Auf dem Desenberg stehen der Turm und Mauern einer alten Burg, im Hintergrund Felder und Windräder

Einem Vulkan auf der Spur: Ausflug zum Desenberg in der Warburger Börde

Unterwegs

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Der Desenberg im Kreis Höxter ist mehr als nur ein Berg: Bei einem Ausflug in die Warburger Börde können Naturfans und Wanderbegeisterte seinen Geheimnissen auf den Grund gehen.

Von Vivienne Zahel, Olaf Tack (Multimedia)

Mitten in der gewellten, grünen Weite der Warburger Börde erhebt sich wie aus dem Nichts ein steil aufragender Kegel: der Desenberg, weit ins Land sichtbar. Rund 150 Meter überragt er die umliegenden Felder, Wiesen und kleinen Dörfer. Auf seiner Spitze thront die Ruine einer alten Burg. Schon der erste Eindruck verrät: Der Desenberg bei Daseburg im Kreis Höxter ist ein ganz besonderes Stück Naturgeschichte.

Das erwartet Ausflügler am Desenberg

00:18 Min. Verfügbar bis 31.08.2027

Er gilt als der einzige echte Vulkanberg Westfalens. Laut der Stadt Warburg ist der markante Kegel der Überrest eines ehemaligen Vulkanschlotes. Vor Millionen von Jahren stieg hier Magma aus dem Erdinneren auf, durchbrach jedoch nie die Oberfläche, sondern erstarrte bereits im Untergrund.

Desenberg: Der Vulkan, der nie ausbrach

Einen Vulkanausbruch gab es hier also nie. Im Laufe der Zeit trugen Erosion und Verwitterung das Gestein um den Schlot ab und legten das erkaltete Magma, genauer gesagt Basaltgestein, frei. So wurde der Desenberg, das heutige Wahrzeichen der Warburger Börde, sichtbar. Weitere einzigartige Naturorte in NRW zeigen wir hier.

So schön ist es am Desenberg

Fotogalerie

Wanderführerin Maria Theresia Herbold steht mit einer Gruppe von Wanderern vor der Burgruine des Desenbergs.

Regelmäßig besteigen Wandergruppen den markanten Basaltkegel.

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Regelmäßig besteigen Wandergruppen den markanten Basaltkegel.

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Der Desenberg mit seiner Burgruine.

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Der weite Blick über die sanft geschwungene Landschaft der Warburger Börde.

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Der Gipfel des Desenbergs ist der perfekte Ort für eine Verschnaufpause - inklusive reichlicher Stärkung.

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"Millionen Jahre war der Desenberg verborgen", erklärt Wanderführerin Maria Theresia Herbold, die den Berg regelmäßig erklimmt. An diesem sonnigen Vormittag beginnt der Ausflug am Fuß des Basaltkegels. Mit einer kleinen, motivierten Gruppe will Herbold den Panorama-Wanderweg zum Gipfel hinauf. "Man glaubt kaum, dass so ein Berg hier steht", sagt sie und schmunzelt. Ihre Faszination teilt sie mit vielen: Der Desenberg ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Frühmorgens oder in den späten Abendstunden ist die Atmosphäre besonders schön.

Landschaftsführerin Maria Theresia Herbold im Interview. Im Hintergrund stehen zwei Frauen.

Maria Theresia Herbold erzählt gerne von der spannenden Geschichte des Desenbergs

Auf der rund 1,5 Kilometer langen Wanderung hoch zum Desenberg entdecken die Ausflügler viele kleine Überraschungen rechts und links am Wegesrand - und in der Luft. Neben Bienen und Hummeln fliegen auffällig viele große, schwarz-gelbe Schmetterlinge, sogenannte Schwalbenschwänze, umher. "Männchen und Weibchen treffen sich für ihre Paarungstänze immer hier", sagt Landschaftsführerin Herbold. Deswegen ist der Schmetterling das Wappentier des Desenbergs.

Schmetterlingsflügel als Fotospot

Auch ein neuer Fotospot zeigt die Verbundenheit zu den Faltern. Etwa 2,30 Meter hohe und 500 Kilogramm schwere Schmetterlingsflügel aus Stahl stehen am Wanderweg. Es dauert nicht lange, bis sich einige aus Herbolds Gruppe zwischen die Flügel stellen und sich als übergroßen Schwalbenschwanz vor der Bergkulisse fotografieren lassen.

Desenberg: Infos zur Wanderung

Anreise mit dem Auto: Parkplatz "Burg Desenberg", Am Desenberg 1, 34414 Warburg
Anreise mit dem ÖPNV: RE11, 17 oder 57 bis Bahnhof Warburg, von dort mit dem Bus R34 bis Daseburg-Rothehaus
Strecke: Aufstieg zum Gipfel mit rund 150 Höhenmetern, etwa 1 bis 1,5 Kilometer lang, je nach Route, etwa 30 bis 45 Minuten
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel, schmaler und stellenweise steiler Pfad, nicht für Kinderwagen geeignet, festes Schuhwerk tragen
Tipp: ein Picknick auf dem Gipfel mit Rundumblick

Die etwa 45-minütige Wanderung gilt als leicht bis mittelschwer. Trotzdem machen die Ausflügler einen kurzen Zwischenstopp. Wer Proviant mitgenommen hat, stärkt sich beim Picknick für die letzten Meter des Aufstiegs.

Was hat es mit der Burgruine auf sich?

Das Ziel für Herbold und ihre Wandergruppe ist in Sicht. Oben angekommen bestaunen sie einen atemberaubenden Rundblick über die Börde bis hin zum Eggegebirge und Teutoburger Wald. Bei klarer Sicht reicht der Blick sogar bis zum Weserbergland. Im Rücken erhebt sich die Ruine der Desenburg.

Rundumblick auf die Desenburg

00:33 Min. Verfügbar bis 31.08.2027

Erstmals wurde die Burg im Jahr 1070 in Dokumenten erwähnt, heißt es. Um das Jahr 1600 wurde sie verlassen und als Steinbruch für den Häuserbau von den Dorfbewohnern in der Umgebung genutzt. Heute sind von der Burg nur noch der restaurierte Burgfried und Mauerreste aus dem 12. Jahrhundert erhalten.

Bis auf die keuchenden Bergsteiger und den pfeifenden Wind ist es ganz still auf dem Gipfel. Der Ort fasziniert die Wanderer. "Wenn ich den Desenberg sehe, denke ich immer: Hach, jetzt bin ich wieder zu Hause. Das ist so ein richtiges Heimatgefühl", sagte eine der Wanderinnen. Für sie hat das Fleckchen Erde zwischen Vulkangestein, Panorama und Schmetterlingen Potenzial zum Lieblingsort.

Über dieses Thema haben wir auch am 02.08.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit am Samstag, 19.30 Uhr.