Lippstadt: Bürgermeisterkandidat nutzte Fake-Profil im Wahlkampf
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Im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt hat der Lippstädter Alexander Tschense ein Fake-Profil in sozialen Medien genutzt. Unter dem Namen "Frank Hintermwald" wollte er Diskussionen im Netz in eine andere Richtung lenken.
Von Franziska Reinl
"Die Entscheidung war falsch, aber jetzt möchte ich ehrlich sein". Der parteilose Bürgermeisterkandidat Alexander Tschense aus Lippstadt hat jetzt zugegeben im Wahlkampf ein Fake-Profil genutzt zu haben. Er habe das Gefühl gehabt, die Diskussionen im Netz seien sehr einseitig gewesen. Unter dem Pseudonym "Frank Hintermwald" habe er eine Gegenperspektive schaffen wollen.
Tschense mischte mit Fake-Profil Online-Debatten mit
Zum Beispiel hatte Tschense sich mit seinem Fake-Profil in eine Debatte bei Facebook eingemischt. Hier wurde in der Kommentarspalte über die Herkunft der Bürgermeisterkandidaten diskutiert. Dabei gab es auch negative Stimmen gegenüber Tschense, denen "Frank Hintermwald" etwas entgegenstellen wollte.
Insgesamt habe der Lippstädter weniger als 20 Kommentare mit dem Fake-Profil verfasst, wie er selbst berichtet. Das sei falsch gewesen und deswegen wolle er jetzt die Wahrheit sagen.
"Ich habe mich gefragt: Was würde ich meinen Kindern sagen?" Alexander Tschense, parteilos, Bürgermeisterkandidat Lippstadt
Bürgermeisterkandidat will zu Fehler stehen
Im Wahlkampf habe der parteilose Bürgermeisterkandidat viel Druck erlebt. "Ich war vom ersten Tag an unter besonderer Beobachtung". Aus dieser Situation heraus, sei das Fake-Profil entstanden. Auch mit Blick auf die Stichwahl am kommenden Sonntag, habe Tschense sich aber nun dazu entschieden, mit dem Thema aufzuräumen. Das macht er unter anderem mit einer Video-Botschaft auf seiner Homepage.
Stichwahl in Lippstadt am Wochenende
"Meine Chancen sind dadurch sicher nicht größer geworden", so Alexander Tschense mit Blick auf die Stichwahl am Sonntag.
Er geht nochmal gegen den noch amtierenden Bürgermeister der Stadt Lippstadt, Arne Moritz von der CDU, ins Rennen. Bei der Kommunalwahl am 14. September hatte Moritz 37,2 Prozent der Stimmen geholt. Alexander Tschense hat es auf 31,8 Prozent geschafft.
Unsere Quellen
- Statement Alexander Tschense