Eine Aufnahme aus der Aufführung: Darsteller Tina Seidel und Thomas Jansen sind festlich gekleidet. Jansen zeigt auf einen weiteren Darsteller, der als Weihnachtsmann verkleidet ist. Er hat die Kapuze tief in die Stirn gezogen und schleicht sich davon.

Komödie "...und es gibt ihn doch!" in Bonn

Stand:

Eine Mutter will, dass ihre Kinder weiter an den Weihnachtsmann glauben. Sie überredet den Nachbarn, das Kostüm anzuziehen. Doch das hat in René Heinersdorffs Komödie am Contra-Kreis-Theater fatale Folgen.

Von Stefan Keim

Komödie "...und es gibt ihn doch!" in Bonn

WDR 4 Ausgehen 18.12.2025 01:03 Min. Verfügbar bis 18.12.2026 WDR 4

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Thea und Matthias haben Streit. Und das am Heiligen Abend. Thea möchte, dass ihre Kinder weiterhin an den Weihnachtsmann glauben. Ihr Mann soll ins Kostüm. Der hat keine Lust, hält die Maskerade für Betrug und will vor allem nicht, dass seine Kinder fragen, wo er eigentlich bei der Bescherung gewesen ist. Da platzt Nachbar Bernhard in die Wohnung und entpuppt sich als leidenschaftlicher Weihnachtsmann-Darsteller. Also alles gut? Auf gar keinen Fall. Denn es warten einige Überraschungen.

"...und es gibt ihn doch!" ist eine typische Boulevardkomödie. Zwei Paare auf der Bühne – es kommt zu wilden Verwechslungen und Missverständnissen. Denn zwischen Bernhard und seiner Frau Pia kriselt es gewaltig. Pia stürmt in die Wohnung, weil sie ihren Gemahl vermisst, der inzwischen das Kostüm des Weihnachtsmanns angezogen hat. Und plötzlich rast sie vor Leidenschaft, weil sie den verkleideten Mann für ihren Geliebten hält. Das ist der Startschuss für eine ebenso rasante wie elegante Wortwitzkanonade.

Autor René Heinersdorff hat einigen hintergründigen Witz eingebaut, der schon bei den Namen beginnt. Pia (lateinisch für "die Fromme") heißt die lustvolle Ehebrecherin, Thea ("die Göttin") ist die Verfechterin des Glaubens an den Weihnachtsmann. Im Kern geht es darum, wie viel Wahrheit der Mensch verträgt. Und wann es besser ist, nicht alles radikal aufzuklären, wenn eine Beziehung auf dem Wege ist, wieder zu funktionieren.

Regisseur Leon Reichert inszeniert das Stück mit perfektem Sinn fürs Timing. Carolin Freund überzeugt als elegante und selbstbewusste Thea, Tina Seydel als frustrierte und leicht entzündbare Pia. Während Makke Schneider dem Nachbarn Bernhard hinreißend sympathische Schrulligkeit verleiht und Thomas Jansen als Matthias verzweifelt versucht, ein bisschen Ordnung im ausbrechenden Chaos zu behalten. Und damit die Fäden nur noch mehr verwirrt.

Das Contra-Kreis-Theater zeigt knapp zwei Stunden leichte, toll gespielte Unterhaltung mit ein bisschen Lebensphilosophie. Außerdem wirft das Stück eine weitere wichtige Frage auf: Gehört Knoblauch in ein gutes Käsefondue?

Termine

Bis 1. Februar 2026 im Contra-Kreis-Theater in Bonn.

Weitere Ausgehtipps

Sendung: WDR.de, WDR 4 Kulturtipp, 17.12.2025, 12:30 Uhr.

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