Das Bild zeigt die Autobahn, auf der der Konvoi des Castor-Transports unterwegs ist. Man sieht den Lkw mit dem Behälter und viele Polizeiwagen. Daneben ist das Logo des Podcasts nah dran.

Castor-Transport - Warum der Atommüll wieder durchs Land rollt

Stand:

2.400 Polizistinnen und Polizisten, 170 Kilometer durch NRW, ein Castor-Behälter: Diese Woche wurde wieder mal Atommüll durchs Land transportiert, ins Zwischenlager nach Ahaus. Klingt wie eine Nachricht aus den späten 1990er-Jahren - aber das Thema wird wieder aktuell.

Dienstagabend, 24.03.2026, 22 Uhr: Ein Lkw verlässt das Gelände des ehemaligen Forschungsreaktors in Jülich. Es ist aber nicht irgendein Lkw - er wird begleitet von 2.400 Polizistinnen und Polizisten. Der Konvoi bewegt sich langsam vom Gelände. Das Ziel: das Atommüll-Zwischenlager in Ahaus. Transportiert wird nämlich Atommüll in einem Castor-Behälter.

Es kommen wieder Castor-Transporte

Castor-Transport, das klingt nach Ende der 1990er-Jahre, nach Aktivistinnen und Aktivisten, die sich an Gleisen festketten und nach "Atomkraft? Nein, danke!"-Stickern. Das Thema wird aber gerade wieder aktuell.

Castor, das steht für "Cask for Storage and Transport of Radioactive Material", oder auf Deutsch: Behälter zur Lagerung und zum Transport radioaktiven Materials. 152 dieser Castor-Behälter müssen insgesamt von Jülich nach Ahaus transportiert werden. Denn in Jülich fehlt eigentlich schon seit Jahren eine Genehmigung, den Atommüll weiter zu lagern. Am Dienstag ist das Ganze mit einem Behälter gestartet. Da kommt also noch eine Menge. Und es regt sich Protest.

Protest ja, aber weniger

Der fällt aber geringer aus als noch früher: In Jülich protestieren laut Polizeiangaben 27, in Ahaus rund 380 Menschen gegen den Transport. Die Umweltschutzorganisation BUND hatte noch versucht, den Transport mit einer Klage zu verhindern. Anfang März entschied aber das zuständige Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, dass die Castor-Transporte stattfinden dürfen.

Landesregierung will neues Lager in Jülich

Auch die Landesregierung ist kein Fan der Transporte: "Wenn es nach mir ginge, könnte ich auf die anstehenden Castor-Transporte gerne verzichten", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) im Vorfeld. Eigentlich wollte die schwarz-grüne Landesregierung ein neues Lager in Jülich bauen, allerdings liegt die Entscheidung dafür auf Bundesebene - und wird dort bisher nicht unterstützt.

Mehr radioaktiver Müll in Ahaus

Für die Menschen in Ahaus bedeutet das, dass noch mehr radioaktiver Müll in ihrer Nähe gelagert werden wird. In der Stadt kommt das ganz unterschiedlich an, sagt WDR-Reporterin Marie Roters, die den Castor-Transport beobachtet hat, und selbst aus Ahaus kommt.

"Ich kenne Leute, die in der Nähe des Zwischenlagers wohnen, die sind dem total neutral gegenübergestellt. Die sagen: Wenn was passiert, dann trifft es uns ja alle. Egal, ob wir in Münster wohnen, in Köln, oder eben in Ahaus." Marie Roters, WDR-Reporterin
Das Bild zeigt die WDR-Reporterin Marie Roters

WDR-Reporterin Marie Roters

Sie erzählt im Podcast "nah dran" Host Tobi Strauß, wie sie den Castor-Transport erlebt hat, wer eigentlich gerade noch dagegen protestiert, und wie es mit der Suche nach einem Endlager weitergehen könnte.

Ab jetzt jede zweite Woche ein Transport?

Für die Menschen in Ahaus ist das Kapitel Castor-Transport jedenfalls noch nicht vorbei: Bis August 2027 ist jetzt Zeit, die verbleibenden 151 Behälter von Jülich nach Ahaus zu transportieren. Rein rechnerisch bedeutet das: Ab jetzt müsste es jede zweite Woche einen Castor-Transport geben.

Castor-Transport - Warum der Atommüll wieder durchs Land rollt I nah dran

nah dran – die Geschichte hinter der Nachricht 27.03.2026 15:05 Min. Verfügbar bis 27.03.2031 WDR Online


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Der Podcast "nah dran"

Im Podcast "nah dran – die Geschichte hinter der Nachricht" erzählen unsere Reporterinnen und Reporter, was sie bei ihren Recherchen erlebt haben. Sie werfen einen Blick hinter die Nachrichten, hören Betroffenen zu und erleben selbst mit, wovon die meisten nur kurz in den wöchentlichen Schlagzeilen lesen. Näher ran als sie kommt keiner – egal ob im Ausland, in der Hauptstadt oder direkt vor unserer Tür in der Region.

Dieser Beitrag liefert Informationen zur Podcast-Folge "nah dran - die Geschichte hinter der Nachricht": "Castor-Transport - Warum der Atommüll wieder durchs Land rollt" vom 27.03.2026, 11:00 Uhr.

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