Wie Städte mit Hitze umgehen | WDR Aktuell
02:06 Min.. Verfügbar bis 14.08.2027.
Sommerhitze: Wo in NRW "kühle Orte" zu finden sind
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Schwülheiße subtropische Luft sorgt für Hitze. Wo gibt es in NRW "kühle Orte", die Linderung verschaffen? Ein Städte-Überblick. Darüber hinaus gibt es im Land auch 17 Hitzeaktionspläne.
Von Stefan Erdmann und Dominik Reinle
Bei einer Hitze wie in dieser Woche ist Abkühlung ein Muss. Besonders heiß ist es in Städten. Deshalb suchen viele NRW-Kommunen nach Lösungen für kühle Plätzchen. Laut WDR-Wetterredaktion bringt der Freitag bis zu 32 Grad in NRW. Am Wochenende wird es mit unter 30 Grad etwas angenehmer.
"Kühle Orte" in NRW-Städten
In Bielefeld sprudeln aktuell fünf Trinkwasserbrunnen in der Innenstadt, in Düsseldorf 25 und Dortmund hat sogar 33. Hier können Radfahrer oder Fußgänger kostenlos ihre Wasserflaschen auffüllen, die Hände waschen oder den Körper etwas abkühlen.
Düsseldorf testet außerdem einen Wasser-Vernebler, der die Luft im Umkreis von rund fünf Metern abkühlt. Auch in Köln gibt es eine mobile Sprühanlage zur Ankühlung. Einige NRW-Städte stellen auch Online-Karten zur Verfügung, die auf kühle Orte wie Kirchen, klimatisierte Museen, Wasserspielplätze und Parks hinzuweisen. Bei einigen dieser Angebote kann man sogar auch selbst Vorschläge machen, die dann in die Karte aufgenommen werden - wie zum Beispiel in Hagen. Hier eine Übersicht solcher Angebote:
Nur 17 Städte haben Hitzeaktionsplan
Neben diesen vielen einzelnen Maßnahmen gehen aber erst wenige Städte mit einem umfangreichen Konzept gegen die Hitzebelastung vor. Das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz führt aktuell 17 Hitzeaktionspläne. Mit dabei sind unter anderem Bielefeld, Köln, Bergisch Gladbach und - seit Frühjahr 2025 - Wuppertal. Einige Städte haben angekündigt, dass sie nachziehen werden. Bei rund 400 Kommunen in ganz NRW ist das bisher ein Bruchteil.
Die Hitzeaktionspläne sollen die Kommunen in Nordrhein-Westfalen besser auf Hitzewellen vorbereiten. Langfristig soll es auch darum gehen, sogenannte Wärmeinseln - also dort, wo sich die Hitze besonders lange hält - zu entschärfen. Das betrifft vor allem dicht bebaute Siedlungen.
Maßnahmen auf drei Ebenen nötig
Professorin Lamia Messari-Becker vom Karlsruher Institut für Technologie, die zur Klimaanpassung von Städten forscht, empfiehlt ein System der drei Ebenen. Ebene eins sind Sofortmaßnahmen wie zum Beispiel die Düsseldorfer Sprühnebel-Anlage, öffentliche Brunnen und Hitze-Warnsysteme. Auch die Städte müssen sich anpassen - also beispielsweise öffentliche Flächen nicht noch weiter versiegeln, sondern dafür Grünflächen schaffen. Das ist die zweite Ebene.
Die dritte Ebene ist der Schutz der kritischen Infrastruktur. Krankenhäuser, Wasser- und Energieversorgung oder Schulen müssen gegen Hitze besser gerüstet werden. In extremen Hitzewellen, die tagelang andauern, muss gewährleistet sein, dass diese Einrichtungen ihren Betrieb aufrechterhalten können.
"Wir sind bei weitem noch nicht flächendeckend gut vorbereitet." Prof. Lamia Messari-Becker
Viele Städte haben sich laut Lamia Messari-Becker auf den richtigen Weg gemacht, um sich und ihre Bürger vor Hitze zu schützen. Allerdings müssen die Anstrengungen weitergehen - und Hitzeschutz auch strategischer Teil der Stadtplanung sein, so die Wissenschaftlerin.
Für Messari-Becker ist klar: Die Kommunen dürfen mit ihrer Hitzevorsorge nicht allein gelassen werden. Sie fordert einen reformierten Bund-Länder-Finanzausgleich, denn die Anpassungen kosten viel Geld. Der "Klimawandel kennt keine Gemarkungsgrenzen, keine Finanzierungslage oder Haushalte. Wir müssen diese Aufgabe gemeinsam stemmen.", so die Forscherin.
Unsere Quellen:
- Info des Deutschen Wetterdienstes zur Hitze vom 14.08.2025
- WDR-Interview mit Professorin Lamia Messari-Becker vom 13.08.2025
- Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz: Liste Hitzeaktionspläne
- Pressemitteilung Stadtwerke Düsseldorf: "Am Kirchplatz wird erstmals ein neuer Brumisateur getestet"