Einfacher Terminfindung mit Alternative der Krankenkassen | Aktuelle Stunde

02:35 Min. Verfügbar bis 23.12.2027

Krankenkassen schlagen Alternative zu Doctolib oder Jameda vor

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Die Nase läuft, der Hals kratzt und dann heißt es: Schnell einen Arzttermin buchen. Aber wie geht das am besten? Per Telefon? Online? Über die Webseite der Praxis? Oder über eine App wie Doctolib, Dr. Flex oder Jameda?

Einen Termin, zum Beispiel beim Hausarzt, wird meist online oder per Anruf vereinbart. Aber bei jeder Praxis läuft die Terminbuchung anders. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Gesetzliche Krankenkassen schlagen deswegen in einem Positionspapier ein neues Portal, vor. Eine Alternative zu kommerziellen Anbietern wie Doctolib oder Jameda. Damit soll es für gesetzlich Versicherte einfacher sein, Termine beim Arzt zu bekommen – gleichzeitig sollen Praxen und Notaufnahmen dadurch entlastet werden.

Denn Online-Dienste werden immer beliebter. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Zwei von drei Menschen haben sich demnach schon mal einen Arzttermin online besorgt. Vor zwei Jahren waren es nur halb so viele. Viele Details zu den neuen Plänen sind allerdings noch unklar. Fragen und Antworten.

Wo ist der Unterschied zu Doctolib, Dr. Flex oder Jameda?

Es gibt schon jetzt viele Anbieter, die eine Online-Terminbuchung möglich machen. Diese Plattformen sind kommerziell und bieten ihre Dienste den Ärzten oft gegen einen monatlichen Beitrag an. Praxen können dann überlegen, ob, und in welchem Umfang sie die Funktionen nutzen wollen.

Die geplante neue Plattform soll anders aufgestellt sein. Im Konzept steht, dass Praxen einen bestimmten Anteil ihrer freien Termine an das Portal weitergeben müssen. Diese Termine würden dann digital gefüllt und vergeben.

Was soll sich durch das Portal verbessern?

Bevor ein Termin vergeben wird, soll laut GKV‑Positionspapier eine digitale beziehungsweise hybride Ersteinschätzung erfolgen. Das bedeutet: Versicherte beantworten zuerst in einem digitalen, standardisierten Verfahren Fragen. Bei Bedarf stellt medizinisches Fachpersonal weitere Fragen, um die Dringlichkeit eines Falles einzuschätzen und zu entscheiden, welche Versorgungsebene die richtige ist. Das Portal gibt dann eine Rückmeldung:

"Das kann sein: Gehen Sie morgen zum Hausarzt oder gehen Sie sofort in die Krankenhaus-Notaufnahme. Aber die Empfehlung kann auch sein: Legen Sie sich ins Bett und trinken Sie Erkältungstee." Janka Hegemeister, Pressereferentin GKV

Ziel ist es, unnötige Arztbesuche zu vermeiden und Patienten bedarfsgerecht zu lenken - und das System zu entlasten.

Bekomme ich schneller einen Termin beim Facharzt?

Die Idee sieht auch vor, dass Überweisungen vom Hausarzt zum Facharzt über das Portal abgewickelt werden. Dabei sollen die Termine nach Dringlichkeit vergeben werden. Wer beispielsweise die schwerwiegendere Verletzung hat, bekommt schneller einen Termin, als Menschen mit weniger Leidensdruck.

Ob jemand schneller als mit den aktuellen Systemen einen Termin bekommt, hängt also von der Erkrankung ab. Da das neue Portal bisher nur in seinen Grundzügen skizziert ist und im Detail noch ausgearbeitet werden muss, ist auch noch nicht klar, wie genau die Auswirkungen auf den Buchungsprozess sein werden.

Wer profitiert von so einem Portal?

Auch das lässt sich wegen der noch rudimentären Vorschläge nicht genau abschätzen.

Ist das neue System auch für Privatpatienten?

Das Positionspapier sagt nichts darüber aus, ob das neue Termin‑System auch für Privatpatienten nutzbar sein soll. Herausgeber sind die gesetzlichen Krankenkassen. Deshalb beschreibt das Papier nur Regelungen für gesetzlich Versicherte. Ob Privatversicherte auch einbezogen werden sollen, ist nicht klar.

Was ist mit Personen, die nicht digital unterwegs sind?

"Personen, die nicht digital eingebunden sind, sollen natürlich nicht ausgeschlossen werden", sagt Janka Hegemeister. Es gäbe immer noch die Möglichkeit, in der Praxis anzurufen und auf diesem Weg einen Termin zu buchen. Vielleicht gäbe es sogar eine bessere Erreichbarkeit, wenn ansonsten Termine digital vergeben würden.

Wer soll das neue Portal bezahlen?

Das geht aus dem Papier nicht direkt hervor. Das Papier spricht aber davon, dass bestehende Steuerungsinstrumente "mindestens kostenneutral ersetzt" werden sollen. Kostenträger, Summen oder Finanzierungsmodelle werden nicht genannt.

Was ist mit dem Datenschutz?

Konkretes zum Datenschutz wird in dem aktuellen Papier noch nicht beschrieben.

Wie geht es jetzt weiter?

Die gesetzlichen Krankenkassen haben den Vorschlag für dieses Portal weitergereicht an die Politik. Diese muss nun die Rahmenbedingungen schaffen, um anhand des Vorschlages ein Portal und ein System im Detail auszuarbeiten.

Damit verbunden ist auch die Frage, in welchem Umfang Ärztinnen und Ärzte ihre freien Termine in ein solches Portal einstellen müssen. Mit einem solchen System würden Praxen ihre Selbstbestimmung bei der Terminvergabe ein Stück weit abgeben. Viele Akteure müssen dem zustimmen und sich einigen. Da es sich aktuell nur um einen Vorschlag handelt, ist der Weg noch weit.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 23.12.2025 12:58 Uhr

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