Simone und Daniel lieben sich ihr halbes Leben lang
"Wenn ein dicker Fels im Weg liegt, muss man den zerschlagen und weitergehen"
Stand:
Was passiert, wenn man ein Paar auf zwei Stühle setzt und mit ihnen eine Stunde über ihre Beziehung redet? Wir haben Daniel und Simone aus Herzogenrath nach ihrem Kennenlernen gefragt, nach den Highlights aus 21 Jahren Liebe - und nach ihrer größten Herausforderung: Simones Post-Covid-Erkrankung.
"Wenn ich unterwegs bin und denke an zuhause, an sie … dann kribbelt das immer noch. Das ist unbeschreiblich schön", sagt Daniel. Der Event-Techniker ist 41, seine Frau Simone 39. Für die Serie "Herzenssache" sprechen die beiden mit uns über ihre Liebe.
Kennenlernen: Es hat BÄM gemacht
Lokalzeit: Wie habt ihr euch kennengelernt?
Simone: Er stand da und ich habe gedacht: BÄM! Das ist der Mann, mit dem ich zusammen sein möchte. Das war 2004 in der Disko "Berks Dancing" in Würselen. Daniel hat dort als Light-Jockey gearbeitet und ich war als Gast da. Ich habe dann auffällig getanzt und versucht, seine Blicke auf mich zu ziehen. Aber er hatte leider nur Augen für seine Scheinwerfer. (lacht)
Daniel: Wenn man in seine Arbeit vertieft ist und die gewissenhaft macht, dann hat man halt Scheuklappen.
Simone: Und dann habe ich gedacht: Jetzt nimmst du mal deinen ganzen Mut zusammen und guckst, ob du seine Kontaktdaten kriegst - und dann habe ich den DJ tatsächlich danach gefragt.
Daniel: Ich war nie derjenige, der viel Beachtung des anderen Geschlechts bekommen hat. Anscheinend war ich nicht interessant genug. Deshalb hat es mir sehr imponiert, dass sich jemand für mich interessierte.
Simone: Ich kann das nicht genau erklären. Es war einfach seine Ausstrahlung, die mich fasziniert hat.
Daniel: Als wir uns dann zwei, drei Mal getroffen haben, hatten wir genug Ruhe und Zeit zu sprechen, und dann hat es auch bei mir gefunkt. Seitdem sind wir zusammen - und auch nicht mehr getrennt.
Alltag und Highlights: Ein starkes Team
Lokalzeit: Wie sieht euer Alltag aus? Was schätzt ihr aneinander?
Daniel: Wir sind über 20 Jahre zusammen. Das ist die Hälfte meines Lebens. Und darauf sind wir auch stolz, dass wir uns immer wieder zusammenraufen und alle Hürden meistern.
Simone: Wir lassen uns von kleinen Streitereien nicht unterkriegen. Wir reden über alles - das ist ganz wichtig.
Daniel: Das ist so ein Vibe. Man hat auch nie das Bedürfnis gehabt, links und rechts zu gucken. Ich kann auch stundenlang nur neben ihr sitzen. Dann reden wir gar nicht und halten nur Händchen.
Ihre beiden Töchter machen die Liebe von Simone und Daniel perfekt
Simone: Unsere Highlights - das sind Daniels Antrag, der war total aufwändig - im Stil von "Nur die Liebe zählt" mit Kameras und Pyrotechnik, die Hochzeit ähnlich, dann der Hausbau und vor allem natürlich unsere beiden Töchter. Die sind jetzt 12 und 13 Jahre alt.
Daniel: Ja, unsere beiden Kinder geben uns viel Kraft. Die gehören mit zur ganzen Liebe.
Die schwerste Prüfung: Simones Post-Covid-Erkrankung
Lokalzeit: Was war bisher die größte Herausforderung für eure Beziehung?
Simone: Ich habe Post-Covid. Der Alltag ist dadurch natürlich beeinträchtigt. Das wirkt sich so aus, dass ich mich viel hinlegen muss, dass ich sehr k.o. bin, jeden Tag mit starken Kopfschmerzen zu tun habe.
- Auch das Ehepaar Egbert und Hildegard Thamms kämpft zusammen. Hier liest du ihre bewegende Geschichte über Demenz und die Liebe.
Daniel: Im Bekanntenkreis ist das Verständnis nicht so da … Du siehst ja nicht krank aus. Dann fehlt es an Verständnis, dass man sich einfach nicht bereit fühlt für ein Treffen oder mal eben für einen langen Spaziergang oder was auch immer - das funktioniert halt nicht. Ich versuche auch jeden neuen Therapieansatz, den es gibt, zu verfolgen, und eine Besserung fast schon zu erzwingen.
Simone: Er ist nicht nur Ehemann und bester Freund, sondern auch mein Therapeut. Weil er das Verständnis dafür hat.
Die Zukunft: Zusammenhalt und Zuversicht
Lokalzeit: Mit welchem Motto geht ihr in die Zukunft?
Daniel: Wenn ein dicker Fels im Weg liegt, dann muss man den halt zerschlagen, die Trümmer wegräumen und weitergehen.
Simone: Wir haben uns geschworen: In guten wie in schlechten Zeiten. Jetzt haben wir gerade schlechte Zeiten, aber die werden auch irgendwann wieder gut.
Über dieses Thema berichten wir voraussichtlich am 24.10.2025 auch im WDR-Fernsehen: Lokalzeit aus Aachen, 19.30 Uhr.