Erleichterung vs. Verzweiflung: Erste Touristen zurück, andere bangen weiter

Aktuelle Stunde 03.03.2026 27:44 Min. UT Verfügbar bis 03.03.2028 WDR Von Jens Eberl

Osterurlaub: Wie der Iran-Krieg manche Reisepläne durchkreuzt

Stand:

Strandurlaub in Zypern? Umsteigen in Dubai? Angesichts des Iran-Kriegs sorgen sich viele Menschen um den anstehenden Osterurlaub.

Vom Krieg im Iran, der sich auch auf viele andere Länder in der Region auswirkt, ist nicht nur der Nahe Osten betroffen. Auch bei uns spürt man die Folgen: In dreieinhalb Wochen beginnen die Osterferien - und viele Menschen blicken mit Sorge auf die aktuelle Lage. Entweder weil sie in der Region Urlaub machen wollten oder weil an einem der dortigen Drehkreuze ein Umstieg geplant war. So sieht die Lage aktuell aus.

Für diese Länder gelten derzeit Reisewarnungen

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Israel, Iran, Irak, Libanon, Syrien, Jordanien und in die Palästinensischen Gebiete. Auch vor Reisen in die Golfstaaten Saudi-Arabien, Jemen, Kuwait, Bahrain, Oman, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate (inklusive Dubai und Abu Dhabi) wird gewarnt. In mehreren Staaten der Region ist derzeit der Luftraum gesperrt, Flughäfen haben den Betrieb eingestellt.

Osterurlaub: Wie der Iran-Krieg manche Reisepläne durchkreuzt

WDR Studios NRW 03.03.2026 02:07 Min. Verfügbar bis 02.03.2028 WDR Online


Drehkreuz Dubai fällt derzeit aus

Flugzeuge der Emirates stehen am Flughafen in Dubai

Der Flughafen Dubai wird derzeit nicht regulär angeflogen.

Davon sind auch wichtige Drehkreuze wie etwa der Flughafen in Dubai betroffen, wo im vergangenen Jahr 95 Millionen Passagiere abgefertigt wurden. Viele Reisende aus Europa nutzen die Flughäfen am Golf als Umstiegsmöglichkeit für die Weiterreise nach Fernost oder Australien. Derzeit ist noch nicht abzusehen, wann sich die Lage in der Region normalisiert und wieder regulär geflogen wird. Mindestens bis zum kommenden Wochenende haben deutsche und auch internationale Airlines ihre Flüge in die Golfregion ausgesetzt.

"Die aktuelle Situation rund um die Nahost-Drehkreuze hat auch weiterhin Auswirkungen auf Transitreisende", sagt eine Pressesprecherin von Dertour. Betroffen seinen insbesondere Reisende, die auf die Malediven, nach Mauritius, auf die Seychellen sowie nach Thailand oder Vietnam reisen, oder von dort zurückfliegen möchten.

Laut Pressesprecherin sind am frühen Dienstagnachmittag bereits erste Dertour-Gäste mit einem Sonderflug aus Dubai in Frankfurt gelandet. Weitere Gäste befänden sich auf einem Sonderflug aus Abu Dhabi, der am Dienstagabend in Frankfurt landen solle. Voraussetzung für alle geplanten Flugverbindungen sei, dass die aktuelle Sicherheitslage diese zulässt.

Für Rückfluggäste von den Malediven habe man daher einen eigenen Vollcharter sowie einen Teilcharter organisiert, die Dertour-Gäste nach Hause bringen sollen. Weitere Charterflüge seien derzeit in Prüfung.

US-Präsident Trump sagte am Montag, die Angriffe der US-Armee im Iran könnten vier bis fünf Wochen andauern. Er sei jedoch darauf vorbereitet, "weit darüber hinauszugehen". Die Hoffnung, dass sich die Lage bis Ostern komplett entspannt hat und man ohne Bedenken in die Region fliegen kann, ist also eher gering.

TUI-Chef Sebastian Ebel rechnet mit einer vorübergehenden Zurückhaltung bei Buchungen für die Golfregion. Selbst bei einer kurzfristigen Beruhigung des Konflikts werde es "einige Monate dauern, bis sich das wieder normalisiert", sagte er im Fernsehsender n-tv. Kunden wichen bereits auf andere Ziele aus. In den vergangenen Tagen habe es einen "sehr starken Shift in die Karibik" gegeben, sagte er am Dienstag.

Unter welchen Bedingungen kann ich meine Reise stornieren?

Wichtig ist laut Verbraucherzentrale, dass es für die Region, in die man reisen will, eine offizielle Reisewarnung der Bundesregierung gibt. Wenn diese vorliegt, kann man den Urlaub in der Regel stornieren. Bei Pauschalreisen geht das meist problemlos, angesichts der aktuellen Situation sind die Reiseanbieter ohnehin nicht in der Lage, Flüge und Transporte durchzuführen.

"Grundsätzlich gilt: Wir bieten keine Reisen in Länder an, für die eine Reisewarnung besteht." Dertour-Pressesprecherin

Laut Dertour-Pressesprecherin seien aktuell alle Reisen in die Nahostgebiete mit einer bestehenden Reisewarnung bis einschließlich Sonntag, den 8. März 2026, abgesagt worden. Pauschalreisegäste, die in diesem Zeitraum reisen wollten, könnten kostenfrei umbuchen oder erhielten alternativ den vollständigen Reisepreis zurück.

Wenn nur Flug oder Unterkunft gebucht wurden, sollte man die Airline oder den Vermieter kontaktieren. Auch eine Reiserücktrittsversicherung kann gute Dienste leisten, sofern sie Kampfhandlungen und Konflikte abdeckt.

Wichtig: Man sollte immer sicherstellen, dass man auch wirklich mit der Airline oder dem Reiseunternehmen Kontakt hat. Derzeit sind offenbar Betrüger unterwegs, die die unsichere Situation ausnutzen wollen. So ist eine Frau aus Niederbayern beim Umbuchen ihres Flugs in den Nahen Osten um 2.500 Euro betrogen worden. Sie war zuvor über eine Suchmaschine auf eine falsche Kundenservicehotline gestoßen, wie das Bayerische Landeskriminalamt mitteilte. Die 23-Jährige dachte laut Polizei, sie telefoniere mit einem Servicemitarbeiter des Buchungsportals und gestattete den Fernzugriff auf ihr Handy.

Illustration der aktuellen Flugrouten

Die Krisenregion im Nahen Osten wird aktuell umflogen.

Wer beispielsweise nach Thailand oder Australien reisen will und einen Umstieg in Dubai oder Doha geplant hatte, sollte sich mit der Fluggesellschaft in Verbindung setzen, ob es eine sichere Alternative gibt. Unter Umständen können auch Direktflüge in den Fernen Osten betroffen sein, da viele Lufträume in der Region für die zivile Luftfahrt gesperrt sind und unter Umständen andere Flugrouten genommen werden müssen. Dies könnte sich auf die Flugdauer auswirken.

Was ist mit Urlaub in Ägypten, Zypern, Türkei?

Die USA hat ihre Staatsbürger am Wochenende aufgefordert, Ägypten zu verlassen, ein britischer Luftwaffenstützpunkt auf Zypern wurde von einer Drohne angegriffen: Angesichts solcher Meldungen haben viele Menschen ein ungutes Gefühl, ihren Urlaub nahe der aktuellen Krisenregion dort zu verbringen. Und was ist eigentlich mit der Türkei? Die grenzt ja sogar an den Iran.

Ob solche Bedenken berechtigt sind oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer seine anstehende Reise nach Zypern, Ägypten oder in die Türkei stornieren will, wird es allerdings schwerer haben, Argumente gegenüber dem Veranstalter zu finden. Denn Fakt ist: Für Ägypten, Zypern und die Türkei gibt es derzeit keine Reisewarnungen. Die Bundesregierung stuft die Lage dort also weniger bedenklich ein als etwa in den Golfstaaten oder in Israel.

Zypern-Urlauber wird geraten, sich nicht in der Nähe von Militäreinrichtungen aufzuhalten. Türkei-Reisende sollten die Regionen im Osten meiden, die an Irak und Iran angrenzen. Und auch in Ägypten sieht das Auswärtige Amt derzeit keine größere Gefährdung durch den Krieg im Iran.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagenturen dpa, AP
  • Auswärtiges Amt
  • Verbraucherzentrale NRW

Sendung: WDR.de, Wie der Iran-Krieg Reisepläne durchkreuzt, 03.03.2026, 16:14 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 03.03.2026, 18:45 Uhr

Kommentare zum Thema

15 Kommentare

  • 15 Hans 05.03.2026, 03:10 Uhr

    Da bleib ich besser hier in Indonesia.

  • 14 Ellen 04.03.2026, 16:43 Uhr

    Kurze Frage: wir haben im Zeitraum nach Ostern in die VAE gebucht vor mehr als einem Monat. Da war noch nichts passiert. Und billig war es auch nicht. Laut DerTour könne wir nicht kostenlos stornieren und nicht umbuchen. DerTour schreibt, dass sie ein Krisenmanagement eingerichtet haben, aber momentan uns nichts anbieten können. Denken die, dass es plötzlich Frieden geben wird? Selbst wenn das Regime in Iran gestürzt wird, damit wird die Lage doch nicht gleich stabil und die Reisewarnung verschwindet nicht? Ich bin total überfordert.

    Antworten (2)
    • Franziska 1 04.03.2026, 23:18 Uhr

      @Ellen, ich glaube Sie können erst "kostenlos stornieren, wenn Sie einen festen Grund dazu haben. Der dürfte vorher solange nicht gegeben sein, nur auf Verdacht der Kriegslänge. Bitte, schonen Sie Ihre Nerven bis dahin, ich wünsche Ihnen und uns allen, dass dieser Irankrieg bis Ostern zu Ende ist. 🍀

    • Paul S. 05.03.2026, 11:06 Uhr

      @Ellen, dass unsichere Schicksal kann der Urlaub nach Ostern stattfinden, sollten Sie abwarten. Wenn zu dem Zeitpunkt laut Irankrieg die Reise nicht gemacht werden kann, dann storniert „der Tour“ und nicht Sie. Da dürften keine Kosten Sie erwarten, wenn Sie dann die Möglichkeit bekommen eine andere Reise zu buchen. Zum jetzigen Zeitpunkt machen es andere Reiseanbieter kaum, der Abreisetag liegt noch in weiter Ferne.

  • 13 Seppl 04.03.2026, 13:38 Uhr

    So wie viele hier schreiben, der Osterurlaub ist doch wohl vollkommen unwichtig, wenn man an die Kriege in Nahost und der Ukraine denkt...

  • 12 Franziska 1 04.03.2026, 13:27 Uhr

    Die Reiserücktrittsversicherung zahlt in der Regel nicht bei einem akuten Krankheitsfall, wenn der Reise- Bucher bereits ärztlich in einer Behandlung ist oder vor kurzem in einer Therapie war die vor dem Vertragsabschluss behandelt wurde und zu einer Stornierung der Reise führt. Manche Versicherungsgesellschaften verweigern in solchen Fällen oft die Erstattung der Stornokosten, da die Erkrankung als vorhersehbar gilt. Es ist wichtig die Versicherungsbedingungen vorab genau zu lesen, nur eine Unterschrift sichert keine Stornierung ab im Reisebüro und auch nicht ein Häkchen bei einer Internet-Buchung. Im Zweifelsfall sich absichern durch Arzt oder Krankenkasse, ob einer Reisefähigkeit zugestimmt wird, vor der Buchung. Viele chronische Erkrankte mit Behandlung denken nicht daran und wollen Stornierungskosten ersetzt haben. Die Versicherungen finden und haben die Möglichkeit zur Aufklärung über plötzliche Erkrankungen und auch während dem Urlaub bei einer Reiseabbruchversicherung.

  • 11 04.03.2026, 12:36 Uhr

    Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)

  • 10 Hans Peter 04.03.2026, 12:34 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 9 Brigitta S. 04.03.2026, 11:45 Uhr

    Eine Reiserücktritt, inkl. Reiseabbruchversicherung wäre bei teuren Reisen immer angeraten. Sie sichern vor der Reise und während der Reise, mit guten Service und bei Notfall. Sich vorab informieren was ist versichert, ist Gold wert. Manchen Urlauber sind zusätzliche Versicherungen zu teuer? Eine Reiserücktritt- inkl. Reiseabbruchversicherung als Jahresversicherung ist billiger, dafür ist man aber im Jahr gut versichert, wenn man öfter reist. Aber nur für ein Jahr abschließen, sonst muss man jedes Jahr die Versicherung zahlen, auch wenn man nicht verreist. Man sollte sich überlegen ob bei dem Irankrieg eine Reise überhaupt noch gebucht werden sollte, wenn das Auswärtige Amt wegen kämpferischen Auseinandersetzungen vor Reisen in das Urlaubsland bzw. die Gegend der gebuchten Unterkunft gewarnt hatte. Der Ankunft und der Abflug Airport kann verlegt werden, was die Urlaubstage unangenehm verkürzt. Verzicht auf eine Flug- Osterreise bei dem Krieg in Nahost, wäre doch das kleinere Übel.

  • 8 Nadja 04.03.2026, 06:28 Uhr

    Ist es seltsam, wenn ich beim Thema Krieg nicht zuerst an Reisepläne denke sondern an die unschuldigen Opfer? Egal auf welcher Seite...

    Antworten (1)
    • Ute 04.03.2026, 07:58 Uhr

      Hallo, ja, das ist definitiv der erste Gedanke. In was für einer Gesellschaft leben wir?????

  • 7 Medienkritiker 03.03.2026, 22:54 Uhr

    Geht’s noch? Es werden Menschen getötet, eine ganze Region versinkt im Krieg, und der WDR hat nichts besseres zu tun, als Verbrauchertipps zu geben?!

  • 6 Franziska 1 03.03.2026, 22:39 Uhr

    Die Meldung, dass in Teheran eine Klinik beschädigt wurde durch militärische Angriffe evtl. von USA oder Israel, ist ein Zeichen wie brutal der Krieg noch werden kann im Iran. Eigentlich müsste man sich schämen, dass wir das Thema: "Wie der Iran-Krieg Reisepläne durchkreuzt" diskutieren. Auf einen Osterurlaub verzichten zu müssen wo Menschen in der Nähe vom Urlaubsort getötet werden können, darüber machen wir uns Reise Verlust- Gedanken? Wer eine Reise storniert, der bekommt laut Reisegesetz sein Geld zurück. Wer keine Reise abgesichert, oder versichert hat, hat schlichtweg Pech. Wer bei der Airline keine Flug- Stornierung- Versicherung zahlen wollte, ebenfalls. Ist doch meistens gerecht. Wenn die Bundesregierung die Lage bei anderen Ländern in der Nähe weniger bedenklich einstuft, um dort den Osterurlaub zu verbringen, sorry dazu hätte ich kein Vertrauen. Weniger bedenklich bedeutet: Sicher weiß man es nicht! Diesen Nervenkitzel muss man bei einen Urlaub nicht wirklich haben.

  • 5 Maximilian 03.03.2026, 22:01 Uhr

    Wer in den aufgeführten Ländern Eier suchen will, sollte sich überlegen vielleicht vollumfänglich den Erstwohnsitz dorthin zu verlegen! Reden wir hier nicht über Energiekrise und Klimawandel?

Mehr Nachrichten