Termine für Fachärzte dauern länger
Aktuelle Stunde . 04.02.2026. 30:33 Min.. UT. Verfügbar bis 04.02.2028. WDR. Von Alexander Roettig.
Immer längere Wartezeiten für Facharzt-Termine? So sieht es in NRW aus
Stand:
Gesetzlich Versicherte müssen immer länger auf Facharzt-Termine warten. Wie ist die Lage in NRW?
Von Lukian Ahrens
Dialogbox
Zu den Kommentaren [29]42 Tage - so lange mussten gesetzlich Versicherte 2024 im Schnitt auf einen Facharzt-Termin warten. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei hervor. 2019 waren es noch 33 Tage gewesen.
Lange Wartezeiten beim Facharzt - was sind die Gründe?
Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) sind die längeren Wartezeiten auf drei Faktoren zurückzuführen:
- den zunehmenden ärztlichen Fachkräftemangel,
- die damit verbundene Ressourcenknappheit
- und die hohe Inanspruchnahme der Haus- und Fachärzte.
Die Zahl der Behandlungsfälle steige kontinuierlich, sagte der Pressesprecher der KV Nordrhein, Christopher Schneider, dem WDR. "Allein im Landesteil Nordrhein liegt sie inzwischen bei über 72 Millionen pro Jahr. Zum Vergleich: 2014 waren es noch rund 67 Millionen."
Düsseldorfer Facharzt: "Die Kapazität ist manchmal erreicht"
Dr. Justus Kreyer, Orthopäde aus Düsseldorf
"Die Nachfrage insgesamt ist sehr hoch", erklärt auch Dr. Justus Kreyer. Er betreibt eine orthopädische Praxis in Düsseldorf. "Wir haben sehr viele Patientenanfragen und sehr viele Patienten, die sich wünschen, schnell einen Termin zu bekommen."
Die Kapazität sei dann manchmal eben erreicht - obwohl man versuche, allen gerecht zu werden. "Wir haben oft Tage von 8 bis 20 Uhr", so Kreyer. Pro Quartal würden deutlich mehr als 4.000 Patienten die Praxis besuchen.
Das ist der Eindruck von Patienten aus NRW
Laut dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) würden Patienten in den allermeisten Fällen innerhalb von drei Tagen einen Termin bekommen, "jeder siebte sogar noch am selben Tag". Die Patienten in der Arztpraxis von Dr. Kreyer haben allerdings einen anderen Eindruck.
Gerd Witte, Patient aus Düsseldorf
"Mehrere Wochen muss man schon warten", erzählt Gerd Witte aus Düsseldorf, vor allem als Neupatient. Ob Kassenpatienten länger warten müssten, als Privatversicherte? "Ja, ich warte garantiert länger."
Petra Buch, Patientin aus Düsseldorf
Das kann auch Patientin Petra Buch bestätigen. "Wenn man bei Doctolib schaut und Privatpatient und Kassenpatient vergleicht, dann ist das tatsächlich so." Sie selbst habe auch schon drei bis vier Monate auf einen Facharzt-Termin warten müssen.
"Zwei Monate muss man durchaus mal warten", berichtet auch Arndt Baumgarten. Allerdings sei es in Düsseldorf noch gut, sagt eine andere Patientin. In den Kleinstädten sei es wesentlich schlimmer. "Da gibt es weniger Ärzte."
Bekommen Privatversicherte wirklich schneller Termine?
"Es ist schon so, dass wir für Privatpatienten eigene Sprechstunden eingerichtet haben", sagt Dr. Kreyer. Eine komplette Zwei-Klassen-Medizin gäbe es allerdings nicht. "Es ist auch nicht so, dass es in der Terminvergabe einen riesengroßen Unterschied macht."
Zwar sei es aus wirtschaftlicher Sicht notwendig, Sprechstunden für Privatpatienten anzubieten, aber auch die Kassenmedizin sei attraktiv. "Wir haben größtenteils Kassenpatienten und eine ganz normale Kassenzulassung."
Vanessa Renger-Patz vom Sozialverband VdK
Vanessa Renger-Patz vom Sozialverband VdK würde sich dennoch wünschen, dass zukünftig die Anreize für die Ärzte anders gesetzt werden. "Es ist einfach so, dass vieles im Bereich der Privatpatienten ganz anders vergütet wird als bei den Kassenpatienten." Das schüre das Gefühl von Ungerechtigkeit.
Bürokratie, Personal, moderne Angebote: Was muss sich ändern?
"Aus unserer Sicht braucht es vor allem eine effizientere Steuerung Erkrankter", sagte KV-Sprecher Schneider. "Die in vielen Fällen ungesteuerte Inanspruchnahme ärztlicher Kapazitäten ist oftmals kontraproduktiv, weil medizinisch nicht notwendig." Zusätzlich brauche es mehr telemedizinische Angebote, wie Videosprechstunden, sowie spezielles Personal, das die Ärzte in den Praxen entlastet.
Ähnlich äußerte sich die Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Nicola Buhlinger-Göpfarth, gegenüber der "Rheinischen Post". Aktuell sei es so, "dass viele Patientinnen und Patienten beim Facharzt aufschlagen, die dort eigentlich gar nicht hingehören".
Einen Grund dafür sieht der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, darin, dass Hausärzte eine Vergütung bekommen, wenn sie Patienten an einen Facharzt vermitteln. Diese Vergütung sollte daher abgeschafft werden, damit gar nicht erst so viele Patienten an Fachärzte überwiesen werden, schlägt Brysch vor.
Nach Erkenntnissen des Bundesgesundheitsministeriums vermittelten Hausärzte in den Jahren 2020 bis 2022 jeweils zwischen etwa 476.000 und 583.000 Termine pro Jahr bei Fachärzten. Im Jahr 2023 waren es rund 2,54 Millionen vermittelte Facharzt-Termine.
Zudem sollte man versuchen, die Bürokratie zu reduzieren, sagt Kreyer. "Wir haben sehr viel Dokumentationsarbeit, viel Schreibarbeit, auch viele Anfragen von den Krankenkassen, von Patienten vom medizinischen Dienst - das nimmt schon immer sehr viel Zeit in Anspruch." Auch sei es schwierig, Personal zu bekommen, das auch bleiben möchte.
Vermittlung und Notfallsprechstunde: Das kann man selber tun
Doch auch jetzt gibt es Möglichkeiten, schneller an einen Facharzt-Termin zu kommen. Laut Dr. Kreyer geht es schneller, wenn der Hausarzt den Patienten direkt an eine Facharzt-Praxis vermittelt. Auch gebe es "die Möglichkeit, Termine zu machen über die 116 117 und wir bieten auch als Praxis jeden Tag eine Notfallsprechstunde an."
Die Terminvermittlung über die 116 117 ist auch online möglich. Für die meisten Fachärzte braucht es eine Überweisung vom Hausarzt mit einem Dringlichkeitscode - dann ist ein Termin innerhalb von vier Wochen garantiert.
Welche Erfahrungen habt Ihr bereits gemacht? Wie lange musstet Ihr schon auf einen Facharzt-Termin warten. Schreibt es uns in die Kommentare.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Orthopäde Dr. Justus Kreyer
- WDR-Interview mit Patienten in der Praxis von Dr. Justus Kreyer in Düsseldorf
- WDR-Interview mit Vanessa Renger-Patz vom Sozialverband VdK
- WDR-Anfrage bei der KV-Nordrhein
- Nachrichtenagentur epd
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 04.02.2026, 07:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 04.02.2026, 18.45 Uhr
29 Kommentare
Kommentar 29: Claudia schreibt am 05.02.2026, 17:45 Uhr :
Bei meinem Orthopäden bekomme ich keinen Termin unter 6-10 Wochen. Die Notfall Sprechstunde ist nur für frisch operierte Patienten, nicht für Patienten mit akuten Schmerzen die arbeiten müssen. Gehe ich bei Doctolib auf Privatpatient, könnte ich am nächsten Tag einen Termin bekommen. Wir haben bereits eine Zweiklassengesellschaft!
Antwort von Edwina , geschrieben am 06.02.2026, 09:30 Uhr :
Angeblich gibt es für dringende Fälle die sog. Eilt-Überweisung, mit der man angeblich innerhalb von 3 oder 4 Wochen einen Facharzt-Termin bekommen kann. Klappt aber offenbar leider nicht immer.
Kommentar 28: Ingo Kartheuser schreibt am 05.02.2026, 17:22 Uhr :
Der Anteil von Privatpatienten in einer Praxis spielt schon eine Rolle bei der Wartezeit für gesetzlich Versicherte. Das Zeitfenster für gesetzlich Versicherte wird kleiner , und natürlich bekommt der Privatpatient zeitnah seinen Termin. Das Gespräch über einen Termin beginnt nach der Begrüßung mit der Abfrage des Versicherungsstatus .So auch über Buchungsplattformen. Steigt man als gesetzlich Versicherter ein und danach als Privatpatient treffen zwei Welten aufeinander. Meinen Erfahrungen nach spielt hier immer der Pofit eine Rolle .
Kommentar 27: Barbara Müller schreibt am 05.02.2026, 16:22 Uhr :
Ich bin 75 Jahre alt. Ich war als Kind beim Kinderarzt und dann immer Hausärzte, die immer für mich da waren, wenn ich medizinische Hilfe brauchte. Erst wenn diese nicht weiter wussten, kam der Facharzt ins Spiel. Heute gehen die Menschen wegen eines Schnupfens zum HNO-Arzt, wegen eines Plattfußes zum Orthopäden. Unser Sozialsystem ist kaputt.
Kommentar 26: Conny schreibt am 05.02.2026, 15:41 Uhr :
Gnadenlos abhängig vom guten Willen des Hausarztes. Bei medical Gaslighting des selben also keine Chance. Daran sind Menschen gestorben und behindert worden.
Kommentar 25: Sabine B. schreibt am 05.02.2026, 15:38 Uhr :
Die längste Wartezeit, für einen Termin, war beim Augenarzt im vergangenen Jahr, da musste ich 6 Monate warten, bis jetzt!. Wohlgemerkt nicht als Neupatient, sondern als langjähriger Stammpatient... Der erneute Wiedervorstellungstermin ist in 5 Monaten... Für eine akute Erkrankung, wurde mir dann empfohlen, in die Augenklinik zu gehen...
Kommentar 24: Nett schreibt am 05.02.2026, 15:23 Uhr :
Telefonische Erreichbarkeit, ja das ist für jeden blöd. Das hat ja aber nichts damit zu tun einen Termin zu bekommen. Aber wenn man über Doctolib z.B. einen Termin möchte waren für die Orthopäden die Termine im Mai / Juni. Klickt man an man ist Selbstzahler oder Privat Tadaaa Termin in 4 Tagen. Magic...
Kommentar 23: 05.02.2026, 15:01 Uhr :
Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)
Kommentar 22: Anonym schreibt am 05.02.2026, 13:59 Uhr :
Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)
Kommentar 21: Runhild H. schreibt am 05.02.2026, 13:01 Uhr :
Was mich verwundert ist, dass diese Situation erst nach der Corona-Krise entstanden ist. Vorher habe ich immer, mit ein wenig Wartezeit, Termine bei allen Arztpraxen bekommen. Jetzt scheint das ganze System völlig zusammengebrochen sein. Einige Menschen nehmen anscheinend rücksichtslos alles mit, was sie bekommen können. Das geht dann auf Kosten der Menschen, die leise leiden und in dem System untergehen. Nicht ohne Grund ist die Rate der Selbsttötungen immer noch sehr hoch und daran ändert der Hinweis auf die Telefonseelsorge nichts. Für diese Menschen haben Ärztinnen und Ärzte keine Zeit und keine Geduld, zuzuhören. Wenn ich zum Neurologen gehe, bekomme immer den nächstmöglichen Termin und der ist dann in 6 bis 7 Monaten. Wenn vorher eine Verschlechterung eintritt, habe ich Pech gehabt. Ich bin nun mal keine Dramaqueen.
Antwort von Nett , geschrieben am 05.02.2026, 15:25 Uhr :
war auch vor Corona schon so, zumindest nach meiner Erfahrung.
Antwort von Sabine B , geschrieben am 05.02.2026, 15:41 Uhr :
Da kann ich nur beipflichten!
Kommentar 20: Klara Lütz schreibt am 05.02.2026, 12:28 Uhr :
Die Terminnachfrage für eine Darmspiegelung ergab in Sankt Augustin: frühester Termin Ende April 2027!
Antwort von Andrea , geschrieben am 06.02.2026, 09:16 Uhr :
Über Doctolib habe ich versucht einen Hautarzttermin zu bekommen. Ab sechs Monaten wurde angeboten. Als Privatpatient kann man innerhalb einer Woche kommen und viele Hautärzte nehmen auch nur noch Privatpatienten. So sieht es im Rhein-Sieg Kreis aus.
Kommentar 19: Patricia E. schreibt am 05.02.2026, 12:23 Uhr :
Ja, ich bin Privatpatient und auch ich erreiche meinen Hausarzt nicht übers Telefon und muss hinfahren um einen Termin zu bekommen. Beim Facharzt musste ich jetzt 9 Monate warten und mir wurde dort gesagt, warum sind sie nicht früher gekommen ??? Mein Augenarzttermin ist im Januar 27 und ich seit Kurzem Probleme beim Sehen. Privatpatienten werden bevorzugt??? Ja, vielleicht bei allem was man selber zahlen muss und die Privatkasse nicht erstattet. Aber nicht bei der normalen Terminvergabe auf dem Land. Das mag in Großstädten anders sein. Hier nicht.
Kommentar 18: Kimmi schreibt am 05.02.2026, 12:15 Uhr :
Kein Wunder, dass die Notaufnahmen aus allen Nähten platzen.
Kommentar 17: Realitätsverlust schreibt am 05.02.2026, 11:50 Uhr :
Die Beihilfe der Beamten ist nicht wörtlich im Grundgesetz verankert. Hier könnte mit einfacher Mehrheit im Bundestag die Höhe und Ausmaß drastisch gekürzt werden und das 2 Klassensystem bei Ärzten mit 2,3 Fachen GKV Satz der Rechnungen schnell gekippt werden. Wenn Beihilfe nur noch GKV Satz bezahlt wäre ein großer Schritt zur Kostenersparniss von Bund Land Kommunen und GKV erreicht, der wiederum in bessere Gesundheitsstruktur(Anzahl von Fachärzten und Krankenhäuser) gesteckt werden könnte?!
Kommentar 16: Thorsten Santos Silva schreibt am 05.02.2026, 11:46 Uhr :
Termin bei orthopädie bis zu 4-6 Monate, Kardiologen 1 jahr im Notfall auf Am selben Tag, mit warte zeit klar. Beim Hausarzt ein paar Tage mit termin, und lange Wartezeit, psychotherapie auch dass gleiche spiel viel zeit, was man eigentlich nicht hat, bestes beispiel der md dienst braucht für eine Begutachtung 2 Monate, aber es ist wie es ist bei allen termin und Ärzte warten warten.. warten..
Kommentar 15: sigrid schreibt am 05.02.2026, 11:31 Uhr :
Ich bekomme zwar öfter auch als Privatpatient einen Termin innerhalb von 4 Wochen, musste aber auch schon Leistungen selbst tragen. Das Märchen von "Private kriegen immer alles und das schnell" ist längst Geschichte. In Praxen, wo privat Versicherte offensichtlich bevorzugt behandelt werden, gehe ich nicht. Aus 2 Gründen: Ich empfinde das ungerecht und sehe die Dollarzeichen in den Augen. Das letztere macht mir Angst. Brauche ich wirklich alles, was mir von solchen Praxen empfohlen wird?
Kommentar 14: Realitätsverlust schreibt am 05.02.2026, 11:28 Uhr :
Wird es nicht Zeit, die Privatversicherungsgesellschaften direkt wie GKV an den Vorhaltekosten des Gesundheitssystems zu beteiligen. Diese Kosten werden dann auf Monatsbeiträge der Versicherten gelegt und machen es jedem Versicherten leichter vielleicht sofort die GKV zu wählen?
Kommentar 13: Realitätsverlust schreibt am 05.02.2026, 11:22 Uhr :
Für Privatpatienten eigene Sprechstunden eingeführt! Finde den Fehler, da Vorhaltekosten im Gesundheitssystem allein von GKV finanziert. Es sollte Meldepflicht aller Praxen für alle Patientenzahlen nach Privat und GKV getrennt eingeführt werden, um zu sehen ob Privatpatienten Anteil zur Gesamtzahl höher ist als der Privatversicherten- Anteil insgesamt in BRD. Daraus sollten Konsequenzen für betreffende Praxen und Krankenhäuser bezüglich Streichung von Vorhaltepauschalen und anderer GKV Leistungen erfolgen. Einfach Realität mit Zahlen abbilden!?
Kommentar 12: Edeltraud schreibt am 05.02.2026, 11:14 Uhr :
Ich musste auf einen Kardiologen Termin 8 Monate warten in der Niederlausitz
Kommentar 11: Christiane G. schreibt am 05.02.2026, 11:02 Uhr :
Bin privat versichert, muss auch 4 Wochen auf meinen Termin beim Internisten warten. Trotz Beschwerden und bekannter Privatversicherung. Noch Fragen?
Kommentar 10: Monika John schreibt am 05.02.2026, 10:32 Uhr :
Für eine Hautkrebsvorsorge muss man als Kassenpatient 1 Jahr und länger warten. Unsere Tochter ist Beamtin und damit privat versichert. Sie bekommt für die Vorsorge innerhalb von 2 Wochen einen Termin. Neue Patienten werden nicht mehr angenommen wenn sie Kassenpatienten sind, Privatpatienten dagegen schon. Über Doctolib werden zwar Termine angeboten, die sich dann aber als reine Privattermine für Schönheitsleistungen herausstellen. Es ist ein Skandal, dass die Hautärzte inzwischen ihr Geld lieber mit ästhetischen Behandlungen verdienen als ihrem hypokratischen Eid zu folgen und medizinisch notwendiges zu behandeln. I
Kommentar 9: Olaf Kreutz schreibt am 05.02.2026, 10:29 Uhr :
Ich habe mir gerade (05.02.2026) einen Termin zum Vorgespräch für eine Darmspiegelung geholt... 02.09.2026... sind nur schlappe 7 Monate.
Kommentar 8: Hans-Gerd schreibt am 05.02.2026, 08:01 Uhr :
..... Termine können wir erst wieder in 6 Wochen vergeben, es sei den , Sie sind privat versichert oder Selbstzahler. Das war die Antwort auf die Anfrage nach einem Behandlungstermin. Aber eine Zweiklassenmedizin gibt es ja nicht.
Kommentar 7: Johann Moritz schreibt am 05.02.2026, 07:57 Uhr :
Als GKV-Versicherter ist man oftmals schon froh, überhaupt einen Termin zu bekommen, und nicht mit dem Satz "Wir nehmen keine neuen Patienten mehr" gleich fortgeschickt zu werden. Und immer mehr neue Praxen nehmen von vorneherein keine GKV-Versicherten mehr, nur noch Privatpatienten und Selbstzahler. Die medizinische Versorgung sollte als Grundversorgung in staatlichen Händen liegen, und nicht jede Arztpraxis, jedes Krankenhaus ein Wirtschaftsunternehmen, das Gewinn abwerfen muß. Und die unsägliche Zweiklassenmedizin durch Privat- und gesetzliche Versicherungen muß abgeschafft werden. Ein besonderer Hohn ist, daß Beamte in der Regel außerhalb der gesetzlichen Versicherung stehen! GKV für alle!
Antwort von Flo , geschrieben am 05.02.2026, 12:34 Uhr :
Kein Hohn, es dafür gute Gründe, Beamtenbashing!
Kommentar 6: J Dr schreibt am 05.02.2026, 07:35 Uhr :
Ich habe dreifach im letzten Jahr versucht, über die 116 117 einen Termin zu bekommen. Es hat nie funktioniert: 1) Einmal für meinen kleinen Sohn der dringend eine OP brauchte (80% Hörverlust auf beiden Ohren über 8 Monate, es war selbst mit Dringlichkeitstermin schwer einen Termin zu bekommen) 2) einmal für einen Therapeuten (hat ebenfalls nur über andere Wege geklappt und sehr lange gedauert) 3) für eine Desensibilisierung nach allergischem Schock grad 2 durch Bienengift (nächster Stich wäre höchstwahrscheinlich lebensgefährlich gewesen) - die wussten gar nicht, wie die das erfragen sollen … in allen drei Fällen half nur massives Heruntelefonieren durch mich…
Kommentar 5: Andre Schäfer schreibt am 05.02.2026, 06:54 Uhr :
Ach, wenns doch nur beim Facharzt schwierig wäre. Es ist doch teils schon schwer genug den Hausarzt zu erreichen. Bei meinem HA dudelt seit einem halben Jahr ne Warteschleifenansage, man solle sich doch online oder per E-Mail melden. Ich bin mit Computern groß geworden, ich kann das. Aber meine Mutter oder manch Nachbar/in, die waren noch nie im Internet, die können nur anrufen. Die Ansage rechtfertigt der HA mit dem hohen Telefonaufkommen. Angeblich 500 Anrufe allein am Vormittag. Dass das aber gar nicht 500 verschiedene Anrufer sind, sondern nur 80-100 Leute in den 4 Stunden, die es 5-10 Mal hintereinander versuchen, weil nie einer rangeht, das erschließt sich ihm nicht. Manch älterer Mensch braucht kein WDR-Radio mehr, weil er sich den ganzen Vormittag Bandansagen beim HA anhören kann, während er versucht, nen Termin zu vereinbaren oder ein Rezept zu bestellen ...
Kommentar 4: Kassenpatientenerfahrung schreibt am 04.02.2026, 23:29 Uhr :
Im Juli 23 wurde mir in einer Kölner Fachpraxis nach einer akuten Untersuchung der Halsschlagader eine Kontrolluntersuchung nach einem Jahr empfohlen. Als ich Mitte 24 dafür einen Termin vereinbaren wollte wurde mir dieser für Januar 25 zugesagt. Derselbe wurde dann im Dezember 24 von der Praxis abgesagt. Ein neuer Termin wurde dann für Juli 2025 vereinbart, der dann auch tatsächlich stattfand.
Kommentar 3: Monika Brink schreibt am 04.02.2026, 23:17 Uhr :
Nachdem ich seit fast einem Jahr an einem Husten litt, dies auch in der Lungenarztpraxis ausführlich erläutert habe, bekam ich einen Termin 6 Monate später. Ich habe versucht, in sechs verschiedenen Städten, mehr oder weniger von meinem Wohnort entfernt, einen früheren Termin zu bekommen, war leider nirgends möglich, überall Wartezeiten von 6 Monaten.😢 Natürlich bekommen Privatpatienten schnellstens Termine. Übrigens die gleiche Wartezeit bei meiner Frauenärztin zur Vorsorge. Mit freundlichem Gruss Monika Brink
Antwort von Flo , geschrieben am 05.02.2026, 12:39 Uhr :
Woher wollen Sie wissen, daß Privatpatienten schnellstens Termine bekommen?
Kommentar 2: Christel schreibt am 04.02.2026, 21:57 Uhr :
Ich habe in der vergangenen Woche einen Termin beim Hautarzt für ein Hautkrebsscreening für Januar 2027 vereinbaren können! Nun werde ich versuchen, ob ich woanders einen früheren Termin bekomme. Auch durch lange Wartezeiten werden so mehr Termine blockiert als nötig. Bleibt mir nur zu hoffen, dass es schlussendlich wirklich ein Vorsorgetermin bleibt und dass es keine bösartige Diagnose gibt...
Kommentar 1: Arzt aus NRW schreibt am 04.02.2026, 20:46 Uhr :
Die kassenärztliche Bundesvereinigung schätzt, dass ca 10-20% der Termine unentschuldigt versäumt werden. Das ist auch eine bittere Realität. Diese Termine bleiben dann ohne Nutzung, sehr schade, wenn die durchschnittliche Wartezeit hoch erscheint. Auf der anderen Seite entstehen viel zu viele Facharzttermine ohne wirkliche Notwendigkeit. Der Patient bzw. die Patientin wünscht das, aber die gleiche Dienstleistung würde es beim Hausarzt geben. Der ist aber nicht "gut genug". Das entscheidet ja leider jeder Patient/jede Patientin nahezu selbst. Guckt man nun in die europäischen Nachbarländer, so gibt es diesen Luxus dort nicht. Da sind die Wartezeiten oft länger als in Deutschland, dennoch leben wir in Deutschland nicht länger...! Der Patientenstrom braucht dringend mehr Steuerung. Auch muss die ePA verpflichtend werden, egal ob gesetzlich oder privat versichert. Finden wir keine Lösungen, dann wird diese Medizin nicht mehr bezahlbar sein. Es drohen deutliche Beitragserhöhungen!
Antwort von ÄrztinNRW , geschrieben am 04.02.2026, 22:28 Uhr :
Ich gebe Ihnen total recht. Etwa 20% der TSS Termine wird nicht wahrgenommen und 50% der anderen benötigen eigentlich keine fachärztliche, in meinem Fall neurologische Mitbeurteilung. Viele kommen auch nur, weil sie sich einen Schwerbehindertenausweis, eine Reha oder ähnliches erhoffen. Selbst zur Befundbesprechung wollen sie dann nicht mehr kommen, wollen nur den Befundbericht per Post fürs Amt. Dabei gibt es viele, die diese Termine wirklich und zeitnah bräuchten.
Antwort von Monika Brink , geschrieben am 04.02.2026, 23:20 Uhr :
Wer unentschuldigt einen Arzttermin verstreichen lässt, sollte auf jeden Fall zur Kasse gebeten werden.
Antwort von Flo , geschrieben am 05.02.2026, 01:56 Uhr :
👍👍👍
Antwort von Contra ePA , geschrieben am 05.02.2026, 06:11 Uhr :
Was bitte hat die ePA mit dem Problem zu tun? Die Forderung diese zur Pflicht zu machen ist vor dem Hintergrund des nun endlich an die Öffentlichkeit kommenden Problems mit den falschen oder übertriebenen Diagnosen die gespeichert werden und dem Patienten hinsichtlich einer Versicherung oder dem unbeeinflussten Blick eines Arztes schlichtweg unverschämt.
Antwort von Andre Schäfer , geschrieben am 05.02.2026, 07:10 Uhr :
Na ja, bei manchem Hausarzt muss man es selbst entscheiden. Unserer hat in der Vergangenheit so oft daneben gelegen, dass ich inzwischen arge Zweifel habe, ob der überhaupt das Abitur, geschweige denn mal eine Uni von innen gesehen hat. Da kommt man mit einer plötzlich aufgetretenen, schweren Atemnot ohne Husten hin, wird 3 Monate mit Erkältungsmittelchen behandelt, bevor er dann endlich mal ein CT veranlasst, bei dem festgestellt wird, dass man vor 3 Monaten eine beidseitige Lungenembolie hatte. Bei meiner Partnerin hieß es, für ne onkologische Nachsorge bräuchte es keinen Facharzt, könne er auch selbst. Leitline? Was'n das? Erstes Kontroll-CT 11 Monate nach OP! Alles voll Metastasen. Tja, Pech gehabt. Auf dem EKG meines Vaters, plötzliche Brustschmerzen, hat er den Hinterwandinfarkt übersehen, den der NA 80m vor seiner Praxistür auf den ersten Blick gesehen hat. Wenn ich den Kasperkopp entscheiden lasse, wann ich nen FA brauche, kann ich mich gleich einsargen lassen ...
Antwort von Arzt aus NRW , geschrieben am 05.02.2026, 12:27 Uhr :
@ Contra ePA. Eine ePA ist die einzige Möglichkeit, die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der bisherigen und aktuellen Behandlung(en) zu verstehen. Als Arzt erzählt mir ein Patient seine Beschwerden, seine Geschichte, ggf. bekomme ich Vorbefunde vorgelegt, ggf. werden diese auch gar nicht erwähnt. Nicht selten werden Untersuchungen doppelt und dreifach gemacht, obwohl aktuelle Ergebnisse vorliegen. Im Alltag ist es aber auch eine sehr lästige Arbeit, andere Praxen und Krankenhäuser zu kontaktieren, um Vorbefunde einzufordern. Für einen Patienten ja, aber für 20 und mehr pro Tag, das kann kaum geleistet werden. Die Folge: Erkrankungskarrieren werden verlängert, Chronifizierung begünstigt, eine schlechte Versorgung wahrscheinlicher. Wenn man die ePA als Patient ablehnt, mag das Ausdruck von gefühlter Patientenautonomie sein. In Wahrheit ist es eine verneinte Chance auf eine bessere und im Gesamten günstigstere Versorgung.