Kennedy, Churchill, Tito: Chopins Trauermarsch ist der Soundtrack für Staatsbegräbnisse. Dabei ist dieser Welthit nur die Single-Auskopplung einer Klaviersonate – rätselhaft, düster und alles andere als harmlos.
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Team hinter dieser Folge:
Host & Autor: Michael Lohse
Grafik: Marc Trompetter / WDR
Ein einziger Ton, ein gravitätischer Rhythmus – mehr braucht Chopin nicht, um einen ganzen Trauerzug in Bewegung zu setzen. Sein berühmter „Marche funèbre“ ist aber nur das Zentrum der b-Moll-Sonate op. 35. Um ihn herum baut Chopin ein düsteres Klavierdrama voller scharfer Kontraste: fiebrige Unruhe, tröstende Erinnerungen, erstarrter Schmerz – und am Ende fegt ein gespenstisches Mini-Finale vorbei, über das selbst Robert Schumann nur rätseln kann: „einer Sphinx gleich mit spöttischem Lächeln“.
Wenn dir die Musik von Frédéric Chopin gefällt, solltest du unbedingt auch seine 24 Préludes op. 28 hören – mit dem berühmten „Regentropfen-Prélude“. Oder Beethovens „Pathétique“, an deren dramatischen Beginn Chopin in seiner b-Moll-Sonate anknüpft. Die passenden Folgen der WDR 3 Meisterstücke findest du in ARD Sounds.
In dieser Folge spielen wir diese Aufnahme:
Frédéric Chopin
Sonate b-Moll op. 35Andrei Gavrilov (Klavier)
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