Markus Ramers, ein lächelnder Herr im blauen Anzug mit weißem Hemd, winkt seinen Anhängern zu.

Wie SPD-Landrat Ramers im konservativen Euskirchen triumphieren konnte

Stand:

Seit dem Zweiten Weltkrieg kam der Landrat im Kreis Euskirchen zumeist von der CDU oder war mit ihr assoziiert – jetzt hat die Partei aber eine deutliche Niederlage kassiert.

Von Christian von Stülpnagel

"Ich denke, das war eine reine Personenwahl", sagt Erika Hahn in der Euskirchener Innenstadt am Morgen nach der Wiederwahl von Markus Ramers (SPD) zum Landrat des Kreises Euskirchen: "Er hat die Corona-Zeit mitgemacht, der hat die Flut erlebt. Und da hat er sich ja wirklich bestens bewährt."

Markus Ramers hat bei der Landratswahl gut zwei Drittel der Stimmen bekommen. Dass in der CDU-Hochburg Kreis Euskirchen der Kandidat der SPD so deutlich gewinnt, das hat Erika Hahn nicht überrascht: "Er hat mich überzeugt, die ganze Zeit über. Von daher war ich mir sicher, dass er das schaffen würde."

Eine Frai mit beiger Jacke und roter Bluse steht in einer Fußgängerzone. Sie lächelt in die Kamera.

Für Erika Hahn war der SPD-Sieg vor allem eine Personenwahl.

Als Markus Ramers vor fünf Jahren zum ersten Mal zum Landrat im Kreis Euskirchen gewählt wurde, war das eine mittlere Sensation. Denn zuvor stellte seit Jahrzehnten die CDU den Landrat – oder es war zumindest ein Landrat, der mit der CDU ins Amt gekommen war. In diese Phalanx war Markus Ramers 2020 eingebrochen.

Ergebnis deutlicher als von vielen erwartet

68,1 Prozent der gültigen Stimmen hat er nun auf sich vereinigt – seine Gegenkandidatin Sabine Preiser-Marian von der Union hingegen 31,9 Prozent der Stimmen.

"Viele haben prognostiziert, dass es knapp wird. Es ist nicht knapp geworden, es ist deutlich. Ich liege in allen Städten und Gemeinden vorne. Das ist ein toller Vertrauensbeweis." Markus Ramers, SPD, wiedergewählter Landrat im Kreis Euskirchen

Bei Preiser-Marian war die Enttäuschung am Wahlabend groß: "Mit einer so deutlichen Niederlage habe ich nicht gerechnet, ich dachte, dass es knapper wird. Warum es so deutlich war, verstehe ich nicht."

Preiser-Marian punktet auch in Heimatstadt nicht

Ein ramponiertes Wahlplakat hängt an einer Laterne. Darauf zu sehen ist eine mittelalte Frai mit blonden Haaren.

Sabine Preiser-Marian hat die Wahl deutlich verloren.

Ein Passant in der Euskirchener Innenstadt kann das hingegen gut verstehen. Seinen Namen will er nicht veröffentlicht sehen – er ist aber überzeugt, dass es vor allem eine Wahl gegen Sabine Preiser-Marian gewesen ist: "Nicht einmal in ihrem eigenen Wohnort hat sie ja gewonnen, da war sie sogar schlechter als im gesamten Kreis."

Dass eine Landratswahl eben eine Personen- und keine Parteienwahl ist, zeigt sich an den weiteren Wahlergebnissen im Kreis Euskirchen: Im Kreistag bleibt die CDU stärkste Kraft und auch in vielen Kommunen im Kreis liegt die Union vorn.

"Er hat einen guten Job gemacht"

Ein Mann steht in der Fußgängerzone und lächelt in die Kamera. er trägt einen olivgrünen PUlli und eine schwarze Brille.

Christoph Dobiosch meint, Ramers habe einen guten Job gemacht.

Christoph Dobiosch, Passant in der Euskirchener Innenstadt, glaubt nicht, dass diese Machtteilung ein Problem wird: "Natürlich, die CDU stellt hier auch den Bürgermeister. Aber die arbeiten bisher ja auch gut zusammen und die Leute sind zufrieden."

Und eben auch zufrieden mit der Arbeit von Markus Ramers: "Es hat sich viel getan hier bei uns nach der Flut. Er hat einen guten Job gemacht hier in der letzten Zeit."

Unsere Quellen:

  • Markus Ramers (SPD)
  • Sabine Preiser-Marian (CDU)
  • Passanten in Euskirchen

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