren. Und das heißt, ganz viele Dinge kann die Kunsthalle einfach gar nicht mehr ausführen, weil sie in diesem historischen Korsett sitzt."
Anlieferung ist wichtiges Thema
Ein wichtiges Thema ist die Anlieferung der Kunstwerke: Versicherungen und Leihgeber würden heute andere Standards verlangen. Neben technischen Veränderungen brauche man Räume für Veranstaltungen, mehr Platz für Bildungsangebote. Die Malstube sei zu klein, Schulklassen haben hier zusammen keinen Platz.
Sanierung und Erweiterung sind seit vielen Jahren bereits Thema: Schon 2022 war eine Sanierung und Erweiterung der Kunsthalle vom Rat beschlossen worden.
Klares "Ja" für die Kunsthalle
Der Bielefelder Stadtrat hat am Donnerstag getagt. Die Politikerinnen und Politiker stimmten mit dem klaren "Ja" für die Kunsthalle. Auch wenn es "nur" um die Grundsanierung geht. Ein klares "Ja" kam zuvor auch von der Oberbürgermeisterin Christiana Bauer. Dazu auch ein "aber": "Unter dem Aspekt, dass wir in der Verwaltung Verantwortung für die ganze Stadt tragen."
Unsere Quellen:
- Beobachtungen und Gespräche der WDR-Reporterin vor Ort
- Stadt Bielefeld
- Kunsthalle Bielefeld
Sendung: WDR.de, Sanierung der Kunsthalle, 11.06.2026, 22:38 Uhr
