ein Schiedsrichter pfeift zwei Fußballspieler ab

Konsequente Linie: Schiedsrichter Moussa Aadda

Nach Schiedsrichter-Attacke in Heiligenhaus Heimspiel auf Bewährung

Stand:

Ein Fußballspiel in der Kreisliga C in Heiligenhaus im März hatte für Schlagzeilen gesorgt: Ein Schiedsrichter, der vor aufgebrachten Spielern flüchten musste, Spielabbruch, Sportgericht. Gestern gab es für die Heiligenhauser das erste Heimspiel seit dem Skandal.

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Helge Rosenkranz

Die Sorgen stehen Bernd Rotthoff ins Gesicht geschrieben - vor dem Spiel gegen den TVD Velbert. Seit Wochen gibt es für den Klubchef des FC Rot Weiss nur ein Thema: Wie kann sein Verein die Attacke auf den Schiedsrichter Ende März wieder gut machen? "Sowas rennt mir immer über die Bettdecke. Ich bin morgens aufgewacht, das Problem war im Kopf, und ich hab mir gewünscht, dass ich das nur geträumt hätte, geht aber nicht." Hoffentlich bleibe beim ersten Heimspiel seitdem alles friedlich, sagt er.

Videobilder zeigen schlimme Verfolgungsszenen

Noch immer ist nicht genau bekannt, was die Ursache für die schlimmen Szenen im März war. Fühlten sich die Spieler vom Unparteiischen provoziert? Jedenfalls zeigten Videobilder, wie der Schiedsrichter versucht, sich vor einer ganzen Spielertraube in Sicherheit zu bringen. Im Rückwärtslaufen stürzt er, dann brechen die Bilder ab.

Heimspiel auf Bewährung

03:16 Min. Verfügbar bis 07.05.2028

So abrupt endete auch das Kreisliga-Spiel. Was folgte, war ein Sportgerichtsverfahren, lange Sperren, Geldstrafen und ein Streik der Schiedsrichter. Die Heiligenhauser suspendierten zudem ihrerseits drei beteiligte Spieler.

Für das als Neuanfang gedachte Heimspiel gelten besondere Auflagen: Gleich drei "Schiris" statt nur einem sind dafür eingeteilt, außerdem hat der Verband Beobachter geschickt.

Ein Mann steht vor der Kamera

Bernd Rotthoff, Präsident des FC Rot Weiss Heiligenhaus

"Eins ist klar", sagt Bernd Rotthoff. "Sollte es heute wieder so einen Vorfall geben, dann ist diese Mannschaft Geschichte, dann melde ich die ab." Doch genau das Gegenteil passiert: Im Spiel gegen die dritte Mannschaft des TVD Velbert geht es am Abend sehr fair zu. Eine sehr freundliche Begrüßung vor der Partie, kaum Fouls.

Diesmal nicht viel Arbeit für die Schiedsrichter

Schiedsrichter Moussa Aadda und sein Team haben nicht viel zu tun. Das Spiel verläuft in weiten Teilen fair, trotz mehrerer gelber und sogar einer gelb-roten Karte. Vielleicht auch ein Zeichen, dass es Aadda ernst meint mit seiner konsequenten Linie. Die wenigen Beschwerden nach seinen Entscheidungen weist er knapp, aber bestimmt zurück.

Fußballspieler auf dem Feld

Gruppenbild mit Schiris nach Spielende - diesmal keine Angriffe

Später wird Moussa Aadda sagen: "Ich denke, dass die Heimmannschaft daraus gelernt hat und viel über Fairness gekommen ist. Die waren ganz zurückhaltend. Kein Theater gehabt, das Spiel ging friedlich zuende, und jetzt gehen alle friedlich nach Hause. In dem Spiel habe ich gemerkt, die Spieler haben jede Entscheidung angenommen, das war richtig gut."

Neuanfang geglückt, Aufstieg noch möglich

Die Partie endet ebenso ausgeglichen: 2:2 ist der Endstand. Für den Chef der Rot-weißen, Bernd Rotthoff, lautet das Fazit: Sportlich hätte mehr drin sein können. Immerhin geht es in den letzten Spielen der Saison in der Kreisliga C auch noch um den Aufstieg. Aber dieser Abend war schon eine Art Neuanfang.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen des Reporters vor Ort
  • Fußballkreis Wuppertal/Niederberg

SendungWDR.de, Nach Schiedsrichter-Attacke in Heiligenhaus: Heimspiel auf Bewährung 07.05.2026, 16:55 Uhr

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