Ein Schild mit der Aufschrift "Stop Castor"

Per Eilantrag: BUND klagt gegen Atommüll-Transporte durch NRW

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Eigentlich sollten die ersten Castor-Transporter durch NRW von Jülich nach Ahaus bald rollen. Die Umweltschutzorganisation BUND geht jetzt gerichtlich dagegen vor.

Wie die Organisation am Mittwoch mitteilte, habe der NRW-Landesverband einen Eilantrag beim Berliner Verwaltungsgericht gegen die Atommülltransporte eingelegt. Damit wolle der BUND erreichen, dass die aufschiebende Wirkung seines Widerspruchs gegen die vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) erteilte Transportgenehmigung wiederhergestellt werde. Weil das Bundesamt in Berlin seinen Sitz hat, ging die Klage auch vor einem Berliner Gericht ein.

Eine Sprecherin des Berliner Verwaltungsgerichts bestätigte den Eingang des Eilantrags. Das BASE hatte den Antrag der Umweltorganisation gegen den sofortigen Vollzug der Transportgenehmigung für die Castoren zuvor abgelehnt. 

BUND sieht keinen Zeitdruck für Transporte

Castoren im Forschungszentrum Jülich

Um Castoren wie diese geht es im aktuellen Fall.

Der BUND halte die vom BASE für den Sofortvollzug der Transporte vorgebrachten Gründe nach wie vor für wenig stichhaltig, hieß es in einer Mitteilung. Allein der Umstand, dass der jetzt so dringlich zu beseitigende Rechtszustand seit zwölf Jahren untätig hingenommen worden sei, dokumentiere das Fehlen jeglicher Dringlichkeit.

Per Eilantrag: BUND klagt gegen Atommüll-Transporte durch NRW

WDR Studios NRW 10.09.2025 00:47 Min. Verfügbar bis 10.09.2027 WDR Online


Nach Ansicht des BUND ist der Transport der Brennelemente nicht hinreichend sicher. Bis zur Klärung der Sicherheitsfrage im Hauptsacheverfahren müsse deshalb die Genehmigung außer Vollzug gesetzt werden. 

Laut BUND begründet das Bundesamt den Sofortvollzug mit dem komplexen Planungsprozess der Transporte und den erheblichen Kosten für die öffentliche Hand. "Aber genau das spricht ja dafür, ein anhängiges Rechtsmittelverfahren erst abzuwarten, ehe die Castorbehälter auf die Straße geschickt werden", sagte die stellvertretende BUND-Landesvorsitzende Kerstin Ciesla. "Erst nach juristischer Prüfung ist klar, ob die Transporte überhaupt rechtmäßig sind." Vom BASE gab es bislang keine Stellungnahme.

Auch die Stadt Ahaus überlegt jetzt, gegen die Castor-Transporte zu klagen. Manuel Benning von der Ahauser Stadtverwaltung: "Ich glaube, das liegt auf der Hand, dass die Stadt nach so einer langen Historie noch mal drauf schaut und für sich klarstellt, ob unsere Rechte verletzt sind. Wenn ja, würden wir auch die weiteren Schritte einleiten."

152 Castoren sollen transportiert werden

Geplant ist der Transport von 152 Castor-Behältern durch NRW. Auf der gut 170 Kilometer langen Strecke sollen knapp 300.000 Brennelemente aus dem früheren Jülicher Versuchsreaktor mit Schwertransportern in das Zwischenlager in Ahaus gebracht werden. Die Transportgenehmigung sei befristet bis 31. August 2027 und sofort vollziehbar, hatte das Bundesamt entschieden.

Für die Lagerung des Atommülls im rheinischen Jülich war die letzte Betriebsgenehmigung bereits 2013 ausgelaufen. Statt des Transports ist nach Ansicht der Umweltschützer der Bau eines sicheren Zwischenlagers in Jülich die bessere Lösung. Denn auch die Betriebsgenehmigung für Ahaus sei nur befristet.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Pressemitteilung des BUND-Landesverbands Nordrhein-Westfalen
  • Stadt Ahaus

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