162 Millionen Euro – eine absurd hohe Summe war im Jackpot. Und Richard hat sie gewonnen. Aber er will das Geld nicht haben, der Lottoschein hängt vergessen am Kühlschrank. Kurz vor Ablauf der Frist, in der man ihn einlösen kann, sagt er seiner Ehefrau, seiner Mutter und seinem besten Freund, warum er auf den Gewinn verzichtet. Geld verdirbt den Charakter und macht unglücklich. Richard ist mit seinem Leben zufrieden, wie es ist. Was er nicht bedacht hat: Die anderen sind es nicht.
"Nein zum Geld" ist eine Komödie, die leicht und witzig anfängt und dann ans Eingemachte geht. Gemahlin, Mutter und Freund von Richard denken nur noch daran, wie sie an den Lottoschein kommen können. Schließlich sind sie zu allem bereit und schmieden Mordpläne. Sogar das frisch geborene Kind, das oft im Nebenzimmer schreit, ist irgendwann völlig egal. Denn alle haben Probleme, wollen sich Träume erfüllen, verstehen überhaupt nicht, wieso Richard kein Millionär sein will.
In einem herrlich realistischen Bühnenbild von Tom Grasshof wird es explosiv. Überrragend spielt Rosana Cleve die gestresste Ehefrau, wechselt in Sekundenbruchteilen vom Charmanten ins Monströse, bringt eine umwerfende Energie auf die Bühne. Die junge Katharina Hannapel spielt wunderbar komödiantisch eine Frau, die 40 Jahre älter ist als sie selbst, Richards Mutter. Und Gregor Eckert bringt als bester Freund und Arbeitgeber auch ein bisschen Tragik ins Geschehen. Denn seine Firma steht kurz vor der Pleite, was er Richard verschwiegen hat, um ihn zu schonen.
Andrea Krauledat hat die wortwitzige Komödie mit einigen Showeinlagen bereichert. Das enorm sanges- und tanzfreudige Ensemble präsentiert Musicalmelodien und Popsongs rund ums Geld und die Liebe. Das lockert die Handlung auf und macht den ohnehin schon witzigen und scharfkantigen Abend noch kurzweiliger. Florian Bender spielt Richard mit sympathischer Naivität und Weltfremdheit. Andererseits stellt man sich die Frage: Handelt er nicht auch völlig egoistisch, wenn er die Probleme seines engen Umfelds nicht sieht? Flavia Coste hat eine abgründige Komödie geschrieben. Besser als das Wolfgang-Borchert-Theater kann man sie kaum auf die Bühne bringen.
Termine
- 31. Januar und 1., 20., 21. und 22. Februar
- Weitere Termine ab März – frühzeitige Reservierung empfehlenswert
Weitere Ausgehtipps
Sendung: WDR.de, WDR 4 Kulturtipp, 26.01.2026, 14:00 Uhr.