Julian war Frühchen: Jetzt arbeitet er auf der Frühchenstation in Münster
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2003 liegt Julian Mergler auf der Frühchenstation in Münster, mit einem Gewicht von gerade mal 630 Gramm. Warum er jetzt als Auszubildender da arbeitet, wo damals alles angefangen hat.
Von Rebecca Hoven und Paula Goebel (Multimedia)
Wenn Julian Mergler den Inkubator, auch bekannt als Brutkasten, über den Flur des St. Franziskus-Hospitals in Münster schiebt, kann man kaum erahnen, wie sein eigenes Leben 2003 begann. Der heute 22-Jährige kam hier auf der Neonatologie als Frühchen zur Welt: in der 24. Schwangerschaftswoche, mit gerade mal 630 Gramm.
Laut Bundesverband "Das frühgeborene Kind" e.V.gehört Mergler damit zu ungefähr acht Prozent der Kinder, die in Deutschland zu früh geboren werden. Je früher ein Kind geboren wird, desto anfälliger sind seine Organe und Körperfunktionen für Komplikationen. Deshalb verbringen Frühchen die erste Zeit in einem Inkubator, der die Bedingungen im Mutterleib nachahmt.
Auch Mergler verbrachte die erste Zeit seines Lebens im Inkubator. Auf Fotos von damals sieht man ihn als Baby, verkabelt, mit einer Sonde in der Nase. Doch Mergler kämpfte sich durch, verließ die Frühchenstation nach dreieinhalb Monaten und wuchs zu einem gesunden, jungen Mann heran.
Ein Kreis schließt sich
Nach dem Abitur entschied er sich für eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Eine seiner Stationen: die Frühchenstation, in der er selbst damals ums Überleben gekämpft hat. Heute steht er auf der anderen Seite des Inkubators und arbeitet Seite an Seite mit Pflegekräften, von denen sich manche sogar noch an seine Zeit als Frühchen erinnern: Genau wie sie möchte auch er Eltern und Kindern zeigen, dass man nicht die Hoffnung aufgeben darf. Julian Mergler will ihnen etwas zurückgeben, denn er weiß aus eigener Erfahrung: "Es lohnt sich, zu kämpfen!"
Dieser Beitrag liefert Informationen zum Instagram-Reel der WDR Lokalzeit "22 Jahre später: Zurück auf der Frühchenstation" vom 15.01.2026, 16.29 Uhr.