Foodsharing : Foodsharing: Wo du kostenlos Essen bekommst und Lebensmittel rettest
Stand: 04.02.2026, 11:15 Von Maria Andresen Gamechanger
Von Maria Andresen
Dialogbox
Kommentieren [1]Wie können wir gemeinsam dafür sorgen, dass gute Lebensmittel nicht im Müll landen, sondern dort ankommen, wo sie gebraucht werden? An dieser Vision arbeiten Foodsharing-Initiativen weltweit. Sie kämpfen gegen Food-Waste und bieten die "geretteten" Lebensmittel für alle kostenlos an.
Foodsharing-Café in Mainz: Gratis essen und Lebensmittel retten
Warst du schon einmal in einem Café, in dem das Essen kostenlos ist? Ein Café in Mainz bietet gratis Kuchen, Brötchen und andere Lebensmittel an, die vor dem Abfall gerettet wurden. Das Essen stammt zum Großteil aus einer Bäckerei, die mit dem Café kooperiert. Dort sammeln Ehrenamtliche Lebensmittel ein, die nicht mehr verkauft werden dürfen, weil z. B. das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, aber immer noch haltbar und genießbar sind.
Außerdem können alle im Café eigene Lebensmittel abgeben, die sie nicht mehr verwenden. Im sogenannten Fairteilerschrank werden alle “geretteten” Lebensmittel aufbewahrt. Cafégäste können sich daran kostenlos bedienen.
Frisch gekocht wird im Café nicht. Allerdings werden manchmal Mahlzeiten gespendet, die z. B. in Schulen oder Mensen übriggeblieben sind. Diese Gerichte kannst du im Café bestellen und bekommst sie aufgewärmt. Falls du nicht im Café essen möchtest, kannst du dir auch Lebensmittel aus dem Fairteilerschrank mit nach Hause nehmen.
Foodsharing als solidarisches Konzept gegen Lebensmittelverschwendung
Getränke gibt’s im Café natürlich auch. Diese sind allerdings nicht gratis. Dafür entscheidest du nach dem Pay-what-you-want-Prinzip, wie viel dir dein Getränk wert ist. Dadurch will das Café einen solidarischen Ort für alle Gesellschaftsschichten schaffen und auf den Wert von Lebensmitteln aufmerksam machen.
Lebensmittelabfälle in Deutschland
Im Schnitt wirft jede:r von uns rund 78 kg Lebensmittel pro Jahr in den Müll. Zusammen mit Handel, Gastro und Co. werden in Deutschland jedes Jahr knapp 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Fast 60 % der Lebensmittelabfälle entstehen in privaten Haushalten. Neben Foodsharing Initiativen ist die Tafel der größte Abnehmer für gerettete Lebensmittel. Sie haben bei der Lebensmittelrettung stets Vorrang und retten und verteilen etwa 265.000 Tonnen Lebensmittel pro Jahr an rund 1,5 Millionen Menschen.
Im Mainzer Foodsharing-Café finden außerdem Konzerte, Pub-Quizze oder Filmvorführungen statt und es gibt Workshops zu Themen rund um Lebensmittel, Umweltschutz und Kochen. Die Events sind kostenlos, für die Workshops kannst du wie auch bei den Getränken deinen eigenen Preis festlegen.
Foodsharing-Cafés in deiner Nähe?
Foodsharing-Cafés mit ähnlichen Ansätzen wie in Mainz gibt es in einigen weiteren Städten Deutschlands, etwa in Stuttgart und Tübingen. Auch dort arbeiten die Cafés mit Kooperationsbetrieben zusammen, um Lebensmittel vor der Entsorgung zu retten, und auch sie bieten kostenlose Events und Workshops sowie andere Veranstaltungen an.
Lebensmittel retten durch Foodsharing
Im Rahmen der Foodsharing-Bewegung machen Ehrenamtliche auf das globale Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam und setzen sich dafür ein, möglichst viele Lebensmittel vor dem Müll zu bewahren. In öffentlich zugänglichen Kühlschränken und Regalen – sogenannten Fairteilern – können die vor dem Abfall geretteten Lebensmittel anschließend von allen Menschen kostenlos weiterverwendet werden. Foodsharing-Cafés verwenden ebenfalls überschüssige Lebensmittel und bieten sie kostenfrei an.
Im Foodsharing-Café in Tübingen gehören dazu unter anderem Kochabende, Familientreffs und Bingo-Abende. Außerdem finden regelmäßig Brunches aus geretteten Lebensmitteln statt, die für 20 Euro pro Person angeboten werden. Das Café in Stuttgart organisiert Events wie Handarbeitstreffs, Kleidertauschpartys und Clean-Up-Treffen, um die Umgebung von Müll zu befreien.
Community-Fridges mit gratis Essen
Wenn du keine Lust auf einen Café-Besuch hast, trotzdem aber Lebensmittel retten möchtest, dann schau doch mal bei einem Community-Fridge in deiner Nähe vorbei. Das sind öffentlich zugängliche Kühlschränke, in denen jede:r kostenlos Lebensmittel abgeben oder abholen kann.
Dabei sind bestimmte Hygieneregeln zu Transport, Lagerung und Weitergabe der Lebensmittel zu beachten, die die Foodsharing-Initiative festgelegt hat. Leicht verderbliche Lebensmittel wie roher Fisch, rohes Fleisch oder rohe Eier sollten beispielsweise nur an andere Personen weitergegeben werden, wenn eine persönliche Weitergabe mit einem kurzen Gespräch möglich ist. So können Hinweise zu den abgegebenen Lebensmitteln direkt weitergeleitet werden. Kontrolliert werden die Kühlschränke regelmäßig von Ehrenamtlichen.
So einen Kühlschrank findest du zum Beispiel an der Uni in Bochum, aber auch Kirchen oder Jugendzentren haben Community-Fridges aufgestellt. Alle Kühlschränke sind in einer Karte eingezeichnet, sodass du easy checken kannst, wo du in deiner Nähe Lebensmittel retten kannst. Ähnliche Projekte gegen Food-Waste gibt es auch in anderen Ländern. In der Schweiz setzt sich die Initiative ”Madame Frigo” für weniger Lebensmittelverschwendung ein, in England gibt es die Organisation Love Glastonbury.
Dieser Beitrag liefert Informationen zu den Instagram-Reels von kugelzwei "Gratis essen im Café" vom 21.01.2026 und "Foodsharing-Kühlschrank" vom 23.01.2026.
Ehrenamtlich unterwegs: Folge 1 - Foodsharing (ardmediathek.de)
Elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen jährlich im Müll (tagesschau.de)
Teller statt Tonne (ardmediathek.de)
Unsere Quellen:
Lebensmittelabfälle in Deutschland: Aktuelle Zahlen nach Sektoren (bmleh.de)
Tafelfakten im Überblick (tafel.de)
Umweltbewusst im Alltag: Lebensmittelverschwendung vermeiden (umweltbundesamt.de)
Karte mit Community Fridges der Foodsharing Initiative (foodsharing.de)
Foodsharingcafe (foodsharingcafe.net)
Foodsharing-Café rettet Lebensmittel in Main (swr.de)
Community Fridge in Glastonbury (glastonburycommunity.uk)
Foodsharing Cafés:
- Krumm & Schepp in Mainz
- Raupe Immersatt in Stuttgart
- Mehrrettich in Tübingen
1 Kommentar
Kommentar 1: Robin Kroboth schreibt am 03.04.2026, 18:26 Uhr :
Ich hätte gern Essen und Trinken und sowas umsonst, da die Breite einfach heutzutage alle viel zu teuer sind