René Sydow und Christian Miedreich des Kabaretts "Männer von Welt" sitzen mit Bier, Schnaps und Zigarre am Tisch in einer Kneipe

Kabarett "Männer von Welt" in Essen und Swisttal

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René Sydow und Christian Miedreich spielen in einem Panorama der Männlichkeit mit zum Teil schwarzem Humor.

Von Stefan Keim

Kabarett "Männer von Welt" in Essen und Swisttal

WDR 4 Ausgehen 06.11.2025 02:14 Min. Verfügbar bis 07.11.2026 WDR 4 Von Stefan Keim

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Ein Supermarkt im Ruhrgebiet. Es gibt eine neue Kasse, wo die Kunden ihre Waren selbst einscannen sollen. Dafür wird Kassiererin Angelika entlassen. Ein Stammkunde findet diesen technischen Fortschritt überhaupt nicht toll. Er überlegt sich, wie er Widerstand leisten kann. Seine Idee: Er klaut einfach die teuren Sachen und wirft das gesparte Geld bei Angelika in den Briefkasten. So geht Robin Hood in der Gegenwart.

Das ist eine Szene aus dem Kabarettprogramm "Männer von Welt". Kabarettist René Sydow und Schauspieler Christian Miedreich spielen an diesem Abend eine Menge unterschiedlicher Figuren. Sie sind schauspielerisch sehr wandlungsfähig und beherrschen viele Dialekte. So erzählt ein alter Rocker aus Niedersachsen, warum er mit vielem nicht klar kommt, was die jungen Leute so treiben und sagen. Ein Urlauber tut nur so, als würde er sich für fremde Kulturen interessieren, dabei interessiert ihn nur, wo es am billigsten ist. Und wenn Sydow und Miedreich durch die Sendungen des Privatfernsehens zappen, lassen sie kein gutes Haar an den Föhnfrisuren der Supermodels.

Der Humor ist bissig und manchmal auch recht schwarz. "Männer von Welt" ist kein nettes Wohlfühlprogramm, sondern eine satirische Auseinandersetzung mit einer egoistischen Gesellschaft. Die Texte sind geschliffen formuliert, die Pointen sitzen. Ein Kabarettabend zum Mitdenken, in dem auch die deutsche Bürokratie ihr Fett wegkriegt. "Wer anderen ein Grube gräbt", sagt Christian Miedreich einmal, "braucht bei uns eine Baugenehmigung."

Dabei gibt es immer wieder tolle Momente der Menschlichkeit. Wie beim solidarischen Supermarktkunden, der es nicht einfach hinnimmt, dass Kassiererin Angelika nicht mehr da ist. Man muss nicht einfach alles hinnehmen – es gibt Möglichkeiten, sich zu wehren. Das ist eine Botschaft des sehr kurzweiligen Kabarettduos, das keine Scheu hat, auch mal anzuecken.

Termine

8. November im Alten Bahnhof Kettwig in Essen, 9. November im kreaforum in Swisttal und viele weitere Aufführungen im nächsten Jahr.

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