Keine Chance für Wuppertaler Schwimmoper

WDR 02:38 Min. Verfügbar bis 15.06.2028

Keine Chance für Schwimmoper Wuppertal Trickserei bei Olympia-Bewerbung?

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Die Bedenken gegen die Wettkampfstätte waren schon lange bekannt, zeigt eine WDR-Recherche. Sie wurden vor dem Bürgerentscheid allerdings nicht öffentlich gemacht. Die Staatskanzlei hält das für "üblich".

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Julian Piepkorn

Sie hatten sich alle auf Olympische Wettkämpfe im Wasserball in der Schwimmoper gefreut: Die Leistungsschwimmer vom Sportzentrum Küllenhahn zusammen mit vielen anderen Wuppertalerinnen und Wuppertalern. 72 Prozent der abgegebenen Stimmen beim Bürgerentscheid sagten Ja zu Olympia.

Zu wenig Zuschauerplätze in der Schwimmoper

Inzwischen herrscht Ernüchterung. Es wird keine olympischen Wettkämpfe im Wasserball in der Wuppertaler Schwimmoper geben. Die Staatskanzlei in Düsseldorf, federführend für die NRW-Olympia Bewerbung, hat die Schwimmoper kurzerhand als Wettkampfstätte gestrichen.

Der Grund: Ins Bad passen nur 1.500 Zuschauer. Mehr Plätze sind wegen Denkmalschutzauflagen nicht möglich. Zu wenig für die Staatskanzlei und Sportverbände.

Stadt sagt: Olympia-Aus war absehbar

Die Stadt Wuppertal selbst wiegelte die Nachricht ab: "Damit mussten wir rechnen", erklärte Sportamtsleiterin Alexandra Szlagowski. Im WDR-Interview ergänzte sie dann: "Wir wussten, dass das ein Manko sein könnte." Und weiter: "Dass wir da einen Haken haben, war uns schon klar."

Werbetafel für Olympia-Abstimmung

"Ja" für Olympia: Werbung für Bürgerentscheid in Wuppertal

Eine Stadtsprecherin bestätigte: Man habe der Staatskanzlei die Zuschauerkapazitäten vor dem Bürgerentscheid mitgeteilt. Olympische Wettkämpfe in der Schwimmoper? Galten deshalb bei der Stadt schon vor dem Bürgerentscheid als "wackelig", wenn nicht gar "grenzwertig".

Werben mit Schwimmoper für Wettkämpfe

Nur gesagt hat das den Wuppertalern vor dem Ratsbürgerentscheid wohl niemand. Im Gegenteil: Wer sich auf der offiziellen Webseite der NRW-Olympiabewerbung informieren wollte, fand dort bis vor Kurzem eine Liste mit dem Titel "Olympische & Paralympische Wettkampfstätten". Darin zu finden ist die Wuppertaler Schwimmoper für Wettkämpfe im Wasserball. Inzwischen ist das allerdings geändert. In der aktualisierten Fassung fehlt die Schwimmoper nun.

Eine Tabelle der Staatskanzlei, darin findet sich die Schwimmoper als Wettkampfstätte.

Liste der Staatskanzlei: Werben mit Schwimmoper als "Wettkampfstätte"

Klar ist: Auch die Stadt Wuppertal warb für ein "Ja" zu Olympia neben dem Stadion am Zoo für Fußball explizit auch mit der Schwimmoper als "Austragungsstätte". Nun heißt es, die Wasserballer könnten dort höchstens nur noch trainieren.

Abgebildete bunte Lichtshow

Eine Lichtshow sollte den Wuppertalern Lust auf Olympia machen.

Die Wettkämpfe mit Publikum sollen stattdessen im Landschaftspark Duisburg Nord stattfinden. Einziges Problem: Ein Schwimmbecken gibt es dort gar nicht. Nun soll auf einer Grünfläche ein temporäres Becken errichtet werden, mit Platz für deutlich mehr Zuschauer. Das ist überraschend, denn Duisburg war in der ursprünglichen Liste der Wettkampfstätten für Wasserball vor dem Bürgerentscheid gar nicht zu finden und wurde nun ergänzt.

Konzept zu überprüfen, sei ein "üblicher Vorgang"

Dass die Schwimmoper nun keine Wettkampfstätte wird, ist laut Staatskanzlei "Bestandteil des regulären Bewerbungsprozesses": Von Beginn an sei vorgesehen gewesen, die Bewerbung mit den Kommunen und Fachverbänden "zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen". Diese "vertieften fachlichen Gespräche mit den zuständigen Sportfachverbänden fanden nach den Ratsbürgerentscheiden statt", heißt es weiter.

Deshalb, so der Tenor, habe man etwaige Bedenken über zu wenige Zuschauerplätze der Schwimmoper in Wuppertal auch nicht vor dem Bürgerentscheid kommuniziert. Diese "Überarbeitung und Nachschärfung" des Konzepts sei bei Olympia-Bewerbungen ein "üblicher Vorgang".

Wichtig war der Staatskanzlei, ein "ganzheitlich tragfähiges, nachhaltiges und sportfachlich belastbares Konzept zu entwickeln". Und das sagt: Wasserball in Duisburg statt in Wuppertal.

Es bleibt die Frage, ob die Zustimmung zu einer Olympia-Bewerbung bei den Wuppertalern auch dann so hoch gewesen wäre, hätten sie alle Fakten vorher gekannt.

Olympia in Wuppertal: Zweifel an Schwimmoper lange bekannt

WDR 15.06.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 14.06.2028

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Unsere Quellen:

Sendung: WDR.de, Olympia in Wuppertal: Zweifel an Schwimmoper lange bekannt, 15.06.2026, 5:01 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 15.06.2026, 19:30 Uhr

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