Gemeinsam verreisen Marlies Papke und Bettina Behrens und schaffen neue Erinnerungen
Wie eine Freundschaft zwischen zwei Frauen das Leben wieder bunt macht
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Mit 17 Jahren lernen sich Marlies Papke und Bettina Behrens auf einer Studienreise nach Frankreich kennen. 33 Jahre später treffen sie sich zufällig wieder. Marlies Papke ist damals ziemlich am Boden, doch Bettina Behrens macht ihr "Leben wieder bunt".
Eine Reise durch Frankreich
Sommer 1968: Eine bunte Reisegruppe aus Schülern und Auszubildenden steigt aufgeregt und voller Vorfreude in den Bus. Mit dabei sind Marlies Papke und Bettina Behrens, beide 17 Jahre alt. Ihr Ziel: Châtellerault, die französische Partnerstadt von Velbert. Von dort geht es weiter, unter anderem in die Ardennen und zu den Schlössern an der Loire. Zum Abschluss der knapp dreiwöchigen Reise wartet Paris!
Marlies Papke und Bettina Behrens schwelgen gerne in den Erinnerungen an ihre Studienreise
Velbert 2025: Papke und Behrens sind mittlerweile in ihren Siebzigern und denken noch gerne an die Reise zurück. Während sie in ihren alten Alben blättern, sprudeln die Erinnerungen, ihre Augen leuchten.
Vor allem die französische Hauptstadt hatte es den beiden angetan - die Fotos im Album zeigen den Eiffelturm in allen Varianten. "Hier aus der kleinen Stadt mal rauszukommen, und mal die Welt kennenzulernen, das war schon etwas ganz Besonderes", erzählt Behrens.
Die Großstadt Paris hat Marlies Papke nachhaltig beeindruckt
00:32 Min.. Verfügbar bis 01.05.2027.
Für Papke hielt diese Reise noch eine Überraschung parat: In Châtellerault lernte sie den Franzosen Olivier in einem Straßencafé kennen. "Wir haben uns gesehen und uns sofort ineinander verliebt", erzählt die heute 73-Jährige mit verträumten Blick. Sie zog zu ihm nach Frankreich und studierte dort. Doch geheiratet hat sie schließlich einen anderen Mann. Mit ihm und ihren zwei Kindern lebte sie lange Zeit in Hannover.
Behrens dagegen blieb in Velbert. Sie beendete ihre Lehre als Industriekauffrau, lernte irgendwann ihren heutigen Ehemann kennen und bekam ebenfalls zwei Kinder. Auf dem Weg zum Erwachsenenwerden haben sich die Frauen aus den Augen verloren, bis sich die Wege der beiden 33 Jahre nach dem lebensverändernden Frankreichtrip wieder kreuzen.
Neuanfang im Kinderzimmer
2001 zieht Marlies Papke zurück in ihre Heimatstadt Velbert. Ihr geht es überhaupt nicht gut, sie ist gerade frisch getrennt von ihrem Mann, nach 25 Jahren Ehe. Vorübergehend wohnt sie wieder bei ihren Eltern. "In meinem alten Kinderzimmer", erzählt sie, "ich musste ja bei null wieder anfangen". Da trifft sie eines Tages völlig überraschend Bettina Behrens in der Velberter Innenstadt beim Einkaufen. "Plötzlich stand jemand vor mir und sagte: Dich kenne ich", erinnert sich Papke, "wir waren zusammen in Châtellerault". "An ihren Augen hab ich sie wiedererkannt", erzählt Behrens, "die haben eine besondere Ausstrahlung." Bei Marlies Papke dauert es einen kurzen Moment, bis der Groschen fällt, doch dann kommen die beiden ins Gespräch, tauschen Telefonnummern aus und verabreden sich zunächst zum Spazierengehen und Kaffeetrinken.
Marlies Papke knüpft Kontakte durch die Freundschaft mit Bettina Behrens
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"Und als wir uns getroffen haben, hat sie mir natürlich auch ihre Lebensgeschichte erzählt, und das ging mir sehr nahe", erzählt Bettina Behrens. Sie spürt, dass Marlies Papke Anschluss braucht und nimmt sie unter ihre Fittiche. Sie schleppt sie mit in ihren Turnverein, stellt sie ihren Freunden vor und geht mit ihr ins Theater. Dafür ist Papke ihr bis heute dankbar.
Gemeinsam statt einsam
Einsamkeit ist in Deutschland ein großes Problem: Jeder Dritte zwischen 18 und 53 Jahren fühlt sich zumindest teilweise einsam. Das haben Analysen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) ergeben. Seit der Corona-Pandemie sind die Zahlen stark gestiegen. Die Folgen einer chronischen Einsamkeit sind vielfältig. Betroffene leiden häufiger an Schlafproblemen, haben ein höheres Risiko für koronare Herzkrankheiten oder Schlaganfälle und eine reduzierte Immunabwehr. Außerdem sind Einsame suchtanfälliger und haben ein höheres Risiko, sich zu isolieren und sich möglicherweise politisch oder religiös zu radikalisieren.
Um sich selbst aus der Einsamkeit zu retten, rät die AOK Gesundheitskasse unter anderem, sich einem Verein anzuschließen, regelmäßig mit Familie und Freunden zu (Video-)telefonieren oder auch auf Social Media nach Gruppen zu suchen, über die sich neue Kontakte knüpfen lassen.
Durch Bettina wurde mein Leben wieder ganz bunt und neu. Marlies Papke
Die Freundschaft der beiden Frauen wird immer intensiver. Sie haben viel Spaß zusammen, können aber auch offen miteinander reden. "Bei Marlies kann ich so sein, wie ich bin. Ich muss mich nicht verstellen, ich kann ich sein", erzählt Behrens emotional, "sie akzeptiert mich mit meinen Stärken und Schwächen."
Bettina Behrens kann ganz sie selbst sein mit Marlies Papke
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Natürlich hat es auch schon einmal Unstimmigkeiten zwischen ihnen beiden gegeben, gibt Papke offen zu, aber "da ist einfach diese Verlässlichkeit, diese Sicherheit, dass die andere da ist, wenn man sie braucht." Seit 24 Jahren gehen sie jetzt schon gemeinsam durch dick und dünn.
Neue Abenteuer und gemeinsame Reisen
Eine Leidenschaft, die beide verbindet, ist das Reisen. Zusammen ging es schon quer durch Deutschland, zu den Nachbarn in die Niederlande und sogar bis nach Dubai. Und das funktioniert deshalb so gut zusammen, "weil wir auch die Fähigkeit haben, unsere Wünsche zu formulieren", erzählt Papke. "Das heißt, wenn die eine gerne laufen möchte und die andere möchte sich lieber ausruhen, dann ist das kein Thema." Bald steht wieder ein gemeinsamer Trip nach Dresden an. Nach Châtellerault, den Ort ihres Kennenlernens, zieht es die beiden nicht mehr. "Das Kapitel ist für mich abgeschlossen", sagt Papke, und Behrens nickt zustimmend.
Über dieses Thema haben wir auch am 25.04.2025 im WDR-Fernsehen berichtet: Lokalzeit Bergisches Land, 19.30 Uhr.