Schon die Entstehung des Films "Die Ritter der Kokosnuss" ist legendär. Die Komikergruppe Monty Python hatte kein Geld, um Pferde zu mieten und Reitstunden zu nehmen. Also hüpfen König Artus und sein Gefolge einfach durch die Lande, und ein Diener folgt ihnen, der zwei halbe Kokosnüsse aneinander schlägt. Klingt wie Pferdegetrappel und sieht hinreißend bescheuert aus.
Viele sagen, die Komödie gehöre zu den lustigsten Filmen, die jemals gedreht wurden. So wurde sie später zur Grundlage für das Musical "Spamalot", das nun auf der Freilichtbühne im westfälischen Werne läuft. König Artus erhält von Gott persönlich den Auftrag, den heiligen Gral zu suchen. Auf dem Weg müssen er und seine Ritter gegen ein Killerkaninchen und den schwarzen Ritter kämpfen, Walddämonen durch ein tolles Gebüsch besänftigen und den Verlockungen der Liebe widerstehen.
Das klingt alles ein bisschen albern und ist es auch. Aber es stecken auch eine Menge literarischer Anspielungen und Zitate im Stück. "Spamalot" ist gleichzeitig durchgeknallt und höchst intelligent, beste Unterhaltung und zeitlose Satire. Damit zwischen Gags und Action auch Romantik ins Spiel kommt, gibt es die "Fee aus dem See". Janine Muhlberg zwitschert herrliche Songs und gibt zugleich die beleidigte Diva, wenn sie im Stück mal eine Zeit lang nicht vorkommt.
Nicht alle im Ensemble können so gut singen, aber das ist egal. Denn die über 40 Mitwirkenden spielen mit riesiger Leidenschaft, und diese Freude schwappt über ins Premierenpublikum. Marius Wetter als König Artus (gleichzeitig auch einer der beiden Regisseure) und Marvin Müller als Dennis und Sir Galahad ragen heraus. Die prächtigen Kostüme und die liebevolle Ausstattung begeistern ebenso. Zumal bei einer Amateur-Freilichtbühne alles in ehrenamtlicher Arbeit hergestellt wird. Es gab langen und verdienten Jubel für "Spamalot" in Werne.
Termine
22., 23., 31. August und 5., 6., 12., 13., 26., 27. September an der Freilichtbühne Werne.