Mobiler Ärztebus "CAYA" rollt jetzt in Bergisch Gladbach

WDR 01:50 Min. Verfügbar bis 27.05.2028

Rollende Praxis So hilft der CAYA-Bus in Bergisch Gladbach Obdachlosen

Stand:

Egal, ob schmutzig, drogenabhängig oder nicht versichert: In der mobilen Arztpraxis "CAYA" versorgen Ärzte ehrenamtlich Jeden.

Von Lena Wensch

Es ist der erste Einsatz für das CAYA-Mobil in Bergisch Gladbach. Um obdachlose und bedürftige Menschen medizinisch versorgen zu können, postiert sich der Bus direkt neben der katholischen Kirche St. Laurentius. Hier gibt es auch eine Suppenküche, entsprechend viele potenzielle Patientinnen und Patienten halten sich dort auf.

Hausarztpraxis auf vier Rädern

Der Bus ist ähnlich aufgebaut wie eine klassiche Hausarztpraxis. "Doch im Gegensatz zu normalen Arztpraxen können hier auch Menschen versorgt werden, die keine Krankenversicherung haben oder - wie es im Fachjargon heißt - nicht wartezimmerfähig sind", erklärt CAYA-Gründungsmitglied Michael Kubaschewski.

Das Angebot ist für die Betroffenen kostenlos. "Und das ist auch wichtig, denn die allermeisten obachlosen oder bedürftigen Personen gehen so gut wie nie ins Krankenhaus oder zu einem Arzt", erklärt Doktor Andreas Teipel. Er engagiert sich ehrenamtlich als Arzt im CAYA-Mobil.

"Die Lebenserwartung von obdachlosen Menschen liegt im Schnitt bei nur 47 Jahren." Dr. Andreas Teipel, Arzt

CAYA setzt auf Vertrauen und Respekt

"Die meisten Patientinnen und Patienten kommen zur Wundversorgung. Einige haben auch Läuse oder Flöhe", erzählt er weiter. Doch im CAYA-Mobil werden nicht nur akute Beschwerden behandelt. Auch chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Asthma oder Diabetes spielen im Praxisalltag eine große Rolle.

Arzt Andreas Teipel sitzt im CAYA-Mobil

Arzt Andreas Teipel arbeitet im CAYA-Mobil

Besonders wichtig sei bei der Arbeit vor allem Vertrauen. Durch regelmäßige Präsenz, Zeit für Gespräche und einen respektvollen Umgang mit den Patientinnen und Patienten. Genau dafür steht auch das Motto von CAYA: "Come as you are", also "Komme wie du bist" - und dabei spielt es eben keine Rolle, ob eine Person schmutzig, drogenabhängig oder nicht krankenversichert ist.

Viele wollen sich für das CAYA-Mobil engagieren

Finanziert wird das Projekt durch Spenden. Die fast 30 Ärztinnen und Ärzte arbeiten ehrenamtlich für CAYA. Die Bereitschaft war groß: "Wir hatten keine Probleme, ausreichend Ärztinnen und Ärzte für das CAYA-Mobil zu gewinnen. Wir hätten noch einmal 30 Ärztinnen und Ärzte in petto", sagt Kubaschewski stolz.

Und auch das Kölner Dreigestirn hat seinen Beitrag geleistet. Denn sie haben in der vergangnen Session Spenden gesammelt - so kamen rund 120.000 Euro zusammen.

Mobilität als entscheidener Vorteil

Der gemeinützige Verein ist in Köln schon länger aktiv und bietet in Köln-Mülheim in einem Container medizinische Versorgung für obdachlose und bedürftige Menschen an. "Doch das reicht einfach nicht aus", so Michael Kubaschewski von CAYA. "Die meisten Obdachlosen sind nicht mobil und bewegen sich nur in einem sehr begrenzten Umkreis. Denn viele tragen ja ihre gesamten Habseligkeiten mit sich - da ist es kaum möglich, weite Strecken zurückzulegen".

In Zukunft soll das Projekt weiter ausgebaut werden. Schon bald könnten mobile Arztpraxen auch in Gummersbach und Aachen Station machen, um obdachlose und bedürftige Menschen zu behandeln.

Neue mobile Arztpraxis für Obdachlose

WDR 27.05.2026 00:42 Min. Verfügbar bis 26.05.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Reporterin vor Ort
  • Interview mit Gründungsmitglied Michael Kubaschewski
  • Interview mit Dr. Andreas Teipel

Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 27.05.2026, 14.31 Uhr

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