Florian Polansky, ein blondhaariger Mann mit Dreitagebart im karierten Flanellhemd, sitzt und präpariert einen Fasan mit einer Metallnadel.

Tote Tiere sind sein Handwerk: Florian ist Tierpräparator

Kreis Siegen-Wittgenstein | Heimatliebe

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Florian Polensky haucht in seiner Werkstatt im Keller toten Tieren wieder ein bisschen Leben ein: Er ist Tierpräparator. Egal ob Fasan, Giraffe oder Büffel, der 42-Jährige hatte schon viele verschiedene Tiere auf der Werkbank. Warum Haustiere da nicht dabei sind.

Von Anke Bösenberg

Florian Polensky ist hochkonzentriert. Er ist über seinen Arbeitstisch gebeugt, in der Hand ein Skalpell, das er gerade wetzt. Vor ihm liegt ein Fasan. Geschossen vor einiger Zeit im Münsterland. Mit ruhigen Händen setzt Florian Polensky das Skalpell an. Präzise zieht er einen geraden Schnitt über den Brustkorb des Fasans. Dann entfernt er alle Fett- und Fleischreste, bis nur noch Haut und Federn übrig sind. Die muss er nun ausgiebig waschen und desinfizieren - schließlich soll das Federkleid, wenn Polensky mit seiner Arbeit fertig ist, wieder schön glänzen und lange so erhalten bleiben.

Der 42-Jährige hat den Beruf des Tierpräparators von seinem Vater gelernt. Er war schon als kleines Kind fasziniert. "Mein Papa hat mich immer machen lassen. Und dann habe ich meine ersten kleinen Mäuse präpariert, so hat alles angefangen."

Tierpräparator aus Bad Berleburg

Lokalzeit Südwestfalen 17.03.2026 03:15 Min. Verfügbar bis 17.03.2028 WDR Von Anke Bösenberg

Nach seiner Ausbildung zum Präparator in Bochum ist er um die halbe Welt gereist, um das Handwerk noch besser zu lernen. In Namibia hat er eine ganze Giraffe präpariert, in Finnland, Dänemark und Österreich hat er gelernt. In der Schweiz hat er Tiere in einem Museum präpariert. Polenskys Werkstatt in Bad Berleburg steht voll mit alten Fellen, Tierköpfen, Töpfchen und Tiegeln und Werkzeugen. Der tote Fasan, an dem er gerade arbeitet, liegt jetzt quasi "auf links" auf seiner Werkbank.

Vizemeister bei Europa-Meisterschaft der Präparatoren

Der nächste Schritt ist knifflig. Florian Polensky muss die Haut mit den Federn über eine spezielle Kunststoff-Form aus Polyurethan-Schaum stülpen. Die Form nimmt er noch einmal in die Hand und arbeitet sie genau aus. Dann stülpt er vorsichtig das Federkleid darüber. Er muss aufpassen, dass er es nicht zerstört.

Dann das Aufatmen: Alles sieht perfekt aus. Die Form passt genau. Polensky nimmt den Fasan an den Füßen und schüttelt ihn, damit die Federn in die richtige Reihenfolge kommen. "Die Kunst ist, dass man den Tieren wieder Leben einhaucht und sie einen lebendigen Blick haben. Das schafft man nur, wenn man sehr genau arbeitet und die Anatomie so gut wie möglich nacharbeitet. Und man muss viel, viel üben." Das hat sich für den Berleburger ausgezahlt. Er ist im Jahr 2023 Vizemeister bei der Europa-Meisterschaft der Präparatoren in zwei Kategorien geworden.

Berleburger präpariert keine Haustiere

Florian Polensky braucht für die Präparation eines Fasans ein bis zwei Tage. Die Kosten hierfür liegen je nach Aufwand bei mindestens 450 Euro. Seine Aufträge bekommt er aus der ganzen Welt. Darunter sind auch viele exotische Tiere. Seine Kunden sind Jäger, aber auch Museen, die keinen eigenen Präparator haben.

Florian Polansky, ein blondhaariger Mann mit Dreitagebart im karierten Flanellhemd, sitzt an einem hölzernen Arbeitstisch und präpariert einen Fasan mit einer Metallnadel.

Ein bis zwei Tage benötigt der Tierpräparator für einen Fasan

Aber eines lehnt er kategorisch ab: Haustiere zu präparieren. "Wenn ich ein Wildtier mache, dann muss ich die Wildart treffen, ein Büffel muss eben aussehen wie ein Büffel. Aber so ein Haustier, das hat der Besitzer so lange bei sich gehabt, er kennt jede Falte. Das kann ich gar nicht schaffen, weil ich es auch nicht kannte."

Nachdem er das Federkleid des Fasans auf der Brust wieder zugenäht hat, folgt der letzte Schritt. Florian Polensky befestigt das Tier auf einem dicken Ast. Dort glitzern die Federn des Fasans im Licht, als wäre er nie bei der Jagd geschossen worden. In seiner großen Gefriertruhe liegt schon das nächste Tier, das von ihm präpariert werden soll.

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 17.03.2026, 19.30 Uhr.