Eine junge Frau steht neben einem Hund vor einem großen Fußballstadion. Vor dem Stadion sind viele Menschen. Einige tragen Fanschals von dem Verein Schalke. Die junge Frau trägt auch einen blauen Fußballschal und legt ihre Hand auf den Kopf des Hundes.

Mit Blindenhund auf Schalke: Wittenerin kämpft für mehr Inklusion im Stadion

Füreinander

Stand:

Schalke ist das zweite Zuhause von Sabrina Führer. Zusammen mit Hündin Reyka kämpft die blinde Wittenerin dafür, dass Assistenzhunde bei Fußballspielen selbstverständlich sind. Denn obwohl die Rechtslage klar ist, stößt sie immer wieder auf große Hürden.

Von Rebecca Hoven und Jonas Burgwinkel (Multimedia)

Heimspieltag auf Schalke: Sabrina Führer ist mit ihrer Hündin Reyka auf dem Stadiongelände in Gelsenkirchen unterwegs. Reyka weiß direkt, wo es langgeht. Denn sobald die deutsche Langhaarschäferhündin ihr weißes Geschirr trägt, ist sie im Dienst. Die Vierjährige ist ausgebildete Blinden-Assistenzhündin und führt ihre Besitzerin zielstrebig durch die Menschenmenge.

Mit Blindenhund ins Stadion

Schalke 04 ist die große Leidenschaft von Führer. Seit 30 Jahren hat die Wittenerin eine Dauerkarte. Doch gesehen hat sie ihren Verein noch nie: Die 44-Jährige ist von Geburt an blind. Hündin Reyka hilft ihr im Alltag zu mehr Unabhängigkeit, Sicherheit und Teilhabe. "Wir sind immer zusammen", sagt Führer. So auch im Stadion.

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Etwa 3000 Assistenzhunde gibt es laut Expertenschätzungen in Deutschland. Im Behindertengleichstellungsgesetz sind die Rechte von Mensch-Assistenzhund-Teams festgehalten. So ist das Mitführen von zertifizierten Assistenzhunden zum Beispiel in Geschäften und Restaurants seit 2021 offiziell erlaubt - und auch in Stadien. Doch das ist nicht überall selbstverständlich.

Inklusion darf keine Ausnahme sein

Hündin Reyka hat inzwischen Führer sicher zu einem Imbissstand gebracht. Sie sind ein eingespieltes Team, zusammen waren sie bereits in zehn Stadien. Doch sind sie dabei immer wieder auf einige Hürden gestoßen. So setzen einige Stadien Assistenzhunde mit normalen Hunden gleich oder wissen nicht, wie sie helfen können. Obwohl sie das Recht hat, wurde Führer der Zutritt mit Reyka in manchen Stadien verwehrt.

Führer setzt sich dafür ein, dass der Zutritt ins Stadion für blinde Menschen einfacher wird und die Vereine Inklusion wirklich leben. Bislang steht in der Stadionordnung von Schalke 04, dass Tiere jeglicher Art verboten sind. Doch das könnte sich dank Führer bald ändern. Schalke will seine Stadionordnung für Assistenzhunde anpassen.

Dieser Beitrag liefert Informationen zum Instagram-Reel der WDR Lokalzeit "Reyka sieht für Sabrina auf Schalke" vom 03.01.2026, 11.03 Uhr.