Holocaust-Überlebender erinnert an Schicksal

"Dann wäre ich heute tot" Holocaust-Überlebender erinnert an Schicksal

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Am Kreisgymnasium Heinsberg ist Jack Aldewereld zu Gast. Er hat die Shoa überlebt und erzählt aus seiner Erinnerung.

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Thomas Wenkert

Der heute 83-Jährige wurde 1943 in Amsterdam geboren. Als er zwei Monate alt war, wurden sein Vater und seine beiden Brüder von Amsterdam aus über Westerborg nach Sobibor (Polen) deportiert und ermordert.

"Meine Brüder spielten draußen Fußball als die Nazis mit ihrem Transporter kamen", erzählt der 83-Jährige. Kurz danach wird seine Mutter nach Auschwitz deportiert.

Rettung für Aldewereld

Nachbarn, die Widerstand gegen die Nationalsozialisten leisten, retten den kleinen Jack und auch seine ältere Schwester Fanny. Er und Fanny kommen mit 250 anderen Kindern nach Brunssum im deutsch-niederländischen Grenzraum unter. Er wächst auf, ohne zu wissen, was ein Jude ist.

Holocaust-Projekt am Kreisgymnasium Heinsberg

Aufnahmen zeigen, wie es an den Stolpersteinen früher aussah.

Die Schüler nennt Jack Aldewereld heute "Freunde". Sein Vortrag ist eine Zeitreise in seine Familiengeschichte. Im Gegensatz zu seiner sieben Jahre älteren Schwester, will Jack als Erwachsener die Wahrheit über seine Familie erfahren und beginnt zu forschen.

Jüdische Identität kennengelernt

In dieser Zeit lernt Jack Aldewereld seine jüdische Identität kennen. "Hätten meine Eltern mich damals nicht abgegeben, ich wäre heute tot". Die Schüler hören aufmerksam zu. Und der Shoa-Überlebende mahnt: "Auch heute schimpfen wieder viele Menschen auf andere Nationen. So fängt es an."

Jack Aldewereld wird klar: Schweigen ist keine Option. Er will die junge Generation aufklären. Die junge Generation dürfe nicht vergessen. Und er entlarvt mit seinen klaren Worten das zynische Handeln der Nationalsozialisten.

"Auch heute schimpfen wieder viele Menschen auf andere Nationen. So fängt es an." Jack Aldewereld, Shoa-Überlebender

"Menschen, die in Konzentrationslagern zu einer Nummer wurden, bekommen ihren Namen zurück", sagt der Heimatforscher Jakob Gerhards. Er führt die Schüler zu den Stolpersteinen.

Ein Mann in brauner Jacke steht auf einer Straße einer Gruppe Mädchen und Jungen zugewandt.

Heimatforscher Jakob Gerhards führt eine Klasse durch die Vergangenheit.

1933 haben noch rund 100 Bürger mit jüdischem Glauben in Heinsberg gelebt, heute lebt hier nur noch ein Mann, der jüdisch ist. Und nur noch wenig erinnert an das jüdische Leben in Heinsberg. Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof gibt es kaum noch, an die Synagoge erinnert nur noch eine Gedenktafel.

Jack Aldewereld erinnert an sein Schicksal unter den Nazis

WDR 16.06.2026 00:35 Min. Verfügbar bis 15.06.2028 WDR Online

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Quellen:

  • Gespräch mit Jack Aldewereld
  • Gespräch mit Heimatforscher Jakob Gerhards

Sendung: WDR 2 Aachen, Lokalzeit, 16.06.2026, 14.31 Uhr

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