Ein Spaziergänger hat auf seiner täglichen Hunderunde durch den Wald Teile der verschwundenen Bronzefigur gefunden. Die 120 Kilo schwere Skulptur war vor knapp zwei Wochen vom Dorfbrunnen verschwunden. Das hatte großes Entsetzen im Dorf ausgelöst.
Jetzt sind Teile der Skulptur wieder in einem anliegenden Waldstück aufgetaucht. Ein Spaziergänger hat den Korpus und weitere Teile aus Bronze gefunden. Das Wahrzeichen des Dorfes - die 120 Kilogramm schwere Bronzeskulptur "Kind mit Katze" - war am Sonntag plötzlich verschwunden. Sie stand seit 1986 am Dorfbrunnen. Mutmaßlich haben Metalldiebe die Skulptur mitgenommen.
Figur wurde zersägt
Die Polizei Heinsberg hat die Teile sichergestellt. Jetzt laufen die Ermittlungen. Da die Bronzefigur zersägt worden ist, geht die Behörde von Metalldiebstahl aus. Vielleicht habe man auch die Teile in den Wald gebracht, um die schwere Figur stückchenweise abzutransportieren, sagt die Polizei.
Schon der Diebstahl war stückweise erfolgt sein, erzählt Dorfbewohner Karl Mones. Er ist Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Granterath. Zuerst waren die Buchstaben und Zahlen des Gedenksteins am Brunnen weg. Stunden später fehlte dann die komplette Brunnenskulptur.
Skulptur wurde vor 40 Jahren aufgestellt
Mit dem Fund sind sie jetzt natürlich nicht ganz glücklich: Zwar habe man Teile wieder, aber jetzt sei klar, man habe ihr Wahrzeichen "einfach ermordet", sagt Mones am Mittwoch fassungslos. Vor genau 40 Jahren war er dabei, als die Skulptur "Kind mit Katze" aufgestellt worden ist.
Wie geht es weiter?
Wie es jetzt weitergeht, weiß noch keiner. Die Erkelenzer Bildhauerin ist inzwischen verstorben. Jetzt müsse man sehen, bei wem die Rechte liegen, ob man die für die Menschen bedeutsame Figur überhaupt reparieren darf, sagt Mones. Er nennt den Brunnen "das Herz von Granterath": "Ich weiß nicht, von wo ich überall angeschrieben werde. Menschen, die den Brunnen als Kinder kannten oder als Kleinkinder."
Das Herz von Granterath: Wer stiehlt so etwas?
Ein 14-jähriges Mädchen aus Syrien, die in der Nähe des Brunnens vorübergehend gelebt hatte, hat Karl Mones eine Sprachnachricht geschickt: "Wie kann man denn so etwas stehlen?" Es war eben der Ortsmittelpunkt, erinnert sich Karl Mones.
Unsere Quellen:
- Karl Mones, Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Granterath
- Polizei Heinsberg