Zwei Fotos der Kohle-Ausstellung vor einer Steinwand

Fotoausstellung "Weg der Kohle" in Bochum

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Der gelbe Lkw sieht wie ein Spielzeugauto aus. Er fährt zwischen riesigen Kohlenhalden. Ein Bild aus der Vergangenheit des Ruhrgebiets? Keineswegs, denn der Fotograf Khalil Noé Döring war heute unterwegs.

Von Stefan Keim

Fotoausstellung "Weg der Kohle" in Bochum

WDR 4 Ausgehen 28.05.2026 01:07 Min. Verfügbar bis 27.05.2027 WDR 4

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Es wird zwar keine Kohle mehr gefördert, aber die Verarbeitung läuft auf Hochtouren. Zum Beispiel in Duisburg, wo Kohle aus den USA, Australien oder Kolumbien zu Strom und Stahl wird. Den "Weg der Kohle“ zeigt nun die Ausstellung im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover.

Wer die Fotos sehen will, muss Treppen steigen. Barrierefrei ist der Weg nicht. Wer sich nur die alte Zeche mit ihrem riesigen Malakowturm anschauen möchte, kann sich vor einen Bildschirm setzen. Da laufen die Fotos in Dauerschleife. Der junge Fotograf hat die Kohle quasi in Rotterdam abgeholt. Am dortigen Europoort kommen die Frachter aus Übersee an. Dann wird die Kohle auf kleinere Binnenschiffe verladen und über Waal und Rhein nach Duisburg gebracht. Sieben dieser Schiffe pendeln ständig hin und her.

Für viele Besatzungsmitglieder sind diese Schiffe Arbeitsplatz und Zuhause. Khalil Noé Döring zeigt sie während der Arbeit, oft schweigsam, und in ihrer Freizeit, meist auch nicht gerade redselig. Es ist weiterhin eine harte Arbeitswelt. Da sieht man zum Beispiel einen Mann im silbernen Schutzanzug vor dem glühenden Hochofen stehen. Eine Wirklichkeit, die es heute ebenso gibt wie früher. Sie wird nur kaum noch wahrgenommen.

Das ändert nun die Ausstellung "Weg der Kohle", die man locker in einer Viertelstunde anschauen kann. Der Weg zur Zeche Hannover auf der Stadtgrenze von Bochum und Herne-Wanne lohnt sich aber auch wegen des Industriemuseums selbst. Da steht die älteste erhaltene Dampffördermaschine des Ruhrgebiets. Sie stammt aus dem Jahr 1893 und wird immer mal wieder angeworfen. Die Zeche steht heute in einem sehr schönen Grüngebiet, das auch am Wochenende keinesfalls überlaufen ist. Hier kann man Spaziergänge und Industriegeschichte wunderbar verbinden.

Termine

Bis 25. Oktober: Mittwoch bis Samstag 14 – 18 Uhr, Sonn- und Feiertage 11 – 18 Uhr.
Der Eintritt ist frei.
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover, Gunnigfelder Straße 251, 44793 Bochum.

Weitere Ausgehtipps

Sendung: WDR.de, WDR 4 Kulturtipp, 27.05.2026, 10:00 Uhr.

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