Digitale Assistenten sichern medizinische Versorgung auf dem Land
21.01.2026. 03:14 Min.. Verfügbar bis 22.01.2028.
Digitale Assistenten sichern medizinische Versorgung auf dem Land
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Es ist eigentlich ein neuer Beruf im Gesundheitswesen. Der oder die DIHVA. Das steht für Digitale Hausärztliche Versorgungsassistenz. Erfunden hat es ein Hausarzt aus Olpe gemeinsam mit einem Berliner Psychologen. Daniela Ortmann ist eine der ersten DIHVAs in Deutschland und das aus Überzeugung.
Es sind allgemeine Fragen zur Gesundheit, die Daniela Ortmann Eckhart Schrage stellt: Haben Sie Kopfschmerzen? Schwindelgefühle? Ganz so wie bei einer ärztlichen Untersuchung. Doch das hier ist anders. Daniela Ortmann ist bei dem 84-Jährigen in einem Wohn & Pflegeheim im sauerländischen Rothemühle bei Olpe.
Ausgerüstet mit Laptop und digitalen Messgeräten
Daniela Ortmann ist eine DIHVA. Eine Digitale Hausärztliche Versorgungsassistentin. In einem kleinen Rucksack hat sie die nötigen Instrumente, um digitale Daten zu erfassen. Denn genau das sollen DIHVAS machen. Daten sammeln! Viele Untersuchungen für die der Senior sonst in eine Arztpraxis gemusst hätte.
DIHVAS sind Datensammler und sollen die Praxen entlasten
Nach ein paar Fragen hat das DIHVA-System im Computer die ersten Ergebnisse: Es empfiehlt einen Arztbesuch und weitere DIHVA-Untersuchungen. Kurz darauf misst Daniela Ortmann Herztöne mit einem digitalen Handscanner. Es folgt ein EKG, bei dem sich der Senior einen kleinen Metallsensor auf den Oberschenkel drückt.
Das DIHVA-Projekt zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung in der Fläche sicherzustellen. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse. Karl Josef Laumann, NRW Gesundheitsminister
Gesundheitsminister Laumann informiert sich vor Ort
Der Chef von Daniela Ortmann ist Hausarzt Stefan Spieren, der in Olpe ein Digitales Facharzt- und Gesundheitszentrum (DFGZ) betreibt. Dort werden seit Oktober DIVHAs ausgebildet. Finanziert von der Techniker Krankenkasse. Andere Kassen wollen folgen. NRW Gesundheitsminister Karl Josef Laumann hat sich dort über DIHVA informiert.
Daniela Ortmann erklärte ihm ihre Arbeit, in der sie mehr als 50 diagnostische Werte erfasst. Vor dem Hintergrund, dass nach einer Studie der Robert-Bosch-Stiftung in zehn Jahren in 40 Prozent der Landkreise Hausarztpraxen fehlen werden, ist der Minister gespannt auf die Ergebnisse.
Ausbildung ist für jeden in gut drei Monaten möglich
In gut drei Monaten können auch medizinisch nicht vorgebildete Menschen sich zur DIHVA ausbilden lassen. Medizinische Fachangestellte können die Ausbildung sogar in nur drei Wochen absolvieren. Doch sie sind nicht Ziel des Programms. Denn die DIHVAs sollen ja ergänzen und nicht ersetzen, so Hausarzt Stefan Spieren.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Techniker Krankenkasse
- DFGZ Olpe
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 21.01.2026, 19.30 Uhr