Eine Pappfrau steht im Nadelmuseum in Iserlohn

Leben für die Nadeln – das Nadelmuseum in Iserlohn

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Das neu gestaltete Museum zeigt nicht nur Maschinen, sondern vor allem Menschen. Kaufleute und Arbeiterinnen haben ihr ganzes Leben den Nadeln gewidmet, aus Iserlohn wurde bis nach China exportiert.

Von Stefan Keim

Leben für die Nadeln – das Nadelmuseum in Iserlohn

WDR 4 Ausgehen 17.07.2025 02:43 Min. Verfügbar bis 17.07.2026 WDR 4 Von Stefan Keim

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81 Jahre lang hat Sophie Adeneuer Nadeln hergestellt. Mit zwölf Jahren hat sie angefangen. Das war 1847, Kinderarbeit war im 19. Jahrhundert normal. Mit 93 Jahren dachte sich Sophie, dass sie mal in Rente gehen könnte. Und starb kurz danach. Ein Leben für die Nadel. Heute erinnert eine Tafel im Iserlohner Nadelmuseum an sie.

Überhaupt geht es im komplett neu gestalteten Museum vor allem um die Geschichten der Menschen. Frauen haben hier ihr eigenes Geld verdient und wollten sich das nach der Heirat nicht wegnehmen lassen. Die Arbeit war hart und lang, aber sie brachte auch soziale Kontakte, Reden mit den Kolleginnen, Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit.

Davon erzählt das Museum auf unterhaltende Weise. In jedem Raum steht eine Pappfrau mit einem Bauchladen herum. Wer ihn aufmacht, entdeckt besondere Schätze, zum Beispiel eine schick gestaltete Verpackung. Nadeln aus Iserlohn waren in der ganzen Welt beliebt, auch nach China haben die Fabrikanten aus dem Sauerland exportiert.

Nicht ganz so einfach war allerdings die Sache mit der Religion. Iserlohn war evangelisch, Hemer nebenan katholisch. Und wenn nun ein katholischer Fabrikant in Iserlohn etwas werden wollte, aber im anderen Ort Gottesdienste und Gasthäuser besuchte, hatte er keine Chance.

Eine große Nähmaschine steht im Nadelmuseum in Iserlohn

Natürlich gibt es auch Maschinen. Und man sieht, wie sich die Technik im Lauf der Jahrhunderte verändert hat. Die fünf Maschinen in der kleinen Haarnadelfabrik laufen noch genau so gut wie im Jahr 1881 und werden manchmal angeschaltet. Das Nadelmuseum ist ein kleines Juwel, nebenan gibt es noch eine Gelbgießerei und ein schönes Café im Fachwerkhaus. Ein Ausflugstipp nicht nur für die Sommertage.

Termine:

  • Das Nadelmuseum Iserlohn hat Donnerstag bis Sonntag von 11:00 – 17:00 Uhr geöffnet.
  • Der Eintritt ist frei.

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