Rodenkirchen in NRW: Eine Frau liegt am Ufer des Rheins neben einem Sonnenschirm.

Wetter in NRW: Hochsommer legt kurze Verschnaufpause ein

Stand:

Durchlüften und Aufatmen: Nach sehr heißen Tagen sind die Temperaturen in NRW deutlich unter die 30-Grad-Marke gefallen.

Die Hitze in NRW legt eine Verschnaufpause ein. Bereits am Samstag war es mit Temperaturen bis maximal 26 Grad deutlich kühler als in den Tagen davor. Am Sonntag sah es ähnlich aus. Am Morgen und am Vormittag zog von Niedersachsen her eine dichte Wolkendecke auf. Auch am Nachmittag war es in weiten Teilen des Landes dicht bewölkt, die Sonne schien kaum.

Erst zum Beginn der neuen Woche nimmt der Hochsommer noch einmal Anlauf: Am Montag kann es in NRW bis zu 28 Grad warm werden, am Dienstag sind wieder bis zu 30 Grad möglich.

Heißer Donnerstag

In der zurückliegenden Woche war es laut WDR-Wetterredaktion am Donnerstag in Beverungen mit 36,2 Grad am heißesten. Auf Platz zwei lag Porta Westfalica mit 36 Grad, gefolgt von Ahlen mit 35,7 Grad. Im Kreis Minden-Lübbecke war es später zu einem Unwetter gekommen. Bei den Feuerwehren ging eine Vielzahl an Notrufen ein. Anwohner meldeten vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume. Mehr als 16.000 Blitze wurden gezählt.

In ganz NRW hatten die Menschen der Hitze getrotzt - im Freibad, im klimatisierten Büro oder mit einer Erfrischung zu Hause. In einem WDR extra haben wir Menschen begleitet, die bei der Hitze auf dem Bau oder in der Backstube arbeiten müssen:

Von Hitzerekorden sind wir indes noch ein paar Grad entfernt. Sie stammen aus dem Jahr 2019: Da hatten wir Ende Juli 41,2 Grad in Duisburg-Baerl und Tönisvorst sowie 41,1 Grad in Köln.

Zahl der Hitze- und Sommertage wird zunehmen

Nichtsdestotrotz kann man schon jetzt in Teilen NRWs von der zweiten Hitzewelle des Jahres sprechen. Die erste gab es Anfang Juli, als an einigen Orten Temperaturen knapp unter 40 Grad gemessen wurden.

Von einer Hitzewelle spricht man in der Wetter- und Klimaforschung, sobald mindestens drei sogenannte heiße Tage aufeinander folgen - also Tage, an denen die Temperatur mindestens 30 Grad erreicht.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) sagt, dass die Zahl der Hitzetage mit mehr als 30 Grad und der Sommertage mit mehr als 25 Grad durch den Klimawandel zunehmen wird.

Waldbrandgefahr in NRW

Auch die Waldbrandgefahr ist im Laufe der Woche gestiegen. Am Samstag lag der Index des DWD für Teile von NRW bei Stufe 3 ("mittlere Gefahr").

Die Böden sind vielerorts trocken. Vor allem in Teilen des Münsterlandes und des Ruhrgebiets zeigt der "Dürre-Monitor" des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung "Trockenstress" in den obersten 25 Zentimetern.

Wasserentnahme aus Flüssen und Bächen verboten

Wegen der Trockenheit und niedriger Flusspegel hatten bereits mehrere Behörden, etwa die Stadtverwaltung Bonn oder die Bezirksregierung Münster, im Juni und Juli private Wasserentnahme aus Flüssen und Bächen untersagt.

Die großen Talsperren des Ruhrverbandes wie die Bigge- und die Möhnetalsperre sind aktuell nur zu gut drei Vierteln gefüllt (78 Prozent vom Vollstau) - knapp unterdurchschnittliche Werte im Vergleich zum langjährigen Mittel.

Die Wupper-Talsperren melden sogar nur 59 Prozent Füllstand - wie an der Ruhr mit sinkender Tendenz.

Schiffe auf dem Rhein fahren

Der Rhein hatte am Samstagmorgen in Köln noch einen Pegelstand von 1,92 Metern. Er ist damit zwar noch deutlich vom sogenannten gleichwertigen Wasserstand (1,39 Meter) entfernt. Das ist die Marke für den Wasserstand, bei dem die Solltiefe der Fahrrinne noch garantiert ist. Doch der Pegel sinkt: Am Montag lag er noch bei 2,57 Meter.

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