Rheinmetall: Alles von Artillerie bis Panzer – Rekord durch Rüstungsboom
Aktuelle Stunde . 11.03.2026. 34:34 Min.. UT. Verfügbar bis 11.03.2028. WDR. Von Julius Hilfenhaus.
Rekordjahr für Rheinmetall: Warum Rüstung aus NRW so gefragt ist
Stand:
Rheinmetall hat seine Geschäftszahlen für 2025 vorgestellt. Die Nachfrage beim Düsseldorfer Rüstungskonzern steigt.
Von
Andreas Palik
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Zu den Kommentaren [2]Das Unternehmen hat 2025 einen Umsatz von 9,94 Milliarden Euro erwirtschaftet – fast doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. Die angespannte Lage in der Welt, ausgelöst durch Krisen und Kriege wie zum Beispiel in der Ukraine und dem Iran, führen dazu, dass die Staaten mehr Geld für Verteidigung und Militär ausgegeben - vor allem bei deutschen Rüstungsunternehmen.
Das zeigt auch eine neue Auswertung des Stockholm International Peace Research Institute. Deutschland liegt im weltweiten Vergleich auf Platz 4 der Rüstungsexporte. Rheinmetall hat dazu einen Beitrag geleistet.
"Wir haben operativ ein neues Rekordergebnis erzielt und werden die Profitabilität des Konzerns weiter steigern", heißt es vom Vorstandsvorsitzenden der Rheinmetall AG Armin Papperger. Der Rüstungskonzern ist auf Expansionskurs – das sehe man nicht nur an dem Umsatzzahlen.
Denn der Gewinn liegt mit 835 Millionen Euro zwar nur drei Prozent höher als im Vorjahr. Allerdings liege das daran, dass Rheinmetall viel in den Ausbau seiner Standorte investiert habe. 2025 gab es 179 Standorte weltweit mit mehr als 32.000 Vollzeitstellen. Vor fünf Jahren waren es noch rund 23.000 Stellen und 129 Standorte.
Rheinmetall baut Produktion weiter aus
Kriege werden nicht mehr nur mit Panzern und Waffen geführt. Die Nachfrage nach hochmodernen Technologien ist da. Deshalb bietet Rheinmetall immer neue Waffensysteme und Verteidigungsanlagen an. Rheinmetall diversifiziert die Produktpalette und baut weitere Standorte aus, zum Beispiel in Neuss.
In diesem Werk wird Rheinmetall bald die Produktion umstellen.
Dort sollen noch in diesem Jahr Aufklärungssatelliten gebaut werden, die mit Radartechnik auch bei bewölktem Wetter klare Aufnahmen machen können – ein Auftrag von der Bundeswehr, schätzungsweise drei Milliarden Euro Wert. In Zukunft soll die Produktion in Neuss zum Großteil von ziviler auf militärische Produktion umgestellt und weitere Waffensysteme gebaut werden, wie zum Beispiel sogenannte Kamikaze-Drohnen.
Nicht in der selben Liga wie US-Unternehmen
Das Unternehmen aus Düsseldorf spielt eine immer wichtigere Rolle und gehört zu Deutschlands wichtigstens Rüstungsunternehmen. An der Spitze stehe Rheinmetall aber noch nicht, erklärt Lorenzo Scarazzato vom Stockholm International Peace Research Institute, der im Bereich Rüstungsindustrie forscht: "Rheinmetall ist über die Jahre hinweg stetig gestiegen. Wir sehen, dass es nicht in derselben Liga spielt wie einige US-Unternehmen, etwa die großen Hersteller. Aber zumindest in Europa bleibt es einer der großen Rüstungs- bzw. Waffenproduzenten."
Lorenzo Scarazzato vom Stockholm International Peace Research Institute
Lorenzo Scarazzato sieht aber auch, dass der Trend zum Aufrüsten weiter anhält, was auch der Rüstungsindustrie in die Karten spielt: "Wenn wir uns in der Welt umschauen, scheint es, als verschiebe sich der Fokus stärker hin zu harter Sicherheit und militärischer Sicherheit. Also: mehr Waffen kaufen. Ich lasse mich da gern eines Besseren belehren – ich würde mir sogar wünschen, dass ich falsch liege", sagt er. Und davon werde in den nächsten Jahren auch Rheinmetall weiter profitieren.
Unsere Quellen:
- Rheinmetall AG
- Interview mit Lorenzo Scarazzato vom SIPRI
Sendehinweis: WDR.de, "Rekordjahr für Rheinmetall: Warum Rüstungen aus NRW so gefragt sind", 11.03.2026, 8.30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 11.03.2026, 18:45 Uhr
2 Kommentare
Kommentar 2: Anonym schreibt am 11.03.2026, 23:02 Uhr :
Die Grafik scheint falsch. 2024 lag der Umsatz nach hartpunkt.de bei 7,75 Mrd., nicht 9,75. Macht auch mehr Sinn.
Kommentar 1: Köhler schreibt am 11.03.2026, 16:58 Uhr :
Und? Soll man auf dieses "Rekordjahr" für die Kriegswirtschaft jetzt etwa auch noch stolz sein?