Torsten Sträter redet offen über seinen Krebs - Vorbild für andere?
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Komiker Torsten Sträter geht offen mit seiner Krebserkrankung um. Doch Experten wissen, das fällt vielen Patienten schwer.
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Jetzt mitdiskutierenWem sage ich wann, was? Muss ich mich überhaupt mitteilen oder kann ich die Diagnose Krebs auch erst mal für mich behalten? Jede und jeder Betroffene sollte individuell für sich entscheiden, ganz egoistisch, was einem in dieser Ausnahmesituation gut tut, sagt Prof. Philipp Lenz. Er leitet an der Uniklinik in Münster die Palliativmedizin, hat viel Kontakt zu Krebspatienten.
Sehnsucht nach Normalität
Lenz sagt auch, die Informations- und Deutungshoheit liege immer bei dem Erkrankten. Er berichtet von einem jungen Mann, Krebspatient, der sich nichts sehnlicher wünscht, als mit seinen Nachbarn vor dem Haus zu stehen und zu grillen, ganz normal, wie es vorher auch war, vor der Diagnose. "Warum sagt der Mann das? Er will nicht ständig mitleidsvoll angeguckt werden", erklärt Lenz.
Immer häufiger "outen" sich Promis wie jetzt Torsten Sträter
Der Palliativmediziner hat Verständnis für Promis wie den Komiker Torsten Sträter, der offen mit seiner Krebserkrankung umgeht. Das haben vor ihm schon viele andere Menschen getan, die in der Öffentlichkeit stehen, die Sängerinnen Anastacia und Kylie Minogue zum Beispiel.
Auch die Schauspieler Robert de Niro, Michael Douglas und Ben Stiller machten ihre Krebserkrankung öffentlich. Ebenso: Prinzessin Kate, König Charles, der Showmaster Thomas Gottschalk oder auch deutsche Politiker wie der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach aus Bergisch Gladbach oder die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD).
Sie alle haben offen über ihre Krebserkrankungen berichtet. Sicherlich auch, um klarzumachen, warum sie sich eine Zeitlang aus der Öffentlichkeit zurückziehen müssen.
"Totaler Kontrollverlust"
Doch wie sieht es im "normalen" Leben aus, welchen Weg gehen nicht-prominente Erkrankte? "Die Diagnose Krebs", sagt der Heidelberger Psychoonkologe Till Johannes Bugaj, "fühlt sich für die Betroffenen zunächst an als würden sie einen totalen Kontrollverlust erleiden. Gestern noch gesund und jetzt plötzlich todkrank." Umso wichtiger sei es für die Betroffenen, ein Stück Kontrolle zurückzubekommen, und das heißt auch, selbst zu entscheiden, wem erzähle ich was, sagt Bugaj.
Offen mit Kindern reden
Der Psychoonkologe macht eine Einschränkung: Krebserkrankte Eltern sollten mit ihren Kindern immer offen und ehrlich sprechen und nicht versuchen, die Krebserkrankung vor ihren Kindern geheim zu halten. "Das geht nach hinten los", weiß Bugaj aus Erfahrung. "Wenn das rauskommt, kriegen Kinder noch mehr Angst."
Oberarzt Dr. Ansgar Köchel von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Uniklinik in Münster glaubt, dass die Art und Weise, wie Krebserkrankte mit ihrem Umfeld kommunizieren, auch eine Frage des Alters ist. Ältere Patienten neigten eher dazu, ihre Erkrankung zu verschweigen, aus Sorge, dass sie sonst ihre Angehörigen all zu sehr belasten könnten.
Gefragt: Empathie und Mitgefühl
Köchel sieht im Klinikalltag allerdings auch eine positive Entwicklung: In der Ausbildung von Medizinern gehe es auch genau um diese Themen, Offenheit, Empathie und Mitgefühl, und davon profitierten am Ende alle, auch die Patienten.
Unsere Quellen:
- Prof. Philipp Lenz, Palliativmedizin an der Uniklinik Münster
- Dr. Till Johannes Bugaj, Abteilung Psychoonkologie an der Uniklinik Heidelberg
- Dr. Ansgar Köchel, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Uniklinik Münster
14 Kommentare
Kommentar 14: Marco Schmidt schreibt am 16.04.2026, 22:43 Uhr :
Es ist wahnsinnig schwer etwas zu dieser Krankheit zu sagen. Ich kenne es gut. Ich wünsche dir sehr viel Kraft. Verlier nie den Mut. Wir brauchen dich um mit der jetzigen Situation auf der Welt einigermaßen zurecht zu kommen. Wir drücken dir so sehr die Daumen. Gut zugegeben, es sind nicht so viele aber es machen tausende. Deswegen sind es so viel mehr. Du machst das so toll. Wenn du Auftrittst sind die Sorgen im Hintergrund. Die ganze Multiple Sklerose spielt dann eine Nebenrolle. Egal wie schwer sie ist. Wir alle schicken dir ganz viel Kraft.
Kommentar 13: Tina Troffler schreibt am 16.04.2026, 21:31 Uhr :
Wenn Promis ihre Erkrankung öffentlich machen, dann bitte mit Differenzierungen. Krebs ist nicht gleich Krebs. Viele Krebsarten sind mittlerweile gut heilbar, andere nicht. Krebsart und Tumorstadium sind entscheidend. Ein Tumor? Kann alles bedeuten. Beim pauschalen....ich habe Krebs...ensteht immer der falsche Eindruck, als ob es per se und selbstredend etwas Tragisches und Scheußliches und Lebensbedrohendes ist. Also welche Art, welches Stadium und wie ist die Behandlung? Wenn man das nicht etwas differenzierter öffentlich machen möchte, hält man besser ganz die Klappe, unnötiger Alarmismus.
Antwort von Marco Schmidt , geschrieben am 16.04.2026, 22:47 Uhr :
Da gebe ich Ihnen recht. Trotzdem erfordert es sehr viel Kraft, diese Diagnose zu bestätigen. Egal wie schwer sie ist. Es macht was mit einem und zieht ihn erstmal runter, bevor der Wille kommt zu kämpfen. Manchmal unterschätzt man das ganze. Es erfordert eine ganze Menge an Kraft.
Kommentar 12: Yvi schreibt am 16.04.2026, 20:46 Uhr :
Der Beitrag zeigt aus meiner Sicht eindrücklich, wie wichtig es ist, so viel wie möglich Selbstkontrolle über diese Ausnahmesituation zu haben. Und als Betroffene, die selbst auch in einem gewissen Umfang im öffentlichen Leben steht, kann ich sagen, dass es auch ein Stück Freiheit bedeutet, sich nicht verstellen zu müssen und etwas vorzutäuschen, was nicht da ist. Authentisch sein zu dürfen, Grenzen setzen zu können, weil es die Gesundheit erfordert... all das macht mir den Umgang mit mir und auch nach außen leichter. Und ich denke auch, dass es Mut machen kann, wenn man andere erlebt, die genauso betroffen sind, und die Mut und Stärke zeigen, zu sich zu stehen.
Kommentar 11: Mussja schreibt am 16.04.2026, 18:40 Uhr :
Ich habe gute Erfahrungen gemacht, nachdem ich offen über meine Diagnose gesprochen habe, und das, ganz ohne "Promi" zu sein. Es kommt natürlich auch auf das persönliche und das berufliche Umfeld an, und schließlich muß jede/r für sich selbst entscheiden, wie, ob und mit wem darüber gesprochen werden kann. Einige der Kommentare hier finde ich ziemlich respekt- und gefühllos, Gottseidank habe ich solche Reaktionen (Stichwort "Wen interessiert das schon?") nicht erleben müssen.
Kommentar 10: Friesenjung schreibt am 16.04.2026, 18:25 Uhr :
Was ereifern sich hier einige, solch negative Kommentare zu schreiben. Zeigt es doch Mut und Stärke damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich wünsche jedem, davon verschont zu bleiben. Und wenn doch eine schlimme Diagnose kommt oder jemand von einem Schicksalsschlag betroffen ist, tut es gut darüber zu sprechen, sich mitzuteilen. Ich schreibe aus Erfahrung. Also ihr negativen anonymen Schreiber, denkt darüber nach!
Kommentar 9: Lisa schreibt am 16.04.2026, 17:31 Uhr :
Ich weiß nicht, warum Promis immer alles in die Öffentlichkeit tragen müssen. Genauso weiß ich nicht, warum die Öffentlichkeit so an jeder Kleinigkeit interessiert ist und alles genau wissen will. Privatsache sollte Privatsache bleiben und respektiert werden. Aber dann hätten Medien ja nicht mehr viel zu schreiben. Ach ja, schreiben - da war doch noch was. Ja, stimmt, Promismeinen gerne, sie müssten Bücher über ihre Lebenskrisen schreiben, weil das ja sooo interessant ist. Also muss dieser Personenkreis natürlich aus der Privatsache vorher schon eine öffentliche machen. Da kann ich nur sagen, nehmt Euch nicht so wichtig! Im übrigen wünsche ich allen Menschen, die erkrankt sind, von ganzem Herzen gute Besserung.
Kommentar 8: Gesundheit schreibt am 16.04.2026, 16:25 Uhr :
Deutschland ist es egal ob ich gesund bin,geschweige denn der Welt, ich bin nur einer von 8,2 Mrd. Erdbewohnern und alle die zur Zeit krank sind, machen ihre Krankheit nicht öffentlich, die sogenannten Promis meinen, so verfahren zu müssen, ihre persönliche Sache, wenn sie es auf Social Media kund tun, gibt es zu vielen guten Genesung Wünschen auch die negative Seite, das sollte sich jeder bewusst machen,wünsche allen die unter einer Krankheit leiden und das privat handeln baldige und gute Genesung.
Kommentar 7: Manni schreibt am 16.04.2026, 16:08 Uhr :
Krebs hatte ich nie, auch keine schwere Erkrankung. Ich war nur mal in der Klappse, also Psychiatrie. Damit bin ich privat und beruflich offen umgegangen. Bei Bedarf, ich hab mir kein Schild umgehängt. Besonders Menschen in ähnlichen Situationen hat es geholfen, sagten sie mir. Vielen Mitpatienten war es sehr wichtig, das möglichst Keiner davon erfuhr. Prominent war keiner von uns. Mir gefällt es sehr, wie Torsten als Promi damit umgeht. Seien es körperliche oder psychise Leiden. Aus meiner Sicht hilft er damit vielen Betroffenen.
Kommentar 6: Markus schreibt am 16.04.2026, 15:23 Uhr :
Ich war vor zwei Jahren im Krankenhaus mit Verdacht auf Krebs. Glücklicherweise war es keiner und die Ursache letztendlich harmlos. Ich habe ein paar ausgewählten Personen davon erzählt. Einzelne reagierten panisch und übertrieben rührselig („Es ist schade, dass Du bald nicht mehr da bist“), obwohl die Diagnose noch ausstand. Die meisten reagierten normal, aber ein paar Vögel gibt es immer, die ein Riesendrama daraus machen. Deshalb: Respekt und gute Besserung!
Kommentar 5: Andre Schäfer schreibt am 16.04.2026, 13:56 Uhr :
Die weite Welt interessiert es nicht, dass ich gesund bin. Also geht es die weite Welt auch nichts an, wenn ich krank bin. Und wenn ich irgendwann mal mein Essbesteck zurückgegeben habe, wird die weite Welt auch das nicht erfahren.
Antwort von Ich , geschrieben am 16.04.2026, 16:10 Uhr :
Richtig, aber Herr Sträter steht in der Öffentlichkeit. Einen Herrn André Schäfer kenne ich nicht. Weiterhin alles Gute.
Antwort von Gesundheit , geschrieben am 16.04.2026, 16:35 Uhr :
Einen Andre Schäfer kenne ich nicht,teile aber seine Meinung.
Kommentar 4: Joker schreibt am 16.04.2026, 12:01 Uhr :
Wen interessiert es überhaupt?