Neustart nach der Insolvenz: Metallbauer aus Hörstel fängt neu an
02:37 Min.. Verfügbar bis 28.01.2028. Von Frank Mühlenbrock.
Neustart nach der Insolvenz: Metallbauer aus Hörstel fängt neu an
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Steigende Energiekosten, steigende Personalkosten, dazu: weniger Aufträge - am Ende zuviel für das Metallbauunternehmen Laumann in Hörstel. Ende 2024 meldete die Firma Insolvenz in Eigenverantwortung an. Jetzt startet das Unternehmen neu: Schlanker als vorher und mit neuem Konzept.
"Die Zahl meiner schlaflosen Nächte in den vergangenen zwei Jahren zähle ich schon gar nicht mehr!", sagt Ralf Ossege augenzwinkernd. Er und sein Kollege Kevin Stockel übernahmen kurz nach der Insolvenz das Kommando. Sie begannen gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter, die Firma neu aufzustellen.
Die erste, schmerzhafte Aufgabe: Kündigungen. Von den 100 Mitarbeitenden musste die Hälfte gehen. Die, die blieben, waren weiter Feuer und Flamme für das Metallbauunternehmen und sind jeden Schritt durch das Insolvenzverfahren mitgegangen.
Wieder Freude nach schlaflosen Nächten
Zum Neustart arbeiten rund 50 Menschen bei der Metallbaufirma in Hörstel
Inzwischen strahlen Kevin Stockel und Ralf Ossege wieder. Nach dem schwärzesten Kapitel der Unternehmensgeschichte - der Insolvenz - geht die Firma Laumann aus Hörstel im Kreis Steinfurt am 1. Februar 2026 wieder an den Start.
"Eine Insolvenz durchzustehen und dann wieder neu zu starten ist wie, als wenn man ein Fußballspiel gewinnt!" Andre Kremer, Insolvenzverwalter aus Münster
Transparenz und Kommunikation als Rezept
"Wir haben die Belegschaft immer auf dem Laufenden gehalten, auch wenn es mal nicht so gut aussah", erklärt Ossege. Damit habe man Vertrauen geschaffen. Genauso habe man bei den Kunden agiert. Das habe dafür gesorgt, dass vor allem Landmaschinenhersteller weiterhin die Metallteile und Bleche bei Laumann bestellt hätten.
"Das hat uns die Arbeit sehr erleichtert", sagt auch Insolvenzverwalter Andre Kremer aus Münster. Er hat das Unternehmen durch die Insolvenz begleitet. Zusätzlich stiegen Investoren beim Metallbauer aus Hörstel ein.
Gewerkschaft befürchtet Insolvenzwelle im Münsterland
Die Metallbaufirma produziert vor allem Teile für Landmaschinen
So viel Glück und Erfolg hat aber nicht jedes Unternehmen, das pleite geht. In den vergangenen Jahren immer mehr. Deshalb befürchtet der DGB Region Münsterland eine regelrechte Insolvenzwelle in der Region wegen der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Deutschland.
Mehr als 500 Insolvenzen im vergangenen Jahr
Die Zahlen des statistischen Landesamts geben der Gewerkschaft recht. Demnach gab es im vergangenen Jahr zwischen Januar und Ende Oktober rund 500 Firmenpleiten im Münsterland, 70 mehr als in 2024. Die meisten Insolvenzen meldeten Firmen im Kreis Steinfurt und im Kreis Warendorf an, die wenigsten im Kreis Coesfeld.
Bei Laumann in Hörstel ist die Insolvenz überwunden. Das Unternehmen geht mit alten Produkten aber neuen Strukturen an den Start. Und die neue Geschäftsleitung blickt mit Zuversicht in die Zukunft, denn die Auftragsbücher sind schon vor dem offiziellen Neustart gut gefüllt.
Unsere Quellen:
- Gespräche mit Kevin Stockel und Ralf Ossege, Geschäftsführung Firma Laumann
- Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Region Münsterland
- Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW)
- Reporter-Eindrücke vor Ort im Unternehmen
Sendung: WDR.de; Neustart nach der Insolvenz: Metallbauer aus Hörstel fängt neu an, 28.01.2026 06:01 Uhr